KW 50: Untersaat im Getreide richtig platzieren
KW 50: Untersaat im Getreide richtig platzieren

Je nach Untersaat kann die Aussaat entweder im Herbst oder im Frühjahr erfolgen. Wichtig für beide Termine ist dabei insbesondere im ökologischen Landbau eine ausreichende Unkrautregulierung im Vorfeld. Stefan Ruhnke, Projektmanager Biokulturen, zeigt wie der optimale Aussaattermin zu wählen ist und wie Hauptfrucht und Untersaat bestmöglich aufeinander abgestimmt werden.

Bei einem geringen Unkrautdruck sollte die Etablierung der Untersaat so früh wie möglich erfolgen. Hierbei gilt es allerdings die Konkurrenz um Wasser, Nährstoffe und Licht zwischen Haupt- und Untersaat zu berücksichtigen. Entwickelt sich die Untersaat zu stark, behindert sie die Hauptfrucht (Abb. 1). Ist die Beschattung durch die Hauptfrucht zu stark, wird die Ertragsfähigkeit der Untersaat reduziert.

Abb. 1: WINTERGOLD mit durchwachsender Luzerne
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Abb. 1: WINTERGOLD mit durchwachsender Luzerne

Als Deckfrucht sind alle bekannten Getreidesorten geeignet. Beim Winterweizen ist die Verwendung von Einzelähren-Typen sinnvoll. Zusätzlich kann die Bestandsbildung der Untersaat durch weitere Reihenabstände gefördert werden, was wiederum den Einsatz der Hacke im Getreide und eine effektivere Unkrautbekämpfung ermöglicht (Abb. 2).

Abb. 2: Weite Reihe im Winterweizen erleichtert die Untersaat
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Abb. 2: Weite Reihe im Winterweizen erleichtert die Untersaat

Aussaat

Im Frühjahr sollte die Untersaat zwischen Bestockung und Schossen des Getreides gesät werden.

Für die Aussaat stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Gerade im ökologischen Landbau bietet sich die Ausbringung der Untersaat in Kombination mit der mechanischen Unkrautregulierung an. Steht diese nicht zur Verfügung, hat sich auch der Einsatz der Drillmaschine mit hochgestellten Scharen bewährt, um eine gleichmäßige Aussaat zu gewährleisten.

Ist die Untersaat gesät, ist eine weitere Unkrautregulierung mit Hacke und Striegel nicht mehr möglich. Zwar wird der Untersaat eine unkrautregulierende Wirkung nachgesagt, doch kommt diese erst zum Tragen, wenn der Bestand einen ausreichenden Entwicklungsvorsprung gegenüber der Ackerbegleitflora hat. Ist dieser gegeben, ist nach der Ernte der Hauptfrucht auch weiterhin eine gute Konkurrenzkraft der Untersaat gegeben. Zusätzlich sollte aufgrund der längeren Bodenruhe besonders auf Unkräuter wie Ampfer und Quecke geachtet werden.

Damit sich der Bestand auch nach der Ernte der Hauptfrucht entwickeln kann, muss das Stroh geborgen werden, damit die Untersaat nicht durch die Strohmatte unterdrückt wird (Abb. 3).

Abb. 3: Untersaat nach Ernte der Hauptfrucht und Strohabfuhr
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Abb. 3: Untersaat nach Ernte der Hauptfrucht und Strohabfuhr

Bezüglich der Düngung sind während der Entwicklung keine erhöhten Gaben notwendig. Über Gülle oder Gärrest kann direkt nach der Ernte die Entwicklung der Untersaat deutlich gefördert werden.

Gerade in trockenen Regionen hat die Untersaat hinsichtlich der Etablierung eines Zwischenfruchtbestandes einen deutlichen Vorteil gegenüber der Stoppelsaat.

V-Max®, das neue Biomasse- und Ackerfutterprogramm der SAATEN-UNION, wird im kommenden Jahr auch den Bereich Untersaaten umfassen. Dabei ist eine bewährte Getreideuntersaat aus Deutschem Weidelgras und Weißklee. Diese Kombination sorgt für sichere Unkrautunterdrückung und eine hohe Wurzelleistung.

Bei Fragen zu dem Thema melden Sie sich gern bei Herrn Ruhnke. Hier finden Sie seine Kontaktdaten.


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