KW 31: Etablierung der Zwischenfrucht als Untersaat: neue Ergebnisse!
KW 31: Etablierung der Zwischenfrucht als Untersaat: neue Ergebnisse!

Wir begleiten in diesem Jahr einen Praxisversuch zur Untersaat. Die Anforderung des Öko-Betriebs: Gute Etablierung der Zwischenfrucht bei geringen Niederschlägen nach der Ernte der Hauptfrucht. Die Idee: Die Zwischenfrucht mit dem letzten Striegelgang als Untersaat in den stehenden Getreidebestand einbringen. Stefan Ruhnke, unser Projektmanager für Biokulturen, hat erneut die Fläche kontrolliert und deutliche Unterschiede feststellen können.

(Weitere Informationen und vorherige Eindrücke können Sie in den Beiträgen aus KW 22 und KW 16 nachlesen.)

Bei der Betrachtung der drei Kulturen Winterweizen, Wintertriticale und Winterdinkel zeigen sich klare Unterschiede bei der Entwicklung der Untersaat. Besonders in dem lichteren Triticalebestand kann man ein deutlich fortgeschrittenes Wachstum der Untersaat erkennen. Gerade die Winterrübse und der Winterfutterraps bilden in den lichteren Bereichen sehr massige Pflanzen.

Abbildung 1: Von licht bis dicht. Untersaat in der Wintertriticale an verschiedenen Stellen im Bestand am 16.07.2021
Abbildung 1: Von licht bis dicht. Untersaat in der Wintertriticale an verschiedenen Stellen im Bestand am 16.07.2021

Da die Pflanzen nicht in das Längenwachstum übergegangen sind, blieb ein Überwachsen des Bestandes aus und die Wintertriticale konnte in der vergangenen Woche ohne große Probleme geerntet werden.

Abbildung 2: Untersaat nach der Beerntung der Wintertriticale in der vergangenen Woche.
Abbildung 2: Untersaat nach der Beerntung der Wintertriticale in der vergangenen Woche.

Andere Komponenten wie die Phacelia entwickeln recht kleine Einzelpflanzen. Diese haben lediglich den Winterweizen überwachsen (Höhe ca. 75,0 cm). Die Phacelia ist bereits vollständig abgereift und sollte beim Drusch des Winterweizens, auch aufgrund des geringen Wuchses, keine Probleme bereiten.

Ein Grund für die schwache Entwicklung der Phacelia kann, neben der Konkurrenz zur Hauptkultur, das Aussaatverfahren (mittels Grünlandstriegel im Rahmen der letzten Unkrautbehandlung im Frühjahr) gewesen sein. Gleiches gilt aller Wahrscheinlichkeit nach auch für den Leindotter, der nur vereinzelt in den Beständen zu finden war. Die Verwendung dieser beiden Kulturen muss somit hinsichtlich ihrer Eignung als Untersaat überdacht werden. Ob es hier auch Sortenunterschiede zu beachten gibt, muss noch geprüft werden.

Abbildung 3: Phacelia und Leindotter am 16.07.2021
Abbildung 3: Phacelia und Leindotter am 16.07.2021

Der Inkarnatklee ist dagegen durchweg überall zu finden und zeigt auch ein gutes Wurzelwachstum, mit deutlich zu erkennenden Knöllchenbakterien.

Abbildung 4: Gut ausgeprägtes Wurzelwachstum beim Inkarnatklee.
Abbildung 4: Gut ausgeprägtes Wurzelwachstum beim Inkarnatklee.

Neben den Komponenten der Untersaat gilt es auch noch die Hauptkulturen zu bewerten. Gerade Kulturen wie Dinkel unterdrücken nicht nur die Ackerbegleitflora, sondern auch die Untersaat. Ob sich die Untersaat nach der Ernte des Dinkels behaupten kann, bleibt abzuwarten.

Bei Fragen zum Versuch melden Sie sich gern direkt bei Stefan Ruhnke.


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