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Home / Aus der Praxis / Getreide / Winterweizen / Ökonomie/Markt / Welche Weizensorten rechnen sich?
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  18.05.2026
  0 Kommentare
  Betriebswirtschaft, Ökonomie

Welche Weizensorten rechnen sich?

Im letzten Jahr wurde in allen Regionen Deutschlands über den Anbau und die Produktion von Qualitätsweizen diskutiert. Seit 2021 entwickelte sich ein kontinuierlicher Qualitätsaufschlag für Winterweizen, der vor der Ernte 2025 zwischen A-Weizen und Futterweizen bei rund 25 €/t lag. Durch die ertragsstarke und qualitativ gute Winterweizenernte 2025 schrumpfte dieser Aufschlag innerhalb kurzer Zeit deutlich zusammen (Abb. 1). Dr. Gunnar Kleuker erklärt, unter welchen Konstellationen sich Qualitätsweizen noch rechnet.

Diese geringe Preisdifferenz hat sich seither kaum verändert und es fehlen zurzeit die Anreize für eine rasche Wiederbelebung der Aufschläge (Stand April 2026).


Liniendiagramm zeigt Erzeugerpreise von Sep. 2020 bis Sep. 2025. Preise steigen bis 2022, fallen dann und stabilisieren sich ab 2023. (automatisch generiert durch KI)
Erteugerpresie


Qualitätsweizen sind in ertragsschwachen Regionen weiterhin interessant

Die Tab. 1 zeigt basierend auf den Erträgen der LSV 2025 die benötigten Gleichgewichtspreise der unterschiedlichen Qualitätsgruppen, um auf den Erlös vom B-Weizen zu kommen.

Es zeigt sich, dass die notwendigen Preisaufschläge zwischen B und E-Weizen im Maximum nur bei 17 €/t liegen. Allerdings werden bei dieser Darstellung die Mehrkosten der Düngung sowie mögliche Abzüge für nicht erreichte Qualitäten nicht berücksichtigt. Bei einem um 30 kg N/ha erhöhten Düngeniveau betragen die Mehrkosten bei aktuellen Preisen ca. 54 Euro/ha. Trotzdem bleibt der Anbau von Qualitätsgetreide in Regionen mit einem begrenzten Ertragsniveau bei sicherem Qualitätsniveau oder ohne Futterweizenmarkt weiterhin interessant.


Tabelle mit Kornertrag und Gleichgewichtspreis für verschiedene Weizenqualitäten E, A, B, C im Jahr 2025. (automatisch generiert durch KI)
Kornertrag und Gleichgewichtspreis



Im Wettbewerb mit B- und C-Weizen können nur sehr ertragsstarke Qualitätsweizen mithalten.

In Regionen, in denen der Anbau von Qualitätsweizen mit Brot- oder Futterweizen konkurriert, gerät dieser deutlich stärker unter Druck. Dies betrifft vor allem Standorte mit hohem Risiko, die Qualitätsanforderungen nicht zu erfüllen. Ursachen können die Vorgaben der Düngeverordnung sein oder auch ein hohes Ertragsniveau mit entsprechender Proteinverdünnung. Zudem geben die regionale Handelsstruktur und im Nordwesten häufig die Futtermühlen den Marktpreis maßgeblich vor. Daher behält der Anbau von C-Weizen in den Regionen Nordwest und Süd weiterhin Bedeutung. Auch im Sortiment der A-/B-Weizen nehmen ertragsbetonte Sorten einen hohen Marktanteil ein. Diese haben gegenüber den C-Weizen zwar durch den um 20 kg N/ha höheren Düngebedarf einen Vorteil in der N-Bilanz, waren in den letzten Jahren jedoch ertraglich etwas schwächer als die marktbedeutende C-Weizensorte KWS Keitum.

Im diesjährigen Zulassungsjahrgang gibt es mit SU HORIZON und SU Finish zwei neue Linienweizen der Qualitätsgruppen A beziehungsweise B, die in Kornertragsstufe 2 ebenfalls die Note 9 erhalten haben und damit vom Bundessortenamt auf das Niveau von KWS Keitum eingestuft wurden.

In der Wertprüfung zeigten sie sich gegenüber den Vergleichs- und Verrechnungssorten der B-Weizen-Wertprüfung ertraglich überlegen. Bei den aktuell niedrigen Markterlösen (176 €/t B-Weizen, Stand April 2026) konnte SU HORIZON in den Wertprüfungsjahren 2024–25 bei einem Ertragsniveau von 100 dt/ha einen durchschnittlichen Mehrerlös von ~ 100 €/ha erzielen (Abb. 2).

Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die neuen Sorten sowohl in der Agronomie als auch hinsichtlich der Anfälligkeit für Krankheiten, wie Roste oder Blattseptoria, keine nennenswerten Schwächen zeigen. Somit sind keine höheren Inputkosten zu erwarten; eher das Gegenteil ist der Fall, da ältere Sorten durch eine Anpassung der Erreger häufig eine schlechtere Resistenz gegenüber Krankheiten aufweisen.


Fazit
Durch die vielerorts geringen Aufschläge für Qualitätsweizen dürfte die Nachfrage nach Hochertragssorten konstant bis leicht steigend bleiben. Gerade in Regionen mit Vermarktungsoptionen für B- und Futterweizen sind Hochertragssorten aufgrund der geringen Preisdifferenz besonders interessant.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Artikel diskutiert die aktuelle Situation und Herausforderungen im Anbau von Qualitätsweizen in Deutschland. Seit 2021 besteht ein Qualitätsaufschlag für Winterweizen, der 2025 durch eine ertragreiche Ernte stark reduziert wurde. In ertragsschwachen Regionen bleibt der Anbau von Qualitätsweizen interessant, trotz höherer Düngungskosten. In wettbewerbsintensiven Regionen konkurrieren Qualitätsweizen mit ertragsstarken B- und C-Weizen. Neue Sorten wie SU Horizon und SU Finish zeigen überlegene Erträge und Krankheitsresistenz. 

Durch die vielerorts geringen Aufschläge für Qualitätsweizen dürfte die Nachfrage nach Hochertragssorten konstant bis leicht steigend bleiben. Gerade in Regionen mit Vermarktungsoptionen
für B- und Futterweizen sind Hochertragssorten aufgrund der geringen Preisdifferenz besonders interessant.

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