Durch den Klimawandel verändern sich auch die Anbaubedingungen im Winter. Raps und Wintergetreide wachsen weiter, brauchen dafür aber zusätzliche Nährstoffe. Im Gespräch mit PRAXISCAST.AGRAR verrät Dr. Kerstin Berlin, ehemalige Fachberaterin beim Düngemittelhersteller YARA, welche Mikronährstoffe besonders wichtig sind.
Aufgrund von höheren Wintertemperaturen ohne lange Frostphasen infolge des Klimawandels betreiben Pflanzen auch während der kalten Monate Stoffwechsel, Winterruhe und Vegetationspause bleiben aus. Niedrige Temperaturen und hohe Feuchtigkeit schwächen allerdings die Transpiration und damit die Wasser- und Nährstoffversorgung, zu wenig Licht erschwert die Fotosynthese.
Die ehemalige YARA-Fachberaterin und Expertin für Pflanzenernährung und Nährstoffmanagement, Dr. Kerstin Berlin, betont daher, Raps und Wintergetreide jetzt im Herbst mit diesen zusätzlichen Nährstoffen für die Entwicklung im Winter und Frühjahr zu stärken:
Raps
- Bor
- Mangan
- Molybdän
Wintergetreide
- Mangan
- Kupfer
- Zink
Was sowohl Raps als auch Wintergetreide stärkt
1. Phosphat-Blattdünger (Phosphor) oder Bittersalz (Magnesium und Schwefel)
- Unterstützt junge Pflanzen und schwächer entwickelte Bestände
- Fördert Stoffwechsel- und Wachstumsprozesse
- Blattdünger muss sofort, aber auch über Wochen nachhaltig wirken
2. Formulierte Suspension mit Haftmittel, Spreizmittel und Netzmittel
- Mehr Blatt- und Wurzelmasse
- Stärkere Transpiration und damit verbesserte Nährstoffaufnahme
- Hohe Bestockung
- Gleichmäßige Entwicklung
Der optimale Zeitraum für die Nährstoffzugabe hängt auch von Aussaattermin und Witterung ab. Im Raps liegt dieser meist zwischen Ende September bis Anfang Oktober, im Wintergetreide sollte die Nährstoffzufuhr Anfang bis Mitte November erfolgen.
Bei Blattdüngers ist auch deren Formulierung wichtig. Die Expertin empfiehlt formulierte Suspensionen, die länger wirksam sind.
Dieser Beitrag ist eine Kurzfassung einer Folge aus Praxiscast.agrar - dem Podcast der SAATEN-UNIN und praxisnah, der viele Informationen zu Düngerwirkung und Pflanzenphysiologie enthält.
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