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Home / Aus der Praxis / Zwischenfrüchte / Anbau: von der Fruchtfolgeplanung bis zur Düngung / Das Management entscheidet über den Erfolg von Zwischenfrüchten
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  24.09.2026
  0 Kommentare
  Anbauberatung, Zwischenfrüchte
Dichtes grünes Laub mit verschiedenen Blattformen, darunter gefiederte und runde Blätter. (automatisch generiert durch KI)

Das Management entscheidet über den Erfolg von Zwischenfrüchten

Der teuerste Fehler beim Zwischenfruchtanbau ist nicht die falsche Mischung. Der teuerste Fehler ist zu glauben, dass nach der Aussaat alles erledigt ist. Das ist das Credo von Uwe Mattfeldt, der aufgrund seiner Erfahrung im Beratungsring Harsefeld e. V. ausführt, warum es auch bei Zwischenfrüchten auf eine professionelle Bestandesführung ankommt.

In der Beratungspraxis zeigt sich jedes Jahr aufs Neue: Nicht alleine die Zusammensetzung der Zwischenfrucht entscheidet über einen guten Bestand. Oft sind es vor allem Aussaat, Bestandesführung und vor allem das Management, die am Ende den Unterschied ausmachen.

Eine Zwischenfrucht muss genauso professionell geführt werden wie eine Hauptkultur. Wer das beherzigt, spart Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Dünger. Wer es nicht tut, produziert häufig nur Biomasse mit begrenztem Nutzen. Das Ziel sollte dabei klar definiert sein: Im Frühjahr soll ein sauber abgefrorener Bestand ohne Unkraut, ohne Ausfallgetreide auf der Fläche stehen, der keinen zusätzlichen Glyphosateinsatz notwendig macht.


Folgende fünf Fehler sind bei der Bestandskontrolle im Herbst immer wieder zu beobachten:

1. Zu wenig Stickstoff für die Zwischenfrucht

Viele glauben, Zwischenfrüchte müssten mit möglichst wenig Stickstoff auskommen, was jedoch pflanzenbaulich häufig der falsche Ansatz ist. Eine schwach entwickelte Zwischenfrucht bindet kaum Nährstoffe, unterdrückt Unkräuter schlecht und bildet wenig Wurzelmasse. Gerade in Roten Gebieten muss deshalb die Mischung stimmen. Leguminosen übernehmen einen Teil der Stickstoffversorgung und ermöglichen trotzdem hohe Biomasseleistungen. Eine kräftige Zwischenfrucht ist die beste Investition in die Bodenfruchtbarkeit. Daher sind die jüngsten Ergebnisse der LWK Niedersachsen kein Widerspruch: Leguminosenhaltige Zwischenfruchtmischungen besitzen ein höheres N-Aufnahmepotenzial als gedüngte Nicht-Leguminosen (s. Abb. 1).

Rechtlich gesehen ist eine Düngung von maximal 60 kg Gesamt-N/ha bzw. 30 kg/ha Ammonium-N möglich.



2. Schlechtes Saatbett – oder liegt die Ursache im Management der Vorfrucht?

Eine Zwischenfrucht wird häufig mit deutlich weniger Sorgfalt ausgesät als eine Hauptfrucht. Dabei ist gerade eine gute Etablierung für den späteren Erfolg maßgeblich. Grobe Kluten, ungleichmäßige Ablagetiefen, vereinfachte Saatverfahren oder mangelnder Bodenschluss gehen auf Kosten der Pflanzenzahl. Jede fehlende Pflanze hinterlässt später Platz für Unkraut oder Ausfallgetreide. Daher müssen Zwischenfrüchte wie eine Hauptfrucht ausgesät werden – nicht wie eine Nebenbeschäftigung. Doch nicht jeder lückige Bestand ist auf ein schlechtes Saatbett zurückzuführen. Es kann auch an dem Herbizidprogramm der Vorfrucht liegen, dass die Zwischenfrucht zwar gleichmäßig aufläuft, dann aber kaum weiterwächst, Blattverfärbungen zeigt oder stellenweise vollständig ausfällt. Besonders bestimmte Sulfonylharnstoff-Herbizide können unter trockenen Bedingungen nur langsam abgebaut werden. Bleiben nach der Anwendung ausreichende Niederschläge aus und ist die mikrobielle Bodenaktivität gering, können Wirkstoffreste empfindliche zweikeimblättrige Zwischenfrüchte schädigen. Die Folgen reichen von Wachstumsstockungen bis hin zu Totalausfällen einzelner Arten. Besonders kritisch wird dies bei Verfahren mit reduzierter Bodenbearbeitung, beispielsweise der Mähdrusch- oder Drohnensaat. Ohne intensive Durchmischung verbleiben Wirkstoffreste verstärkt im Keimhorizont. Eine gut mischende Bodenbearbeitung – im Extremfall auch der Pflug – kann das Risiko deutlich reduzieren.

