Fachberater berichten über ihre regionsspezifischen Erfahrungen, Schwerpunkte und Beobachtungen rund um den Zwischenfruchtanbau in 2025 und bieten damit Einblicke in die aktuelle Praxis.
Region Süd, Franz Unterforsthuber, Fachberater für Südbayern: „Zwischenfrüchte steigern die Wirtschaftlichkeit des Körnermaisanbaues.“
Der Fokus liegt eindeutig auf den Zwischenfruchteffekten im Körnermaisanbau. Ein Exaktversuch auf der SAATEN-UNION Versuchsstation Bayern zeigte, dass der Anbau von Zwischenfrüchten nach Wintergerste deutliche Vorteile für den Maisertrag bringt.
Ergebnisse:
- Der Körnermais erzielte nach der Zwischenfrucht (Mais-Düngung mit 160 kg/ha N) einen Mehrertrag von über 10 dt/ha über alle Zwischenfruchtmischungen hinweg im Vergleich zu Parzellen ohne Zwischenfrucht.
- Das entspricht einem monetären Vorteil von rund 200 €/ha.
- Die frühe Saat der Zwischenfrucht Ende Juli wirkte sich positiv auf die Zwischenfruchtbiomasse aus und führte zu einem um 1 % niedrigeren Wassergehalt im Maiskorn – ein ökonomisch wichtiger Faktor für die Trocknungskosten und damit die Gesamtwirtschaftlichkeit.
Die Ertrags- und Qualitätssteigerungen lassen sich vor allem auf die über den Winter gebundene Stickstoffmenge, die Förderung der Bodenbiologie sowie die Verbesserung der Bodenstruktur zurückführen. Ein besseres Porenvolumen und eine erhöhte Durchlüftung schaffen optimale Bedingungen für die Wurzelentwicklung des Maises. Da die Frage der Wirtschaftlichkeit des Zwischenfruchtanbaus für viele Betriebe entscheidend ist, zeigt der Versuch eindrucksvoll, dass der gezielte Einsatz von Zwischenfrüchten einen wesentlichen Baustein für erfolgreichen und wirtschaftlichen Maisanbau darstellt.
Region Nordost, Jonas Fahrenkrog, Fachberater für Schleswig-Holstein: „Versuche werden zeigen, ob Drohnenaussaat hier geeignet ist.“
Im Norden liegt der Schwerpunkt auf der Anpassung der Zwischenfruchtstrategie an Fruchtfolgen mit intensivem Rapsanbau sowie auf der Erprobung neuer Aussaattechniken. In Raps- und Kohlfruchtfolgen stellt die hohe Kohlhernie-Belastung eine besondere Herausforderung dar, weshalb auf Kreuzblütler in der Zwischenfrucht verzichtet werden muss.
Als geeignete Alternative hat sich Phacelia als Hauptkomponente bewährt, kombiniert mit Rauhafer, Öllein und Leguminosen wie Klee oder Wicke, beispielsweise in Form von viterra® RAPS.
Auf Milchviehbetrieben mit maisintensiven Fruchtfolgen dominieren dagegen Mischungen mit hohem Ölrettich-Anteil wie viterra® Mais oder Varianten mit Futterraps bzw. Rübsen, etwa viterra® Wintergrün.
Im Sommer 2025 startete in Schleswig-Holstein das dreijährige Innovationsprojekt „Flugsaat“, in dem die SAATEN-UNION und weitere Projektpartner im Rahmen eines EIP-Vorhabens die Drohnensaat in stehende Getreidebestände – also die Vorerntesaat – testet. Die bisherigen Ergebnisse fallen noch sehr unterschiedlich aus und reichen von hervorragenden Beständen bis hin zu Totalausfällen. In den kommenden zwei Jahren sollen weitere Erfahrungen gesammelt werden, um schließlich einen praxisgerechten Leitfaden entwickeln zu können.
Region West, Winfried Meyer-Coors und Dominique Haupt, Fachberater für Niedersachsen: „Zwischenfrüchte sind in Wasserschutzgebieten und Roten Gebieten essenziell.“
Zwischenfrüchte sind hier ein zentraler Baustein des Grundwasserschutzes, besonders in Roten Gebieten und Wasserschutzgebieten mit strengen Düngungsauflagen. Die Roten Gebiete stellen eine Herausforderung dar, da die Pflicht zum Anbau einer Zwischenfrucht nach frühräumender Kultur vor einer zu düngenden Sommerung auf ein Düngeverbot der Zwischenfrucht im Herbst trifft. Ausgenommen sind lediglich bestimmte organische Dünger.
Für Maisfruchtfolgen werden daher Mischungen mit Leguminosenanteilen und winterharten Komponenten, wie etwa viterra® Mais Struktur, empfohlen, um Stickstoff in die Fruchtfolge einzubringen und ihn über den Winter zu sichern. In Kartoffelfruchtfolgen hingegen ist der Einsatz von resistentem Ölrettich aus phytosanitären Gründen von besonderer Bedeutung, beispielsweise in Form von viterra® Potato.
Die Management-Lektion für 2025 zeigte in diesem Gebiet, dass unter den heißen und trockenen Bedingungen zum optimalen Aussaatzeitpunkt eine sorgfältige Stoppelbearbeitung und das Abwarten auf ausreichende Niederschläge entscheidend für eine gute Bestandsentwicklung waren.
Schnell gelesen (Kurzfassung):
In der Region Süd zeigt ein Versuch, dass der Anbau von Zwischenfrüchten nach Wintergerste den Maisertrag um über 10 dt/ha steigert, was monetär etwa 200 €/ha entspricht. Frühzeitige Saat der Zwischenfrucht führt auch zu einem niedrigeren Wassergehalt im Maiskorn, was die Trocknungskosten senkt. Die Vorteile sind auf gebundenen Stickstoff, bessere Bodenbiologie und -struktur zurückzuführen, die optimale Bedingungen für die Wurzelentwicklung schaffen.
In West-Niedersachsen sind Zwischenfrüchte wichtig für den Grundwasserschutz, besonders in Gebieten mit strengen Düngungsauflagen. Hier werden Mischungen empfohlen, die Stickstoff einbringen, während Ölrettich in Kartoffelfruchtfolgen aus phytosanitären Gründen wichtig ist.
Im Nordosten liegt der Schwerpunkt auf der Anpassung der Zwischenfruchtstrategie an Fruchtfolgen mit intensivem Rapsanbau sowie auf der Erprobung neuer Aussaattechniken. Ein Innovationsprojekt zur Drohnensaat soll in den nächsten Jahren mehr Erkenntnisse liefern.
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