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Home / Aus der Praxis / Ölfrüchte
Eine gelbe Raupe mit schwarzen Punkten frisst ein grünes Blatt, das mehrere Löcher aufweist. (automatisch generiert durch KI)

Winterraps: 5-Punkte-Plan gegen Rapserdfloh und Trockenheit

Die gelungene Herbstaussaat ist die Basis des Rapsertrages. Wenn Trockenphasen die Aussaat und den Auflauf verzögern, können schwache Pflanzen oder Bestände in den Hauptzuflug von Rapserdflöhen fallen. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Andreas Baer, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke, gibt Tipps, wie man das Risiko vermeiden kann.

Im Grundsatz kann man einen Rapserdflohbefall vermeiden bzw. deutlich reduzieren, wenn man fünf Punkte beachtet, die nachfolgend erläutert werden. Gleichzeitig kann man so auch die Resilienz der Bestände gegen Frühjahrstrockenheit verbessern. Flexibilität und Sorgfalt bei der Aussaat sind gefragt!


Schematische Darstellung des Rapserdfloh-Befallsverlaufs von August bis November mit verschiedenen Beizmitteln und deren Wirkungsdauer. (automatisch generiert durch KI)
Beizen und Wirkung Winterraps


1. Saatzeit möglichst früher einplanen

Je kräftiger die Einzelpflanze, desto widerstandsfähiger ist sie gegen Blattfraß vom Rapserdfloh (REF). Langjährig ist in der 1. und 2. Woche im September mit dem „Kühlbrüter“ zu rechnen. Rapspflanzen sollten dann bereits 1–2 Laubblätter ausgebildet haben. Zunehmende REF-Resistenzen erschweren die Bekämpfung.


2. Schnelle und gleichmäßige Jugendentwicklung fördern

Die Aussaat sollte in feuchten Saathorizont in 2–4 cm Tiefe erfolgen, gleichmäßige Ablagetiefe und Rückverfestigung sind wichtig. Man sollte N-Verfügbarkeit und Strohmanagement beachten, ggf. muss eine Startgabe oder Unterfußdüngung (UFD) erfolgen. Organischer Dünger kann durch intensiven Geruch den REF-Befall verzögern. Gelbschalen- und Schneckenkontrollen sollten durchgeführt werden, um dann ggf. eine Behandlung gegen REF (abends/nachts) durchzuführen.


Streudiagramm zeigt Zusammenhang zwischen DAW-Werten und Ertrag. Höherer DAW-Wert korreliert mit höherem Ertrag. Datenpunkte und Trendlinie sichtbar. (automatisch generiert durch KI)
Stand nach Winter und ertragswirkung


3. Frühsaatverträgliche Sorten verwenden

Bei der Sortenwahl sollten eine geringe Stängelstreckung und hohe Krankheitstoleranz/Resistenzen die wichtigsten Auswahlkriterien sein.

Hier ein paar Sortenbeispiele:

  • geringe Herbststängelstreckung: Karat, Golding, Detlef, Crocodile, Cratos
  • gute Verticilliumtoleranz : Detlef, Golding, Cromat
  • gute Phomatoleranz: Karat, Golding, Crown, Cratos
  • gute Jugendentwicklung: Karat, Detlef, Credo, Crown

4. Die gezielte Wahl der Rapsbeizung

Der Bestseller bei Frühsaaten ist die Lumiposa™-Beizung gegen Kohlfliegenlarven und leichten Blattfraß gegen Rapserdfloh (Premium-Beizung). Die abgestimmten Fungizidkomponenten von Scenic® Gold und WurzelPlus Bacillus sorgen für eine schnelle Jugendentwicklung und erhöhte Stresstoleranz. Ohne Insektendruck genügt die Standardbeizung mit nur einem Fungizid.

Neu ist die Sonderbeizung mit Buteo Start gegen REF nur bei der Sorte Daktari für Saaten ohne Kohlfliegendruck.

Neu ist auch die Lumiposa™ + Buteo Doppel-Insektizidbeizung für die Sorten Karat und Credo. Sie zielt auf einen verstärkten Fraßschutz in Mecklenburg-Vorpommern, Mitteldeutschland bei zunehmend pyrethroidresistentem REF und späten Saaten in allen weiteren Regionen. (Achtung: Aus organisatorischen Gründen sind die Mengen der Sonderbeizen limitiert, eine Vorbestellung der Sonderbeizungen wird dringend empfohlen, Frist bis 1.7.2026.)


5. Anpassung der Saatstärke

Ein starker REF-Befall ab dem Keimblatt- und 1. Laubblattstadium führt zu Pflanzenverlusten, eine Trockenheit im Herbst zu reduziertem Auflauf.

Langjährige Versuche zeigen, dass mit Ziel-Pflanzenzahlen von 22–28 Pflanzen/m2 im Herbst die höchsten und sichersten Erträge erzielt werden. Opferpflanzen und Feldaufgang sollten in die Kalkulation der Saatstärke einfließen, ebenso ein möglicher REF-Verdünnungseffekt. Langjährig bewährte Saatstärken (Faustzahlen) liegen bei 35–40 Kö/m2, bei Einzelkornsaat zwischen 25–35 Kö/m2.

Aktuelle Frühjahrsbonituren aus 2025 bestätigen, dass gut entwickelte Bestände nach Winter auch das Fundament für die sichersten und höchsten Erträge bieten (Abb. 2). Auch das spricht für ein neues Augenmerk auf das Wachstum kräftigerer Herbstbestände, die (fast) wetterunabhängig im Frühjahr loswachsen können. Über die Frischmassebestimmung im Herbst und Frühjahr sind Anpassungen bei der Frühjahrs-N-Düngung möglich.


Luftaufnahme eines Feldes mit verschiedenen Rapssorten, beschriftet mit Visby, Avatar, Karat, Picard und UFD. Datum: 27.03.2026. (automatisch generiert durch KI)
Entwicklung Raps März 2026


Fazit
Die Herbstentwicklung des Rapses wird zunehmend zum Erfolgsfaktor. Ackerbaulich fördernde Maßnahmen bei der Aussaat und Bodenvorbereitung sind der Schlüssel für eine schnelle Jugendentwicklung. Gesunde Frühsaatsorten mit moderater Stängelstreckung unterstützen die flexible Saat mit verschiedenen Rapsbeizungen.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Artikel gibt fünf Tipps zur Vermeidung von Rapserdflohbefall: Frühzeitige Saatplanung, Förderung einer schnellen Jugendentwicklung durch optimale Saatbedingungen, Auswahl frühlingsverträglicher Sorten, gezielte Rapsbeizung und Anpassung der Saatstärke. Frühsaatsorten mit moderater Stängelstreckung und spezielle Beizungen wie Lumiposa™ und Buteo Start bieten zusätzlichen Schutz. Gut entwickelte Herbstbestände sind entscheidend für hohe Erträge, da sie widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse sind.

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