Wer empfindliche Zwischenfrüchte anbauen möchte, muss die Nachbauauflagen der in der Vorfrucht eingesetzten Herbizide kennen. Auflagen wie WP 720, WP 710, WP 711 oder WP 713 weisen ausdrücklich auf mögliche Nachbauschäden bei zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten hin. Eine perfekte Zwischenfruchtmischung und ein ideales Saatbett helfen also wenig, wenn das Herbizidprogramm der Vorfrucht nicht zur geplanten Zwischenfrucht passt.

Die beste Zwischenfrucht beginnt deshalb nicht mit der Drillmaschine –
sondern mit den richtigen Entscheidungen bereits im Frühjahr.
3. Die Mischung passt nicht zum Saattermin

Viele Mischungen werden gekauft, ohne den tatsächlichen Aussaattermin zu berücksichtigen. Das funktioniert selten. Wer Ende Juli drillt, braucht andere Arten und Sorten als jemand, der erst Anfang September säen kann. Eine frühe Saat bedeutet hohe Biomasse, aber auch hohes Blührisiko. Eine späte Saat hingegen verlangt eine maximale Jugendentwicklung. Nicht jede Mischung und Art kann beides.

Deshalb gilt: Nicht jede gute Mischung ist für jeden Aussaattermin geeignet.
4. An der Aussaatstärke sparen

Wer die Aussaatstärke um nur fünf bis zehn Prozent unter die empfohlene Saatmenge je Hektar reduziert, spart zunächst Saatgut. Pflanzenbaulich ist das jedoch häufig die teuerste Einsparung. Eine höhere Aussaatstärke bedeutet mehr Pflanzen pro Quadratmeter – und damit mehr Wurzelmasse, mehr Bodenerschließung und mehr biologische Leistung. Jede einzelne Pflanze trägt dazu bei, den Boden zu durchwurzeln, Nährstoffe zu erschließen und den Bestand schneller zu schließen.

Gerade in Kartoffel- und Rübenfruchtfolgen ist das von besonderer Bedeutung. Die phytosanitäre Wirkung einer Zwischenfrucht entsteht nicht nur durch die Resistenz der verwendeten Sorte, sondern auch durch die Anzahl leistungsfähiger Pflanzen auf der Fläche. Mehr Ölrettichpflanzen bedeuten mehr Wurzelkontakte im Boden und damit eine höhere Wirkung gegen Nematoden. Gleichzeitig wird Ausfallgetreide früher unterdrückt und Unkraut konsequenter beschattet.

Lückige Bestände dagegen bedeuten:

  • weniger Wurzelmasse,
  • geringere Nährstoffaufnahme,
  • schwächere Nematodenwirkung,
  • mehr Ausfallgetreide,
  • mehr Unkraut,
  • häufig zusätzlichen Herbizid- oder Glyphosateinsatz im Frühjahr.

Ich behaupte deshalb bewusst: Ein paar Kilogramm Saatgut kosten deutlich weniger als eine Glyphosatmaßnahme im Frühjahr.

Oder anders formuliert: Saatgut ist der günstigste Pflanzenschutz.
Der Euro, der an der Aussaatstärke gespart wird, landet häufig später in der Pflanzenschutzspritze

.

