In der praxisnah Ausgabe 4/2025 haben wir bereits über Bedeutung der Grundfutterkomponenten Silomais und Gras berichtet. Die Grundfutterration kann je nach Verfügbarkeit bzw. Flächenausstattung mais- oder grasbetont sein und ist daher sehr betriebsindividuell. Maismischungen im Feld haben das Potenzial der Grundfutteroptimierung. Daniel Ott, Produktmanager für Mais, berichtet über erste vielversprechende Ergebnisse aus dem Praxis-Fütterungsversuch mit der Maismischung SU Milk Boost.
Es besteht die Möglichkeit, die Grundfutterkomponenten ausschließlich im Trog bzw. im Futtermischwagen zu optimieren oder aber man startet damit bereits im Feld. Das ist der Grundgedanke bei Mischungen verschiedener Maissorten: Sie sollen sich mit Blick auf die Verbesserung der Grundfutterqualität ergänzen und dabei hinsichtlich der Abreife zusammenpassen. Das Konzept des Spezial-Mais-Gemenges SU MILK BOOST sieht eine Kombination aus drei Sorten mit sehr unterschiedlichen Profilen, aber aufeinander abgestimmtem Reifeverhalten vor. Während die erste Sorte den Schwerpunkt auf Stärke legt, ist es bei der zweiten das Ölprofil und der Ölgehalt. Die dritte Sorte – ein Buntmais – bringt Antioxidantien für die Tiergesundheit mit.
Nachdem die ersten Fütterungsversuche in Frankreich vielversprechende Ergebnisse lieferten, nahmen 2025 deutschlandweit landwirtschaftliche Betriebe an einem Praxistest mit SU MILK BOOST teil – begleitet von der SAATEN-UNION Vertriebsberatung, lokalen Fütterungsexperten und Analyselaboren. Für die teilnehmenden Betriebe stand dabei die Optimierung der eigenen Grundfutterration für die Milchproduktion und die Verbesserung der Futterqualität und Tiergesundheit im Vordergrund. Während Milchmenge und -qualität analysiert wurden, gingen Tierwohl und
-gesundheit als „weiche“ Faktoren in die Bewertung ein.
Silagequalität verbesserte sich deutlich
Die Qualitätsergebnisse aus den insgesamt 20 Silageanalysen der Ernte 2025 (s. Tab. 1) zeigen gegenüber einer Standard-Mais-Silage signifikante Vorteile:
- Der Rohfettgehalt (Richtwert: 2,5–4,0 %) liegt mit 4,7 % deutlich über dem Mittel.
- Der Stärkegehalt liegt mit 31 % deutlich unter dem Mittel.
- Die ELOS (Verdaulichkeit) ist mit 73 % am mittleren bis oberen Ende.
- Die ME Rind ist mit 11,4 ME rund 0,9 ME höher als das Versuchsmittel.
- Die NEL liegt mit 6,9 MJ/kg (Richtwert 6,3–6,8) leicht über dem Mittel.
Die Ergebnisse aus den Silageanalysen unterstreichen, dass der hohe Energiegehalt durch einen höheren Ölgehalt erreicht wurde und ein insgesamt eher niedriger Stärkegehalt zugunsten des Ölgehaltes vorliegt.
Das Öl ist eine gegensätzliche Energiequelle gegenüber der Stärke und senkt damit die Gefahr einer Pansenacidose. Dies erlaubt damit eine Erhöhung der Energiedichte in der Ration, was insbesondere bei Hochleistungskühen oder zu Laktationsbeginn zu messbar mehr Milch führen kann. Die überdurchschnittlichen Werte für Verdaulichkeit, ME und NEL zeigen: Mit dieser Maismischung konnten die Betriebe eine energiereiche und hochverdauliche Qualitätssilage erzeugen.
