In den letzten Jahrezehnten sind bei allen Getreidearten und auch bei Raps die Erträge kontiniuierlich angestiegen: Züchtungsfortschritt, verbesserte Pflanzenernährung, der chemische Pflanzenschutz sowie der technische Fortschritt waren die "Ertragstreiber". Doch seit Jahren flachen die Ertragskurven ab - nicht jedoch die der Wintergerste (s. Abbildung).
Was könnten die Gründe hierfür sein?
In den letzten Jahren zeigte sich immer wieder, was Gerste unter schwierigen Witterungsbedingungen leisten kann. Das Frühjahr 2025 z. B. war eines der trockensten seit Beginn der der Wetteraufzeichnungen (Deutscher Wetterdienst). Die dann fallenden, oft spärlichen, Niederschläge kamen für die Gerste genau zur rechten Zeit. Als die Sommerhitze einsetzte, war die Ertragsbildung der Gerste weitgehend abgeschlossen. Dadurch konnte die Kulturpflanze die Hitzeperiode deutlich besser verkraften als z. B. Weizen und brachte hohe Erträge bei gleichzeitig guter Qualität.
Die Praxis hat gezeigt:
- Gerste ist bei Trockenheit ertragssicherer als Stoppelweizen.
- Und sie wird immer gesünder, denn die Züchtung u. a. auf Virusresistenzen hat in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet.
- Zudem räumt sie das Feld früh und ist damit eine gute Vorfrucht für Raps und Zuckerrüben. Nach Gerste lassen sich gut Zwischenfrüchte etablieren, nach denen dann z. B. Mais folgen kann.
- Die frühe Ernte entzerrt zudem die Arbeitsspitzen.
- Gerste punktet in Zeiten zunehmender Trockenheit und Sommerhitze.
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