Barrierefreie Anpassungen  
Wählen Sie Ihre Einstellungen

Schriftgröße

 

Zeilenabstand

 

Wortabstand

 

Graustufen-Bilder

 

Alles zurücksetzen
 
öffne Menü Sortenfinder
Sorten-icon Sortenfinder
Qualität :




Eigenschaften :







Sortenfinder immer anzeigen

Besuchen Sie uns auf facebook  Besuchen Sie uns auf instagram  Besuchen Sie uns auf youtube  Besuchen Sie uns auf linkedin 
Home / Getreide / Hafer / Futterhafer
Futterhafer
Unsere Empfehlungen im bundesweiten Durchschnitt
Blick von oben auf einen schmalen Pfad zwischen zwei hohen, dichten Grasflächen. (automatisch generiert durch KI)

Sommerhafer in Herbstaussaat – ja, aber richtig!

Durch den fortschreitenden Klimawandel wird der Anbau von Sommergetreide in Herbstaussaat sinnvoller und weniger risikoreich. Nach Sommerweizen und Sommergerste steht nun auch Sommerhafer im Fokus der Anbauer. Die Anforderungen an die Sortenwahl sind dabei jedoch höher und z. T. anders als bei normaler Frühjahrsaussaat. Dr. Steffen Beuch, Nordsaat Saatzucht, kann auf fundierte Versuchsergebnisse zurückgreifen.

Der Sortentyp des „Wechselweizens“ sorgte vor rund zwei Jahrzehnten für neue Ansätze bei der Spätsaat des Winterweizens im Herbst.


Immer mehr Sommergetreide in Herbstaussaat

Auch Sommergerste in Herbstaussaat auszusäen, ist mittlerweile in vielen Regionen nicht mehr unüblich. Hierbei sollen durch die Auswahl qualitativ hochwertiger Braugerstensorten aus der Sommergerstenzüchtung ökonomische Vorteile erreicht werden. Die Preise für bestimmte Braugerstensorten liegen bei Sommergerste in der Regel über den Preisen, die für Winterbraugerstensorten gezahlt werden. Bei gleichem Kornertrag kann folglich ein wirtschaftlicher Mehrwert erzielt werden, wenn Sommerbraugerste in die Herbstaussaat gestellt wird. Gemäß aktuellen Angaben der Braugerstengemeinschaft wurde 2025 in Deutschland auf ca. 390.000 ha Braugerste erzeugt. Davon entfielen etwa 34.000 ha auf den Anbau von Sommergerste in Herbstaussaat, während „echte“ Winterbraugerste auf einer etwas geringeren Fläche von rund 30.000 ha kultiviert worden ist.


Europaweite Erfahrung mit Sommerhafer in Herbstaussaat

Rund um das Mittelmeer: In anderen europäischen Regionen ist die Aussaat von Sommerhafer im Herbst bereits heute kein unübliches Verfahren. Rund um das Mittelmeer (Spanien, Italien, Nordafrika) ist diese Art des Haferanbaus sogar die einzige Möglichkeit, zufriedenstellende Erträge und Qualitäten zu erzielen. Jährlich früh einsetzende Trockenheit und Hitze und knappe Niederschläge erfordern eine angepasste Phänologie des Hafers, die im praktischen Anbau vor allem durch die Nutzung der braun bespelzten Haferart Avena byzantina (Mittelmeerhafer, roter Hafer) erreicht wird. Im Vergleich zu unserem Kulturhafer Avena sativa ist Avena byzantina durch deutlich schwächere Erträge bei früherer Jugendentwicklung und Reife gekennzeichnet.

Irland: Eine etwas andere Situation liegt in Irland vor. Die Wasser- und Temperaturverhältnisse sind für den Haferanbau dort zumeist nahe am Optimum, sodass in Irland regelmäßig die weltweit höchsten Hafererträge erzielt werden. In Abhängigkeit von den jeweiligen Aussaatverhältnissen wird Hafer dort sowohl in die Herbst- als auch in die Frühjahrsaussaat gestellt. Die irische Landwirtschaftsbehörde Teagasc gibt an, dass in Irland jährlich etwa 10.000 ha Hafer im Herbst und etwa 14.000 ha im Frühjahr ausgesät werden. Auch wenn die Aussaatverhältnisse es zulassen würden, findet in Irland aufgrund der limitierten Wachstumsbedingungen im Normalfall keine Aussaat von Getreide zwischen Mitte November und Mitte-Ende Januar statt. Die gesamte irische Haferfläche wird ausschließlich mit Sommerhafersorten bestellt, unabhängig davon, ob der Aussaattermin im Herbst oder im Frühjahr liegt. Auf zwei Dritteln der Anbaufläche steht in Irland dabei seit vielen Jahren die frühreife, sehr robuste und ertragstreue Sommerhafersorte Husky.


