Barrierefreie Anpassungen  
Wählen Sie Ihre Einstellungen

Schriftgröße

 

Zeilenabstand

 

Wortabstand

 

Graustufen-Bilder

 

Alles zurücksetzen
 
öffne Menü Sortenfinder
Sorten-icon Sortenfinder
Sortenfinder immer anzeigen

Besuchen Sie uns auf facebook  Besuchen Sie uns auf instagram  Besuchen Sie uns auf youtube  Besuchen Sie uns auf linkedin 
Home / Aus der Praxis / Leguminosen / Körnererbsen und Ackerbohnen: Optimale Ernte und Lagerung sichern Qualität
Blog-Startseite
  18.05.2026
  0 Kommentare
  Ernteoptimierung, Leguminosen
Eine Hand hält viele getrocknete, helle Erbsen über einer Schale mit weiteren Erbsen. (automatisch generiert durch KI)

Körnererbsen und Ackerbohnen: Optimale Ernte und Lagerung sichern Qualität

Die Körner von Ackerbohnen und Körnererbsen weisen im Vergleich zu Weizen eine hohe mechanische Sensibilität auf und stellen damit besondere Anforderungen an Erntezeitpunkt, Drusch- und Lagertechnik. Die Absicherung einer guten Ernte beginnt jedoch bereits deutlich früher. Silke van het Loo, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke, gibt einen Überblick über qualitäts- und ertragssichernde Maßnahmen.

Besonderheiten in der Morphologie führen zu hoher Druschempfindlichkeit

Die besondere Druschempfindlichkeit von Ackerbohnen und Körnererbsen lässt sich vor allem durch ihre im Vergleich zu Getreide größere Korngröße sowie ihre besondere Kornstruktur erklären. Während das Weizenkorn als Karyopse eine fest miteinander verwachsene Frucht- und Samenschale besitzt, verfügen Körnerleguminosen über eine eigenständige Samenschale, die die Keimblätter (Kotyledonen) umschließt und mechanisch weniger stabil ist.

Unter wechselhaften Witterungsbedingungen kann es während der Abreife durch wiederholtes Quellen und Schrumpfen zu Spannungen in der Samenschale kommen. Dabei entstehen häufig nicht sichtbare Mikrorisse. Diese Vorschädigungen führen zu einer verminderten Festigkeit der Samenschale sowie zu einer schwächeren Bindung zwischen Samenschale und Kotyledonen.

Hinzu kommt die besondere innere Struktur der Körner: Körnerleguminosen bestehen aus zwei großen, getrennten Kotyledonen, die an ihrer Verbindungsstelle je nach Stärke der mechanischen Belastung nicht sichtbar, innerlich reißen können oder als Bruchkorn in zwei Hälften auseinanderfallen.

Aufgrund der höheren Kornmasse im Vergleich zu den kompakten Druschfrüchten wirken während des Drusch- und Lagerprozesses höhere Kräfte auf das Korn, was die Festigkeit der Samenschale verringert und die Bruchanfälligkeit zusätzlich erhöht.


Diagramm eines Ackerbohnenkorns mit Beschriftungen: Samenschale, Keimblatt, Epikotyl, Hypokotyl, Keimwurzel, Nahrungsreserve. (automatisch generiert durch KI)
Aufbau Ackerbohnenkorn


Gute Planung von Anfang an verbessert die Erntebedingungen

Ziel bei der Anbauplanung ist es, durch eine geeignete Flächenwahl, sorgfältige Bodenbearbeitung und angepasste Bestandsetablierung optimale Voraussetzungen für einen gleichmäßigen Bestand und eine störungsfreie Schneidwerksführung zu schaffen. Dies ermöglicht einen zügigen und effizienten Ernteablauf.

Körnererbsen haben die Eigenschaft, einen Pflanzenteppich zu bilden, dessen Ausprägung stark von der Witterung abhängt. Demgegenüber werden die Ackerbohnen überwiegend im Stand gedroschen, dabei können sich die Hülsen sehr dicht am Boden befinden.



