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Home / Aus der Praxis / Getreide / Winterweizen / Bestandesführung / Für einen Krankheitsbefall muss alles „passen“!
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  14.10.2025
  0 Kommentare
  Pflanzenschutz
Nahaufnahme von Pflanzenblättern mit orangefarbenen Flecken und einem kleinen Insekt auf einem Blatt. (automatisch generiert durch KI)

Für einen Krankheitsbefall muss alles „passen“!

Ein Pathogen benötigt, um gefährlich werden zu können, bestimmte Faktoren. Diese sollte man einschätzen können um entsprechend reagieren zu können. Dr. Aileen Hahlbohm, Produktmanagerin für Hybridgetreide, und Dr. Gunnar Kleuker, Produktmanager für Liniengetreide, erläutern grundsätzliche Prinzipien mit dem Schwerpunkt Braunrost an Winterroggen und -weizen.

Das sogenannte Krankheitsdreieck beschreibt die Grundvoraussetzungen für das Entstehen von Pflanzenkrankheiten. Es sind drei Faktoren essenziell, damit eine Pflanzenkrankheit auftreten kann. Zuerst einmal braucht es ein virulentes – also infektionsfähiges – Pathogen (z. B. Pilz, Bakterium). Dann braucht es eine Wirtspflanze, welche anfällig gegenüber diesem Pathogen sein muss, in unserem Beispiel Weizen oder Roggen. Und entscheidend sind auch die Umweltbedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, damit der Erreger die Wirtspflanze infizieren kann: Viele Erreger benötigen hierfür feuchtwarmes Wetter, andere bevorzugen eine kühle Witterung. Erst wenn diese drei Parameter zum selben Zeitpunkt (!) aufeinandertreffen, kann sich eine Pflanzenkrankheit ausbilden. Die Kombination dieser Wechselwirkung bestimmt im Endeffekt das Ausmaß einer Pflanzenkrankheit.


Dreieck mit den Beschriftungen: Pathogen, Umwelt, Wirtspflanze. In der Mitte steht Krankheit. (automatisch generiert durch KI)
Krankheitsdreieck


Unser Einfluss auf den Faktor Witterung und den Erreger ist natürlich stark begrenzt. Jedoch kann man den Faktor Pflanze über die Sortenwahl beeinflussen. Sind Sorten gegenüber den relevanten Pflanzenkrankheiten weniger anfällig, kann das den Krankheitsbefall bei sonst für den Erreger guten Bedingungen dramatisch senken.

In dem Beitrag von Martin Munz wird die Vorgehensweise der offiziellen Prüfungen einer Sorte erläutert. Hier werden neben dem Ertrag auch Krankheiten zur Beurteilung der Sorten erfasst, indem die Sorten in einer Variante mit reduziertem oder ohne Pflanzenschutz und Wachstumsregler stehen (Stufe 1) und in einer zweiten Variante mit optimiertem Pflanzenschutz und Wachstumsregler (Stufe 2). Dadurch lassen sich bei Getreidesorten Einschätzungen zu der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Aussagen zur Standfestigkeit ableiten. Da die Witterung einen wichtigen Einfluss auf den Befall hat, sind die Jahreseffekte – wie auch in der Praxis – zum Teil erheblich.


Braunrost auch in diesem Jahr ein Thema im Roggen

Im letzten Jahr zur Ernte 2024 war in vielen offiziellen Versuchen besonders im Roggen der Braunrostbefall hoch. Beispielsweise stellte die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für einen Standort Ertragsunterschiede zwischen der unbehandelten und der mit Fungizid behandelten Variante von bis zu 40 % fest.

In diesem Jahr fielen die Ertragsverluste zwischen der unbehandelten und der behandelten Variante mit 9–19 % geringer aus, waren aber ebenfalls überwiegend auf den Braunrost zurückzuführen. Dieser trat auch 2025 in unterschiedlicher Intensität an verschiedenen Standorten auf. Da manche Länderdienststellen die Braunrost-Bonituren der einzeln geprüften Standorte veröffentlichen, konnte man gut die regionalen Unterschiede erkennen.