Feld mit verschiedenen Getreidesorten, im Vordergrund ein Schild mit der Aufschrift `Husky`. Bäume im Hintergrund. (automatisch generiert durch KI)
HUSKY: Bildquelle (alle Bilder) Beuch


Sommerhafer hat die schnellere Jugendentwicklung

Natürlich entscheiden vor allem das Überwinterungsvermögen und die Kompensationsfähigkeit einer Sommergetreidesorte über ihr Potenzial für die Herbstaussaat. Im Vergleich mit echtem Winterhafer fällt bei Herbstaussaat zunächst die schnellere Jugendentwicklung von Sommerhafer auf (s. untenstehendes Bild). Auch die Wüchsigkeit und die Blattmasse sind bei Sommerhafer zumeist deutlich höher als bei Winterhafer. Das birgt die Gefahr, dass ohne eine Schneeauflage Kahlfröste bei Sommerhafer eher als bei Winterhafer zu Schäden führen. Allerdings ist Sommerhafer bis zu einem gewissen Grad kältetolerant (toleranter als z. B. Sommergerste). Darüber hinaus hat echter Winterhafer unter allen heimischen Wintergetreidearten die geringste Frosthärte. Dies führt dazu, dass speziell gezüchteter Winterhafer in Europa aufgrund des Auswinterungsrisikos bisher nur in Großbritannien und Frankreich in größerem Umfang Anbauwürdigkeit erreicht hat.


Reihen von jungen Pflanzen wachsen auf einem Acker mit dunkler Erde. (automatisch generiert durch KI)
Schnellere Jugendentwicklung von Sommerhafer bei Herbstaussaat (links)


CROPDIVA: Internationaler Saatzeiten-Versuch

Im europäischen Verbundprojekt CROPDIVA (www.cropdiva.eu) wurde 2022 und 2023 die Eignung eines großen Sortimentes verschiedener aktueller und älterer Sommerhafersorten für die Herbstaussaat in Feldversuchen untersucht. Die Versuchsstandorte lagen in typischen Winterhafergebieten (Wales-ABU) und Übergangslagen für dessen Anbau (Schweiz-WBF, Österreich-BOKU, Mitteldeutschland-DH, Nordostdeutschland-NORD). Differenzierende Auswinterung trat in einem Drittel aller Versuche (nur in Österreich und Nordostdeutschland) auf. Einmal winterte ein Versuch komplett aus (Nordostdeutschland).

Interessanterweise kompensierten viele Sommerhaferpflanzen die Frostschäden durch eine gute Bestockung. Am Ende stand ein Mehrertrag von 25 % für Sommerhafer in Herbstaussaat gegenüber Frühjahrsaussaat über alle Sorten und Standorte hinweg. Herbstaussaat führte bei Sommerhafer zu früherem Rispenschieben (13 Tage), einer um 5–20 Tage früheren Reife, einem etwas geringeren Mehltaubefall, 15 cm längeren Pflanzen und zu einer höheren Lagerneigung. Zusätzlich zu den höheren Erträgen war die äußere Kornqualität bei den im Herbst gesäten Hafersorten in der Regel besser als bei den im Frühjahr gesäten Sorten. Das Hektolitergewicht stieg um 13 %, der Kernanteil um 9 % und die Schälbarkeit um 1 % (s. Tab. 1 und 2).


Tabelle zur Eignung von Hafersorten für die Herbstaussaat mit Daten zu Rispen, Mehltau, Pflanzenhöhe, Lager und Kornertag. (automatisch generiert durch KI)
Entwicklung, Ertrag, Gesundheit

Tabelle zur Eignung von Hafersorten für die Herbstaussaat mit Daten zu TKG, HLG, Fett, Schalenbeteiligung, Protein und Stärke. (automatisch generiert durch KI)
Qualität


Blick von oben auf einen schmalen Pfad zwischen zwei hohen, dichten Grasflächen. (automatisch generiert durch KI)
Sommerhafersorten Karl (links im Bild, ungeeignet) und Delfin (rechts im Bild, geeignet) in Feldversuchen bei Herbstaussaat- Bonituren zwischen 1 (komplett grün, keine Pflanzenverluste) und 9 (ausgewintert) für den Stand nach Winter

Sorte: Karl (links im Bild)

Sorte: Delfin (rechts im Bild)

Ertrag: 74,4 dt/ha

Ertrag: 90,8 dt/ha

Auswinterungsstand nach Winter: 4,9

Auswinterungsstandnach Winter: 3,4


Sortenunterschiede beachten

Die Forscher des CROPDIVA-Konsortiums empfehlen, die Bestandesführung von Sommerhafer bei Herbstaussaat auf das erhöhte Lagerrisiko und einen möglichen Fusariumbefall (Vorfrucht Mais ohne Pflug) auszurichten. Lageranfällige, sehr niedrigwüchsige Sommerhafersorten (negative Wechselwirkung mit der Fusariumtoleranz, s. dazu auch www.praxisnah.de/202015 und www.praxisnah.de/202346) sind folglich für die Herbstaussaat ungeeignet. Besonders geeignet für eine Herbstaussaat sind die Sorten SCOTTY und Delfin, aber auch WARAN und LION lieferten in verschiedenen Versuchen sehr passable Leistungen.