5. Das Ausfallgetreide arbeitet gegen die Zwischenfrucht

Viele Bestände sehen im September auf den ersten Blick hervorragend aus. Schaut man genauer hin, besteht jedoch ein erheblicher Teil der Biomasse aus Ausfallgerste oder Ausfallweizen. Hier arbeitet das Ausfallgetreide gegen die Zwischenfrucht! Das ist der häufigste der fünf genannten Fehler! Viele Betriebe warten bewusst mit der Aussaat der Zwischenfrucht, bis das Ausfallgetreide vollständig aufgelaufen ist, um es anschließend mechanisch zu bekämpfen. Dadurch gehen jedoch der Zwischenfrucht häufig zwei bis drei Wochen wertvolle Vegetationszeit verloren. Gerade diese Wochen entscheiden aber über Biomasse, Wurzelentwicklung und den späteren Vorfruchtwert.

Eine Alternative kann deshalb sein, die Zwischenfrucht unmittelbar nach der Ernte auszusäen und das auflaufende Ausfallgetreide anschließend mit einem selektiven Gräserherbizid (Zulassung beachten), beispielsweise Fusilade Max®, zu beseitigen. Die Zwischenfrucht kann sich dadurch vom ersten Tag an entwickeln und nutzt die längere Vegetationszeit vollständig aus.

Das Ergebnis sind:

  • deutlich mehr Wurzelmasse,
  • schnellere Bodenbedeckung,
  • bessere Unkrautunterdrückung,
  • höhere Nährstoffaufnahme,
  • stärkere phytosanitäre Wirkung, beispielsweise gegen Nematoden.

Wer dagegen erst auf den vollständigen Auflauf des Ausfallgetreides wartet, verschenkt manchmal genau die Wachstumszeit, die einer Zwischenfrucht später fehlt.

Folgender Grundsatz gilt daher:
Nicht das Ausfallgetreide bestimmt den Aussaattermin der Zwischenfrucht,
sondern die Zwischenfrucht bestimmt den Erfolg der Folgekultur.

Fazit

Im Herbst ist die Zeit, sich die Zwischenfruchtbestände anzuschauen und zu überlegen, was im folgenden Jahr besser gemacht werden kann. Zwischenfrüchte müssen ein eigenständiges Fruchtfolgeglied sein. Ihr Erfolg entscheidet sich nicht bei der Mischungswahl, sondern im Management. Eine gute Zwischenfrucht erkennt man nicht an möglichst vielen Arten oder möglichst viel oberirdischer Biomasse. Entscheidend ist ihre Leistung im Boden: ein dichter Bestand mit hoher Wurzelmasse, konsequenter Unkraut- und Ausfallgetreideunterdrückung, einer hohen Nährstoffeffizienz und – je nach Fruchtfolge – einer wirksamen phytosanitären Leistung.

Wer bei Saatbett, Aussaattechnik, Aussaatstärke oder Bestandesführung spart oder bereits im Frühjahr die Nachbauverträglichkeit seines Herbizidprogramms aus den Augen verliert, verschenkt einen Großteil dieses Potenzials.

Im Frühjahr sollte kein verunkrauteter oder halb abgestorbener Zwischenfruchtbestand auf der Fläche stehen, sondern ein dichter, sauber abgefrorener Bestand ohne Ausfallgetreide, der optimale Bedingungen für Kartoffeln, Zuckerrüben oder Mais hinterlässt. Denn der Vorfruchtwert einer Zwischenfrucht wird ausschließlich am Ertrag der folgenden Hauptfrucht gemessen.


Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Artikel behandelt die häufigsten Fehler beim Zwischenfruchtanbau und betont die Bedeutung einer professionellen Bestandesführung. Entscheidend sind nicht die Mischungswahl, sondern Aussaat, Management und Bestandesführung. Fehler umfassen unzureichende Stickstoffversorgung, schlechte Saatbettvorbereitung, unpassende Mischung zum Saattermin, zu geringe Aussaatstärke und Ausfallgetreide. Ein dichter Bestand mit hoher Wurzelmasse und Unkrautunterdrückung ist entscheidend. Der Erfolg der Zwischenfrucht zeigt sich im Ertrag der folgenden Hauptfrucht.

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