Flächenauswahl und Aussaat

Flächen mit flachgründigen, steinigen oder stark humosen Böden sind nach Möglichkeit zu meiden: Steine können bei der Ernte zu erheblichen Problemen führen, während humose Böden durch hohe Stickstoffnachlieferung und verstärkte Herbizidbindung ungünstig wirken. Auch Schläge mit hohem Unkrautdruck, insbesondere durch Disteln, Kreuzblütler oder Nachtschattengewächse, sind weniger geeignet.

Tonige und schluffige Böden trocknen bei wechselhafter Witterung in Verbindung mit dem darauf liegenden Erbsenteppich nur langsam ab, was den Erntezeitpunkt verzögert und das Risiko von Verlusten erhöht.

Eine sorgfältige Bodenbearbeitung, Verwendung von hochwertigen Z-Saatgut, angepasste Saatstärken, eine gleichmäßige Tiefenablage und ein Anwalzen der Saat – wenn die Bedingungen es erlauben – sind entscheidend für homogene Bestände, gute Unkrautunterdrückung und gleichmäßige Abreife. Darauf folgt ein geringeres Risiko hinsichtlich der Steinschäden

Für Körnererbsen wird eine Aussaatstärke von etwa 80 keimfähigen Körnern je m² empfohlen, Ackerbohnen sollten mit mindestens 40 keimfähigen Körnern je m² ausgesät werden, um einen konkurrenzstarken Bestand zu bilden.


Tabelle zeigt die Auswirkungen der Erntezeit auf Ertrag und Verluste bei Körnererbsen für Sorten A und B über drei Wochen. (automatisch generiert durch KI)
Auswirkungen der Erntezeit auf ertrag und Druschverluste


Bedeutung des Erntezeitpunkts und Erntefeuchte

Der Erntezeitpunkt stellt einen der entscheidendsten Faktoren für die Sicherung von Ertrag und Qualität dar, insbesondere bei Körnererbsen. Sie verfügen über ein enges Druschfenster und reifen häufig zeitgleich mit Winterweizen ab, müssen jedoch priorisiert geerntet werden. Erbsenbestände verlieren bei wiederholten Niederschlägen zunehmend an Standfestigkeit. Darüber hinaus fehlt eine ausgeprägte Keimruhe, sodass es bei längeren Regenperioden schnell zum Auswachsen in der Hülse kommt. Daher ist es für einen optimalen Ernteablauf zwingend erforderlich, eine ausreichende Druschkapazität vorzuhalten.

Ackerbohnen sind im Erntezeitpunkt zwar etwas flexibler, profitieren jedoch ebenfalls von einer zeitigen Ernte, da der Unkrautdruck dann noch geringer ist.

Körnererbsen und Ackerbohnen reifen von unten nach oben ab. Zunächst vertrocknen die Blätter zunehmend und fallen schließlich ab. Gleichzeitig kommt es zu einer Verfärbung und dem Eintrocknen der Stängel und Hülsen. Ein Bestand gilt als erntereif, wenn über 90 % der Pflanzen ihre arttypische Reifefarbe erreicht haben und die Kornfeuchtigkeit etwa 18 % beträgt. Besonders Ackerbohnen können bei feuchter Witterung erneut an der Triebspitze austreiben, was die Reifebestimmung und Ernte zusätzlich erschwert.

Der optimale Erntezeitpunkt liegt bei einer Kornfeuchte von etwa 14–18 %. In diesem Bereich besteht ein günstiges Verhältnis zwischen mechanischer Stabilität der Körner und guter Dreschbarkeit. Bei einer Feuchtigkeit von über 20 % steigt der Anteil an Quetschkorn infolge plastischer Verformung, und der Druschprozess ist erheblich erschwert, während bei einer Kornfeuchte von unter 14 % die Verluste durch das Platzen der Hülsen vor dem Schneidwerk und Bruchkorn deutlich zunehmen. Bei trockenen und heißen Druschbedingungen sind die Körner besonders bruchanfällig. Der Drusch sollte dann in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden.

