Aktuelle Versuche bestätigen: Wintererbsen erzielen auch bei einer Aussaat bis Mitte November stabile Erträge und schaffen zusätzlichen Spielraum in der Fruchtfolge – insbesondere in trockenen Anbauregionen. Die Ergebnisse liefern klare Praxisempfehlungen und betonen zudem die Vorteile einer gezielten Fungizidstrategie.
Der Anbau von Wintererbsen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Über die letzten zwei Jahre (2025/2026) hat die Norddeutsche Pflanzenzucht (NPZ), ein Pflanzenzüchter im Verbund der Saaten-Union, Aussaattermine Mitte bis Ende Oktober und Mitte November sowie unterschiedliche Fungizidstrategien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Wintererbsen auch bei später Aussaat leistungsfähig bleiben und damit zusätzliche Möglichkeiten für die Fruchtfolgegestaltung eröffnen, insbesondere nach spät räumenden Kulturen wie Körnermais oder Zuckerrüben.
Praxisempfehlung: Wintererbsen lieber später als zu früh aussäen
Am Versuchsstandort Weddegast bei Bernburg in Sachsen-Anhalt erreichten die Spätsaaten in den Versuchsparzellen mit rund 61 dt/ha vergleichbare Kornerträge wie die Oktoberaussaaten.
Die Untersuchungen bestätigen damit internationale Versuchsergebnisse sowie Erfahrungen aus der Praxis: Wintererbsen sollten frühestens ab Mitte Oktober ausgesät werden, dazu früh entwickelte Bestände an Winterhärte verlieren können und anfälliger für Krankheiten sind Kompakte Pflanzen mit etwa zwei bis drei Blättern und einer Wuchshöhe von drei bis fünf Zentimetern bieten dagegen günstige Voraussetzungen für die Überwinterung.
Wintererbse FEROE überzeugt in trockenen Regionen
Besonders in den Landessortenversuchen der klassischen Anbauregionen Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringenbestätigt die Wintererbse FEROE ihre Leistungsfähigkeit. Über drei Prüfjahre (2024–2026) in 19 Versuchsorten erreichte die Sorte einen relativen Kornertrag von 106 Prozent gegenüber dem Versuchsmittel und damit mehrjährig die höchsten Kornerträge.
Ein wesentlicher Vorteil der Winterformen liegt in der besseren Nutzung der Winterfeuchtigkeit und ihrer früheren Entwicklung im Frühjahr. Dadurch können sie der zunehmenden Frühsommer- und Sommertrockenheit besser ausweichen und erweisen sich als leistungsstarke Alternative zu Sommererbsen.
FEROE zeichnet sich zudem durch eine ausgeprägte Winterhärte, bester Standfestigkeit im LSV-Prüfsortiment und eine vergleichsweise geringe Anfälligkeit gegenüber bodenbürtigen Erbsenkrankheiten aus.
Fungizideinsatz an Saattermin und Bestandsentwicklung anpassen
Für den ökologischen Anbau ist die späte Aussaat interessant, da hier der chemische Pflanzenschutz entfällt. Im konventionellen Anbau sollte neben der Blütenbehandlung auch die Fungizidapplikation eingeplant werden.
Bei den NPZ-Versuchen zum Einfluss unterschiedlicher Fungizidstrategien zeigte sich insbesondere bei der Normalsaat ein positiver Effekt einer zusätzlichen Behandlung zum Vegetationsbeginn. Bei den Spätsaaten lagen die Erträge beider Behandlungsvarianten dagegen nahezu gleichauf.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer an Saattermin, Bestandsentwicklung und Krankheitsdruck angepassten Bestandsführung. Besonders nach wüchsigen Herbstbedingungen kann frühzeitiger Fungizideinsatz zum Vegetationsbeginn zur Ertragsabsicherung beitragen. Dabei sind die jeweils geltenden Zulassungen und Anwendungsvorgaben zu beachten.
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