Der Mais hat als Sommerung eine große Bedeutung in der Fruchtfolge, z. B. bei der Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz. Durch Einschränkungen bei der Biogas-Produktion werden Silomaisflächen zurückgehen, Körnermais jedoch wird an Bedeutung gewinnen. Der wirtschaftliche Erfolg dieser Kultur setzt hohe Erträge und möglichst geringe Trocknungskosten voraus. Wie diese Kultur durch hohe Erträge und möglichst geringe Trocknungskosten wirtschaftlich erfolgreich sein kann, erläutern die Fachberater Franz Unterforsthuber und Andreas Kornmann.
Der Klimawandel spielt dem Anbau von Körnermais in die Karten, denn die Kultur kann Hitze gut vertragen. Dank seiner hohen Nährstoffeffizienz und des geringen Pflanzenschutzbedarfs entspricht Mais zudem politischen Vorgaben. Entscheidend für hohe Kornerträge sind neben der Bodenbeschaffenheit und der optimalen Aussaat mit geeigneten Sorten vor allem eine ausgewogene Nährstoffversorgung sowie der schadfreie Herbizideinsatz.
Eine gute Bodenstruktur ist kein Zufall
Mais profitiert, stärker als viele andere Kulturen, von einer guten Bodenstruktur und einer guten Durchwurzelung im Vorfeld. Nur dann kann er sein Potenzial für ein ausgeprägtes Wurzelwerk ausschöpfen, das auf tiefgründigen Böden Wurzeltiefen von deutlich über einem Meter erreichen kann (Bilder 1, 2).
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Der Mais reagiert daher sehr positiv auf eine vorherige Zwischenfrucht (s. praxisnah 1/26, S. 32, Abb. 1).
Die Zwischenfrucht erweitert nicht nur den Wurzelhorizont für den Mais, sie stabilisiert auch die Bodenstruktur – die Nährstoffe werden zunächst konserviert und erst zum höchsten Bedarf während der Maisentwicklung Ende Juni/ Anfang Juli zur Verfügung gestellt. Das Bodenleben wird gefördert und so auch der Unterboden erschlossen – mit positiver Auswirkung auf die Nährstoffnachlieferung und Wasserverfügbarkeit zum Zeitpunkt der Maisblüte, auch unter trockenen Verhältnissen. Da die Kolbenanlage mit dem 6–8-Blattstadium beginnt und die Kornanlagen bis zur Blüte abgeschlossen sind, ist eine ausreichende Versorgung in diesem Zeitraum extrem ertragsrelevant.
Diesen positiven Effekt auf die Folgekultur Mais hat ein Zwischenfruchtbestand aber nur bei guter Entwicklung – besonders unterirdisch.
Mais reagiert bei ausreichenden Niederschlägen positiv auf eine tiefere und intensive Bodenbearbeitung. Die tiefe Grundbodenbearbeitung muss bereits zur Zwischenfrucht erfolgen, damit zur Saatbettbereitung möglichst flach gearbeitet werden kann. Direktsaaten sind in trockeneren Regionen und nur bei gut vorbereiteten, biologisch sehr aktiven Böden sinnvoll.
Die Aussaat legt den Grundstein für die gesamte Saison
1. Feldaufgang
Ein möglichst gleichmäßiger Feldaufgang ist essenziell für einen hohen Ertrag. Untersuchungen zeigen, dass Pflanzen, die nur 12 Stunden später als ihre Nachbarpflanzen auflaufen, einen 5 % geringeren Ertrag bringen. Bei mehr als 4 Tagen verzögertem Auflauf liegt der Einzelpflanzenertrag im Durchschnitt bei nur noch 50 % (Abb. 1). Eine Kompensation von schwächeren Pflanzen durch die Nachbarpflanzen ist nur bedingt möglich. Dies zeigt ein Versuch mit verschiedenen Schließsystemen, bei dem der Ertrag und die Anzahl der nach 24 Stunden aufgelaufenen Pflanzen sehr eng korreliert (Abb. 2).
Neben einem geeigneten Schließsystem tragen weitere Faktoren zu einem gleichmäßigen Feldaufgang bei:
- Die Bodentemperatur sollte über 10 °C liegen.
- Die Witterung nach der Saat sollte warm sein.
- Bodenbearbeitung auf Saattiefe, um die Kapillarität zu erhalten
- Unter sehr trockenen Bedingungen kann es hilfreich sein, mit Sternräumern am Maissägerät trockene Erde zur Seite zu räumen.
- Weiter ist alles zu vermeiden, was dazu führt, dass trockene Erde in die Säfurche fällt. Ein zu niedriger Schardruck kann hier problematisch sein.
2. Seitenwandverdichtungen
Seitenwandverdichtungen in der Säfurche wirken sich auf die Wurzelentwicklung der Maispflanze negativ aus. Nach Ausbildung der Keimwurzel beginnt der Mais ab dem 3-Blattstadium mit der Anlage des ersten nodalen Wurzelrings. Dieser befindet sich, abhängig von der Saattiefe, 2 bis 3 cm oberhalb des Saatkorns (s. Bild).
Im Laufe der Vegetation bildet Mais 5 bis 6 unterirdische Wurzelringe und später auch noch überirdische Kronenwurzeln, die in einem Winkel von ca. 45 Grad nach unten wachsen. Bei einer verdichteten Seitenwand ist die gesamte Wurzelentwicklung und somit auch das Ertragspotenzial stark eingeschränkt (s. Bild). Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, unter nicht zu feuchten Bedingungen zu säen und den Schardruck nur so hoch wie nötig einzustellen. Weiter sind moderne Schließsysteme an Einzelkornsämaschinen – bis zu einem bestimmten Grad – in der Lage, Seitenwandverdichtungen wieder aufzubrechen.
