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Getreide striegeln – was ist zu beachten?

Im Ökologischen Landbau ist der Zinkenstriegel ein zentrales Arbeitsgerät der Unkrautregulierung. Wirkungslücken bei Pflanzenschutzmitteln und Resistenzbildungen rücken mechanische Verfahren auch im konventionellen Ackerbau in den Fokus. Was man hierbei beachten sollte, erläutert Markus Mücke, Fachbereich Ökolandbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Das Wichtigste in Kürze

  • Je früher, desto effektiver: Am wirksamsten ist der Striegel, wenn sich die Ungräser und Unkräuter im frühen Fädchen- bis Keimblattstadium befinden.
  • Die Bodenoberfläche sollte zum Striegelzeitpunkt abgetrocknet und schüttfähig sein.
  • Korrekte Einstellung ist wichtig: Moderne Striegel lassen einen Einsatz auch in empfindlicheren Kulturstadien zu. Die angestrebte Intensität des Striegels wird über die Arbeitsgeschwindigkeit und – je nach Fabrikat – entweder über die Federvorspannung oder den Anstellwinkel der Zinken variiert.
  • Kulturpflanzenverluste zwischen 1 und 5 % Striegelgang sind allerdings in Abhängigkeit von Kulturart und -größe häufig unvermeidlich. Bei höheren Verlusten unbedingt nachjustieren!
  • Scheinsaat: Bei zu erwartenden hohen Ungrasdruck kann eine „Scheinbestellung“ sinnvoll sein. D. h., drei bis vier Wochen vor der geplanten Getreideaussaat wird die Grundbodenbearbeitung und eine direkt folgende Saatbettbereitung durchgeführt. Die auflaufenden Unkraut-/Ungraswellen können dann bis zur eigentlichen Aussaat mit dem Striegel reguliert werden. Bei sehr frühen und hohen Unkrautdruck nach der Saat kann ein Blindstriegeln im Vorauflauf sinnvoll sein.
  • Striegeleinsätze konsequent an neu keimenden Unkräutern ausrichten. Dabei aber unbedingt auf die Striegelempfindlichkeit der Kulturpflanze in bestimmten Entwicklungsstadien achten.
  • Vor allem Neueinsteiger setzen im Wintergetreide im Frühjahr den Striegel zu häufig ein, weil sie Sorge vor zu hoher Restverunkrautung haben. Übertriebene Striegelintensitäten können zu Ertragsdepressionen führen und machen ökonomisch keinen Sinn.
  • Vorbeugende Maßnahmen integrieren: Neben der Sortenwahl können weitere vorbeugende Maßnahmen den Unkrautdruck reduzieren, wie z. B. Fruchtfolgegestaltung, Stickstoff-Düngungsniveau, Grundbodenbearbeitung und Saatzeitpunkt.

Der Striegeleinsatz im Getreide wird zukünftig auch im konventionellen Anbau seinen Platz finden. Im frühen Fädchen- und Keimblattstadium der Unkräuter eingesetzt, ist diese Maßnahme sehr effektiv.

Besonders Neueinsteiger sollten den zeitlichen Aufwand für die Striegeleinstellung nicht unterschätzen und entsprechend zeitlichen Freiraum dafür einplanen.

 



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