Verzögerungen in der Ernte können zu deutlichen Ertrags- und Qualitätsverlusten wie Lager, Ausfall durch Hülsenplatzen, Beschädigungen und Verfärbungen der Samenschale, Verschmutzungen, vorzeitiges Keimen und Infektion mit Krankheiten führen (s. Tab. 1).


Druschtechnik und Einstellung des Mähdreschers

Das Schneidwerk stellt mit rund 80 % die größte Verlustquelle dar. Die Verluste entstehen durch abgeschnittene Hülsen, durch die Haspel aufgeschlagene Hülsen sowie durch von der Einzugsschnecke herausgeschleuderte Hülsen und Körner.

Eine gleichmäßige Schneidwerksführung mit möglichst angepasster, gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit ist entscheidend für einen kontinuierlichen Materialfluss, verbesserte Druschleistung und möglichst geringe Verluste.

Technische Anpassungen wie ein ausgefahrener Schneidwerkstisch, Flex- oder Bandschneidwerke sowie geeignete Halmteiler und Ährenheber steigern die Effizienz. Zusatzkomponenten wie durchlöcherte Schneckenmulden, Elevatorklappen und Schrägförderböden unterstützen die Abscheidung von Erde, Steinchen und Unkraut.

Im Dreschwerk ist ein schonender Drusch mit niedriger Trommeldrehzahl und weit geöffnetem Korb erforderlich, um Bruchkorn zu vermeiden (s. Tab. 2). Auch bei der Reinigung gilt: weite Sieböffnungen und ausreichend Wind, da die schweren Erbsen und Bohnen kaum ausgeblasen werden.


Tabelle mit Richtwerten für Mähdreschereinstellungen bei Körnerleguminosen, abhängig von Erntefeuchte und Fruchtart. (automatisch generiert durch KI)
Richtwerte Mähdrescher


Trocknung und Lagerung

Für die Vermarktung z. B. in den Lebensmittelmarkt ist ein sorgfältiges Nacherntemanagement wichtig. Nur qualitativ hochwertige Ware aus schonendem Anbau, Ernte und Lagerung eignet sich für die Lebensmittelverarbeitung, während minderwertige Partien in den Futtermittelbereich gehen.

Entscheidend sind eine einwandfreie Beschaffenheit ohne Schimmel, Schädlinge, Rückstände oder Allergene sowie definierte Grenzwerte für Feuchtigkeit (max. 15 %), Besatz (max. 2 %) und Bruchkorn (max. 5 %).

Ackerbohnen und Erbsen gelten bei etwa 14 % Feuchte als lagerfähig. Bei Feuchtegehalten von 16 bis 18 % ist eine kurzfristige Lagerung mit anschließender Außenlufttrocknung möglich, sofern die Luft trockener ist als das Korn (unterhalb der Gleichgewichtsfeuchte). Je größer dieser Unterschied zwischen der Luftfeuchtigkeit und der Gleichgewichtsfeuchte ist, desto schneller erfolgt die Trocknung.

Bei höheren Wassergehalten ist eine Warmlufttrocknung notwendig. Futterware kann bei höheren Temperaturen getrocknet werden, jedoch beeinträchtigen zu hohe Temperaturen die Eiweißqualität und Verdaulichkeit, daher sollte die Trocknungstemperatur 50 °C nicht überschreiten. Da Leguminosen Feuchtigkeit nur langsam abgeben, sind mehrere Trocknungsdurchgänge mit Pausen sinnvoll. Eine Vorreinigung ist empfehlenswert, da feuchter Besatz den Trocknungsaufwand erhöht und Schimmelbildung begünstigt.

Für Trocknung, Lagerung und Fördertechnik gilt der Grundsatz: langsam, gleichmäßig und möglichst schonend arbeiten.