So weit die Theorie, wichtig sind dann natürlich die Erfahrungen im Stall. Eine verbesserte Qualität müsste sich in der Milchleistung und in der Milchzusammensetzung widerspiegeln – idealerweise auch in Tiergesundheit und Tierwohl. Letzteres ging in dieser Praxisstudie jedoch nur als weiches Kriterium in die Bewertung ein.
Und das sagen die teilnehmenden Praktiker:
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Lukas Schneider, ALM Schneider GbR„Wir hatten auf 5 ha SU MILK BOOST im Probeanbau und verfüttern seit Januar 2026. Das Ergebnis der Silage-Untersuchung hat unsere Erwartungen erfüllt. Neben knapp 34 % Stärke und 7,1 MJ NEL wurden 4,6 % Rohfett ermittelt. Insbesondere bei den frischmelkenden Kühen stellen wir eine verbesserte Persistenz fest. Die Kühe sind fitter, was wir auf die gute Grassilage 2025 in Kombination mit der sehr guten Maissilage zurückführen. Wir haben den Maisanbau für 2026 komplett auf SU MILK BOOST umgestellt.“ |
Darum bauen wir diese Maismischung an!
Familie Schneevoigt: Auch der Ölmais ist für uns interessant!
Annika und Frank Schneevoigt bewirtschaften seit 2025 einen Milchviehbetrieb im Wendland.
Die Herde mit einem Herdenschnitt von 12.700 kg und 1.000 kg Fetteiweiß besteht aus Schwarzbunten, Hereford und Rotbunten. 80 melkende Kühe stehen in einem Zweiraum-Laufstall und erreichen nicht selten 300.000 l Lebensleistung.
„Das ist ein tolles Stallsystem mit viel Platz und wenig Rangkämpfen. Damit kommen auch ältere Tiere sehr gut zurecht. Wir haben wenig Euter- und Klauenkrankheiten und daher wenig vorzeitige Abgänge“, begründet die Futterberaterin Annika Schneevoigt die lange Lebenszeit und die hohe Lebensleistung ihrer Tiere.
Von den ca. 250 ha LN entfallen ca. 30 ha auf Grünland und 40 ha auf Mais, die gesamte Fläche steht unter Beregnung. Die Hälfte der Maisfläche ist reiner Silomais, auf der anderen stehen Doppelnutzungssorten. „Doppelnutzungstypen geben uns die notwendige Flexibilität, die wir bei mittlerweile nur noch 450 mm Jahresniederschlag – schlecht verteilt – benötigen“, erläutert Frank Schneevoigt.
„Grundfutter ist bei uns das Wichtigste: Wir mähen das Gras 5 Mal im Jahr! Wir sparen nicht am Dünger – auch beim Mais nicht“, betonen beide unisono.
Die Motivation, SU Milk Boost einmal auszuprobieren, erläutert Annika Schneevoigt: „Wir füttern maislastig – das ist einfach günstiger. Wir brauchen Sorten mit geringem Stärkeanteil und hoher Restpflanzenverdaulichkeit. Und interessant war für uns auch der Ölmais: Wie viel Energie bringt der mit? Und was bringt die Zusammensetzung der Fettsäuren?“ Jetzt sind beide sehr gespannt auf die Ernte und die Ergebnisse der Futterumstellung.
Hier geht es zum Podcast zum Thema MilkBoost
Schnell gelesen (Kurzfassung):
Der Artikel präsentiert die Optimierung der Grundfutterqualität durch die Maismischung SU MILK BOOST, die aus drei Maissorten mit komplementären Eigenschaften besteht. Erste Fütterungsversuche in Deutschland zeigten signifikante Verbesserungen in der Silagequalität, darunter ein höherer Rohfett- und Energiegehalt sowie eine erhöhte Verdaulichkeit. Landwirte, die an dem Versuch teilgenommen haben, berichten von gesteigerter Milchproduktion und verbesserter Tiergesundheit.
Ein Betrieb, der unabhängig von dem Versuch die Mischung einsetzt, erläutert die Beweggründe.
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