Fazit

Diese Ergebnisse sind sehr motivierend, sich weiter mit dem Thema Sommerhafer in Herbstaussaat zu beschäftigen. Die vorhandenen Sortenunterschiede in der Eignung für die Herbstaussaat sollten dringend genutzt werden (Bild 3).


Schnell gelesen (Kurzfassung):

In Europa, insbesondere rund um das Mittelmeer, ist die Herbstaussaat von Sommerhafer bereits üblich. Dort sorgt der als Avena byzantina bekannte Mittelmeerhafer für besser angepasste Erträge, auch wenn er geringere Erträge als der gängige Kulturhafer Avena sativa aufweist. In Irland hingegen sind die Wetterbedingungen für den Haferanbau ideal, was zu den höchsten Erträgen der Welt führt. Irische Landwirte säen durchschnittlich 10.000 ha Hafer im Herbst und 14.000 ha im Frühjahr, ausschließlich mit Sommerhafersorten.

Eine internationale Studie namens CROPDIVA hat gezeigt, dass Sommerhafer bei Herbstaussaat im Durchschnitt 25 % höhere Erträge als Frühjahrsaussaat bringt und auch die Kornqualität ist besser. Die Forschenden empfehlen, auf Sorten mit geringem Lager- und Fusariumbefall zu achten, wobei geeignete Sorten Scotty, Delfin, Waran und Lion sind. Diese Ergebnisse motivieren zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema Sommerhafer in Herbstaussaat und zur optimalen Nutzung der Sortenunterschiede.

Kurz zu den Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.




Mehr Details


Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten verwendet werden, um die Benutzererfahrung effizienter zu gestalten. Laut Gesetz können wir Cookies auf Ihrem Gerät speichern, wenn diese für den Betrieb dieser Seite unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen benötigen wir Ihre Erlaubnis. Diese Seite verwendet unterschiedliche Cookie-Typen. Einige Cookies werden von Drittparteien platziert, die auf unseren Seiten erscheinen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit von der Cookie-Erklärung auf unserer Website ändern oder wiederrufen. Erfahren Sie in unserer Datenschutzrichtlinie mehr darüber, wer wir sind, wie Sie uns kontaktieren können und wie wir personenbezogene Daten verarbeiten. Ihre Einwilligung trifft auf die folgende Domain zu: www.saaten-union.de

Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Die Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher mit Webseiten interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.

Marketing-Cookies werden verwendet, um Besuchern auf Webseiten zu folgen. Die Absicht ist, Anzeigen zu zeigen, die relevant und ansprechend für den einzelnen Benutzer sind und daher wertvoller für Publisher und werbetreibende Drittparteien sind.

Schließen
Individuelle Cookie-Einstellungen
Notwendige Cookies sind Cookies, die für den Betrieb einer Internetseite erforderlich sind.

YouTube

Anbieter
Google LLC
Beschreibung
Cookie von Google, dient der Bereitstellung und Verbesserung personalisierter Nutzererfahrung auf Google-Plattformen.
Cookie-Name
YouTube
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://policies.google.com/privacy?hl=de

Google Analytics

Anbieter
Google LLC
Beschreibung
Cookie von Google, wird für Analysen der Internetseite genutzt. Enthalten sind allgemeine statistische Daten, wie der Besucher die Internetseite benutzt.
Cookie-Name
gatrackingid
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://policies.google.com/privacy?hl=de

Ahrefs

Anbieter
Ahrefs Pte. Ltd. (UEN 201227417H), Singapur
Beschreibung
Cookie von Ahrefs, wird für Analyse der Website-Leistung für SEO-Zwecke, u. a. Auswertung von Seitenaufrufen, Interaktionen, Sichtbarkeit/Rankings, Backlinks sowie Erkennung technischer Fehler verwendet. Die Erkenntnisse helfen, Inhalte zu verbessern und technische Probleme zu beheben.

Ahrefs Pte Ltd (UEN 201227417H), 16 Raffles Quay #33-03, Hong Leong Building, Singapore 048581. EU-Vertreter: VeraSafe Ireland Ltd., Unit 3D North Point House, North Point Business Park, New Mallow Road, Cork T23AT2P, Irland.
Cookie-Name
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://ahrefs.com/de/legal/privacy-policy


Schließen