Sortenwahl: Unterschiedliche Standorte erfordern unterschiedliche Maistypen
Eine gute Maissorte zeichnet sich durch eine zügige, gleichmäßige Blattentwicklung, sichere Kolbenbefruchtung, gesunde Blätter, stabile Stängel und intakte, kräftige Wurzeln aus. Diese Eigenschaften ermöglichen eine lange Kornfüllung und sichere Ausreife – Voraussetzungen für hohe Kornerträge.
Die Sortenwahl richtet sich vor allem nach der Temperatursumme des Standorts. Auch Hangneigung und Wasserverfügbarkeit beeinflussen die Erwärmung des Bodens.
Standorte mit niedrigen Temperatursummen erfordern Sorten mit niedrigeren Reifezahlen. Zu beachten ist, dass Hartmais aufgrund seiner glasigen Kornstruktur unterhalb von 30 % Kornfeuchte nur langsam Wasser abgibt und Hartmaissorten deshalb häufig zu spät eingestuft werden.
Auf kälteren Böden sind Sorten mit guter Jugendentwicklung und Kältetoleranz gefragt. Entscheidend ist, wann die Kornfüllung beginnt und wie sich die Sorte bei kühlen Bedingungen entwickelt. WESLEY (höherer Hartmaisanteil) blüht trotz der Körnerreifezahl von 240 früh und beginnt entsprechend zeitig mit der Kornfüllung. Die gute Synchronisation von männlicher und weiblicher Blüte sichert die Befruchtung unter allen Bedingungen. Auch KELDEO (K 250) überzeugt durch eine gute Entwicklung unter kühleren Bedingungen. In wärmeren Gunstlagen mit enger Mais- oder Mais-Rüben-Fruchtfolge sollten Krankheiten wie Rhizoctonia an der Wurzel und Helminthosporium am Blatt besonders beachtet werden.
Da auf diesen wärmeren Standorten auch sehr niedrige Wassergehalte zur Ernte realisiert werden können, sollte man hier mittlere bis spätere Zahnmaise mit guter Gesundheit und sehr gutem Dry Down anbauen. Hier sind deutliche Sortenunterschiede in der Praxis zu beobachten. Die Zahnmaise HAMPTON (ca. K 250) und Indem 1012 (ca. K 300) zeigen hier bei gutem Abreifeverhalten die notwendige Stabilität und Gesundheit.
Ein Versuch zur Ertragsentwicklung von Mais während der Reifephase (Abb. 3) zeigt: Körnermais muss die physiologische Reife (Black Layer, erkennbar am schwarzen Punkt an der Kornunterseite) erreichen. Im Durchschnitt liegt dieser bei etwa 32 % Kornfeuchte, kann aber je nach Standort, Witterung und Sorte zwischen 35 % und unter 30 % variieren. Verringern z. B. Nährstoffmangel oder krankheitsbedingter Blattverlust die Assimilation, wird auch die Kornfüllung begrenzt. Ebenso verkürzen Temperaturen unter 13 °C während der frühen Abreife diesen Prozess. Unter Umständen ist dann bei 35 % Feuchte die Kornfüllung beendet. Bei Frost wird die Einlagerung sogar schlagartig gestoppt (s. praxisnah 1/26, S. 13). Somit sind gesunde Pflanzen und eine höhere Temperatur während der Abreife Voraussetzung für eine lange aktive Wasserabgabe mit entsprechendem Ertragszuwachs.
In der darauffolgenden passiven Phase beginnt der Vorteil der rascheren Wasserabgabe des Zahnmaises. Es ist nicht sinnvoll, auf späte Sorten zu setzen, wenn diese nicht ausreifen, ihr hohes Ertragspotenzial nicht umsetzen und nass gedroschen werden. Die dann hohen Trocknungskosten begrenzen die Wirtschaftlichkeit. Daher sind Sommerungen als Folgefrucht zu Körnermais sehr interessant, da der Mais so die Zeit bekommen kann, voll auszureifen.
Fazit
Körnermais gewinnt als wichtiges Glied in der Fruchtfolge zunehmend an Bedeutung. Hohe Kornerträge verlangen gut vorbereitete Böden, die eine starke Durchwurzelung ermöglichen und der Pflanze in der Hauptbedarfszeit Juni/Juli ausreichend Nährstoffe und Wasser zur Verfügung stellen. Daher passen Mais und Zwischenfrüchte hervorragend zusammen. Eine exakte Aussaat mit gleichmäßigem Feldaufgang ist Voraussetzung für einen homogenen Bestand und entsprechender Kolbenausbildung. Die Sortenwahl ist bzgl. Jugendentwicklung, Gesundheit und Reife ein entscheidender Faktor, da Mais nicht nur in Gunstlagen angebaut wird. Für den erfolgreichen Anbau ist eine sichere Ausreife notwendig, da der Mais in der Phase der aktiven Wasserabgabe deutlich an Kornertrag zulegt.
Schnell gelesen (Kurzfassung):
Der Artikel beleuchtet die Bedeutung von Körnermais in der Fruchtfolge und seine wachsende Relevanz angesichts der Einschränkungen bei der Biogas-Produktion. Klimawandel und Maisanbau passen gut zusammen, da Mais hitzetolerant ist. Entscheidend für hohe Erträge sind eine gute Bodenstruktur, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und eine exakte Aussaat. Die Sortenwahl sollte sich nach Standortbedingungen richten, um eine sichere Ausreife zu gewährleisten. Zwischenfrüchte verbessern die Bodenstruktur und Nährstoffverfügbarkeit, was Maisanbau fördert. Eine sichere Ausreife ist essenziell für die Wirtschaftlichkeit.
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