Fazit
Ackerbohnen und Körnererbsen sind aufgrund ihrer großen und empfindlichen Körner besonders anfällig für mechanische Schäden. Daher müssen Anbau, Ernte, Drusch, Trocknung und Lagerung sorgfältig aufeinander abgestimmt sein und ineinandergreifen, um dauerhaft hochwertige Vermarktungspartien z. B. für den Absatz in die menschliche Ernährung zu erzeugen.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Ackerbohnen und Körnererbsen sind aufgrund ihrer großen, empfindlichen Körner anfällig für mechanische Schäden und erfordern besondere Sorgfalt bei Anbau, Ernte, Drusch, Trocknung und Lagerung. Suboptimale Erntebedingungen können Mikrorisse im Erntegut verursachen. Eine sorgfältige Planung, einschließlich der Wahl geeigneter Flächen und eines optimalen Erntezeitpunkts, ist entscheidend. Er werden Richtwerte für die Bestimmung des optimalen Erntetermin, für die Dreschereinstellung und die Lagerbedingungen gegeben. 

Zu diesem Artikel gibt es noch keine Kommentare.

 


Hier mitdiskutieren:
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen? Verfassen Sie hier einen Kommentar:

 

Kurz zu den Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.




Mehr Details


Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten verwendet werden, um die Benutzererfahrung effizienter zu gestalten. Laut Gesetz können wir Cookies auf Ihrem Gerät speichern, wenn diese für den Betrieb dieser Seite unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen benötigen wir Ihre Erlaubnis. Diese Seite verwendet unterschiedliche Cookie-Typen. Einige Cookies werden von Drittparteien platziert, die auf unseren Seiten erscheinen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit von der Cookie-Erklärung auf unserer Website ändern oder wiederrufen. Erfahren Sie in unserer Datenschutzrichtlinie mehr darüber, wer wir sind, wie Sie uns kontaktieren können und wie wir personenbezogene Daten verarbeiten. Ihre Einwilligung trifft auf die folgende Domain zu: www.saaten-union.de

Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Die Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher mit Webseiten interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.

Marketing-Cookies werden verwendet, um Besuchern auf Webseiten zu folgen. Die Absicht ist, Anzeigen zu zeigen, die relevant und ansprechend für den einzelnen Benutzer sind und daher wertvoller für Publisher und werbetreibende Drittparteien sind.

Schließen
Individuelle Cookie-Einstellungen
Notwendige Cookies sind Cookies, die für den Betrieb einer Internetseite erforderlich sind.

YouTube

Anbieter
Google LLC
Beschreibung
Cookie von Google, dient der Bereitstellung und Verbesserung personalisierter Nutzererfahrung auf Google-Plattformen.
Cookie-Name
YouTube
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://policies.google.com/privacy?hl=de

Google Analytics

Anbieter
Google LLC
Beschreibung
Cookie von Google, wird für Analysen der Internetseite genutzt. Enthalten sind allgemeine statistische Daten, wie der Besucher die Internetseite benutzt.
Cookie-Name
gatrackingid
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://policies.google.com/privacy?hl=de

Ahrefs

Anbieter
Ahrefs Pte. Ltd. (UEN 201227417H), Singapur
Beschreibung
Cookie von Ahrefs, wird für Analyse der Website-Leistung für SEO-Zwecke, u. a. Auswertung von Seitenaufrufen, Interaktionen, Sichtbarkeit/Rankings, Backlinks sowie Erkennung technischer Fehler verwendet. Die Erkenntnisse helfen, Inhalte zu verbessern und technische Probleme zu beheben.

Ahrefs Pte Ltd (UEN 201227417H), 16 Raffles Quay #33-03, Hong Leong Building, Singapore 048581. EU-Vertreter: VeraSafe Ireland Ltd., Unit 3D North Point House, North Point Business Park, New Mallow Road, Cork T23AT2P, Irland.
Cookie-Name
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://ahrefs.com/de/legal/privacy-policy


Schließen