Maisfeld mit einem Schild, das `Neutrino` anzeigt. Maispflanzen mit reifen Kolben sind zu sehen. (automatisch generiert durch KI)

Mais: Wie der Feldaufgang den Ertrag beeinflusst

Für Maisprofis ist der gleichmäßige Feldaufgang ein entscheidendes Kriterium für einen hohen Maisertrag. Ein neuer Trend aus den USA ist dabei die genaue Bonitur des Feldaufgangs. Diese Boniturmethode hat unser Berater Andreas Kormann auf seinem Betrieb ausprobiert und zeigt hier die Ergebnisse. 

Für die Bonitur des Auflaufs hat er zwei Reihen auf einer Länge von je 6,66 m (insgesamt 10 m²) nach der Saat am 22. April markiert. Am 07. Mai haben die ersten Maispflanzen das Tageslicht erblickt. Diese wurden mit grünen Fähnchen markiert. Die am nächsten Tag aufgelaufenen Pflanzen wurden mit blauen Fähnchen für Tag 2 markiert. Das gleiche auch an Tag 3 und Tag 4 (Abbildung 1).

Feld mit zwei Reihen bunter Markierungen im Boden. Erde ist trocken, einige kleine Pflanzen sprießen. (automatisch generiert durch KI)
Abb. 1: Bonitur des Feldaufgangs

Um zu überprüfen, wie sich der versetzte Feldaufgang letztendlich auf die Kolbenausbildung auswirkt, erfolgte die Bonitur der Kolben am 26. August kurz vor der Ernte. Aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer 2022 war die Befruchtung und die darauffolgende Kolbenausbildung insgesamt sehr schwach. Einige Pflanzen hatten gar keinen Kolben mit Kornansatz gebildet, andere waren schlecht befruchtet. Trotz der sehr schwachen Kolbenausbildung wurde der Versuch ausgewertet. Zwischen Tag 1 und Tag 2 und 3 (Tabelle 1, Abbildung 2) ergab sich schon eine deutliche Differenzierung im Kolbengewicht. Einige Nachzüglerpflanzen (Auflauf Tag 4) hatten zur Ernte nur noch eine marginale Kolbenausbildung.

Tabelle mit Anzahl Pflanzen und Kolbengewicht über vier Tage. Tag 1: 55 Pflanzen, 121,8 g. Tag 2: 32 Pflanzen, 76,5 g. Tag 3: 4 Pflanzen, 80,2 g. Tag 4: 4 Pflanzen, 12,5 g. (automatisch generiert durch KI)
Abb. 2: Tabelle

Dieses erste Ergebnis macht schon deutlich, wie wichtig ein gleichmäßiger Feldaufgang ist. Um das zu erreichen, ist neben einer guten Saatgutqualität auch darauf zu achten, dass die Bodenbearbeitung nicht tiefer als die geplante Saattiefe erfolgt. Die kapillare Bodenstruktur sollte nicht gebrochen werden.

Praxistipps zur Aussaat:

Die Ablagetiefe ist der Bodentemperatur und der gemeldeten Folgewitterung anzupassen. Weiter ist eine gleichmäßige Ablagetiefe von großer Bedeutung. Um dies zu erreichen, ist ein ebenes Saatbeet und eine angepasste Fahrgeschwindigkeit bei der Aussaat notwendig. Als letztes sollte das Schließsystem am Sägerät so eingestellt werden, dass das Korn, ohne Hohlräume gut eingebettet wird.

Maiskolben auf einem Tisch vor einem Maisfeld, mit einem Neutrino-Schild und kleinen farbigen Fahnen. (automatisch generiert durch KI)
Abb. 2: Maissorte NEUTRINO

Autor/in: Andreas Kornmann