KW 13: Tipps zur Maisaussaat: Gut vorbereiten, aber (noch) Ruhe bewahren!

Was ist für die anstehende Maisaussaat zu beachten? Daniel Ott, Produktmanager Mais, gibt im Folgenden einige Praxistipps.

Sehr geehrte Landwirtinnen und Landwirte,

bevor wir nun in die Osterfeiertage und ein verlängertes Wochenende starten, möchte ich Ihnen noch einige Tipps für die bald anstehende Maisaussaat mitgeben.

Für eine schnelle Keimung sowie ein zügiges Auflaufen sind ausreichend Bodentemperatur und Bodenfeuchte entscheidend.

Maisaussaat

Maisaussaat

Der Wasservorrat im Boden ist mit einer nFK von 95 bis 100 % nur im Norden und Westen Deutschlands nachhaltig hoch. In den restlichen Landesteilen liegt sie deutlich darunter, sodass auf wassersparende Bodenbearbeitung geachtet werden sollte.

Abb.1: Bodentemperatur und Bodenfeuchte

Abb.1: Bodentemperatur und Bodenfeuchte

Praxistipp: Fangen Sie nicht zu früh mit der Aussaat an! Die Bodentemperaturen in 5 cm Tiefe müssen für eine sichere Keimung und Auflaufen vom Mais nachhaltig 10 °C überschreiten und sollten im Idealfall zwischen 10 bis 12 °C liegen. Dies lässt sich erst bei Tagesmaxima von 18°C bzw. Tagesmitteltemperaturen von 10°C erwarten.

Derzeit ist von der Mitte bis in den Norden Deutschlands die Bodentemperatur zwischen 4 bis 6°C in Höhenlagen und Tälern bzw. auf tiefgründigen schweren Böden sowie zwischen 6 bis 8°C angesiedelt. In Baden-Württemberg sowie in Teilen Bayerns und Rheinland-Pfalz sind die angestrebten Bodentemperaturen bald erreicht.

Die Wetterprognosen, für bis zu 14 Tage nach der Aussaat, sollten stabil sein und nicht zu niedrige Nachttemperaturen aufweisen. Dies ist im Moment selten der Fall – also nichts überstützen.

Selbst eine um 7 Tage spätere Aussaat als ortsüblich (aber ein damit einhergehender besserer Feldaufgang) hat keinen negativen Einfluss auf den GTM- und Energieertrag. Lediglich der Stärkeertrag kann um 2 %-Punkte sinken (Qualitätsparameter sind kaum beeinflusst). Findet hingegen die Aussaat „zu früh“ statt und der Bestand läuft ungleichmäßig auf, so sind Ertrags- und Qualitätseinbußen um 5 bis 8 % möglich. Ähnliche Ertragsrückgange sind bei „zu später“ Maisaussaat, etwa ab Mitte Mai, zu erwarten (in Tabelle 1 mit zwei Wochen kalkuliert vom Optimum dargestellt).

Abb. 2: Einfluss verschiedener Anbaumaßnahmen auf Ertrags- und Qualitätsparameter beim Mais

Abb. 2: Einfluss verschiedener Anbaumaßnahmen auf Ertrags- und Qualitätsparameter beim Mais

Der optimale Aussaatzeitpunkt ist immer ein Abwägen zwischen Chance und Risiko. Interessant ist jedoch die Entwicklung des Aussaattermins beim Mais, der tendenziell immer früher stattfindet. In 12 der letzten 15 Jahre erfolgte eine frühzeitigere Mais Aussaat als im langjährigen Mittel.

Zur guten Vorbereitung der Aussaat gehört auch die Festlegung der Aussaatstärke, welche die Bestandesdichte maßgeblich beeinflusst. Hierbei spielen, neben der kurz- und langfristigen Wasserversorgung des Standortes, Sorte und die Nutzungsrichtung eine entscheidende Rolle. Nur mit der Kombination aus standortgerechter Sortenwahl und angepasster Aussaatstärke kann das genetische Potential einer Sorte auch abgerufen werden.

Abb.3: Einfluss der Bestandesdichte im Maisanbau

Abb.3: Einfluss der Bestandesdichte im Maisanbau

Praxistipp: nutzen Sie, auch für eine teilflächenspezifische Aussaat, unsere sortenindividuelle Anbauempfehlung (im Sortenkatalog oder auch im Internet unter www.saaten-union.de/mais) mit Ergebnissen aus unseren Exaktversuchen und Feldbeobachtungen.

Bei Fragen zur Sortenauswahl, Anbauempfehlungen und kurzfristigen Saatgut Verfügbarkeiten, wenden Sie sich gerne an uns!

Ihr Daniel Ott, Produktmanager Mais

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