Was Braunrost braucht …

Der Braunrost (Puccinia recondita f. sp. secalis) zählt zu den biotrophen Erregern, das heißt, dass der Rost lebendes Gewebe benötigt und die befallenen Zellen nicht abtötet, wie es beispielsweise Rhynchosporium tut (Abb. 2). Der Braunrost benötigt normalerweise zwei verschiedene Wirte, um den vollständigenLebenszyklus durchlaufen zu können. Der Hauptwirt ist der Roggen, wo unter anderem auch die typischen rostfarbenen Sporen (Uredosporen) entstehen. Als Nebenwirt können die Ochsenzunge oder der Natternkopf dienen. Bei gemäßigtem Klima jedoch wird kein Zwischenwirt benötigt und der Rost überdauert auf den Roggenpflanzen. Deswegen kann Roggen nach Roggen als Mulchsaat ein hohes Ausgangsinokulum darstellen und die Bestände müssen unbedingt früh auf Braunrostbefall untersucht werden, damit rechtzeitig auch mit chemischen Mitteln der Braunrost bekämpft werden kann.


Diagramm des Lebenszyklus von Braunrost zeigt Phasen von Frühjahr bis Herbst/Winter mit Sporenentwicklung und Windverbreitung. (automatisch generiert durch KI)
Lebenszyklus Braunrost


Stellschraube Sortenwahl

Um dem Erreger entgegenzuwirken, bietet die richtige Sortenwahl eine wichtige Grundlage und schafft gemeinsam mit anderen Faktoren die Möglichkeit, den Befall zu minimieren. Als Grundlage für eine Entscheidung kann die Einstufung der Sorten in der Bundessortenliste herangezogen werden, wobei die von 1–9 erfolgt und niedrige Noten eine geringere Anfälligkeit bedeuten. Die Einstufungen gegenüber Braunrost, der in der Bundessortenliste 2025 befindlichen Hybridroggensorten reichen von 3 bis 6 (Tab. 1). Unter anderem haben die Sorten SU Glacia (Note 3), SU Karlsson und SU Fred (jeweils Note 4) eine gute Einstufung gegenüber Braunrost.


Tabelle zeigt Krankheitsanfälligkeit von sechs Sorten für Braunrost, Rhynchosporium und Mehltau auf einer Skala von 1 bis 9. (automatisch generiert durch KI)
Einstufung Hybridroggen Krankheiten


Aber auch andere Krankheiten wie Rhynchosporium werden eingestuft. Hierbei ist die Note 4 die beste Note, die sich derzeit in der Bundessortenliste 2025 befindet. Mit dieser Note wurde unter anderem die Sorte SU Fred eingestuft. Der Mehltau spielt beim Roggen häufig eher eine untergeordnete Rolle, kann regional und jahresabhängig aber verstärkt auftreten. Damit es überhaupt zu einer Einstufung einer Sorte kommen kann, muss eine ausreichende Datengrundlage vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, kommt es vor, dass Sorten zunächst keine Einstufung zur Mehltauanfälligkeit erhalten (2025 bei der neu zugelassenen Sorte SU FRED).

Neben den Noten aus der Beschreibenden Sortenliste bieten die LSV gute Einschätzung zu den möglichen Ertragsauswirkungen und ermöglichen einen jährlichen Rückblick zur Wirksamkeit der Behandlung und der Resistenz der Sorten (Abb. 3). Braunrost (Puccinia triticina) war auch im Winterweizen in den letzten beiden Jahren in den meisten Regionen die Leitkrankheit. Wie auch im Roggen, war gerade im Jahr 2024 der Druck sehr hoch, aber auch im Jahr 2025 war in den unbehandelten Parzellen ein erhöhter Befall festzustellen.


Balkendiagramm zeigt Ertragsdifferenz in Prozent zwischen intensivem und reduziertem Pflanzenschutz für verschiedene Weizensorten. (automatisch generiert durch KI)
Differenz behandelt/unbehandelt LSV


Neben den absoluten Ertragsverlusten veröffentlichen einige Bundesländer auch den bonitierten Befall der unterschiedlichen Sorten. Im Gegensatz zu den Einstufungen der Beschreibenden Sortenliste, die im Juni/Juli des darauffolgenden Jahres erscheint und daher rückblickend bewertet, stehen diese Bonituren schon so zeitig zur Verfügung, dass sie bereits bei der Sortenwahl des aktuellen Jahres genutzt werden können. Das Ziel: Gesunde Bestände!


Fazit

Braunrost gehört zu den ertragsrelevanten Krankheiten in Roggen und Weizen und sollte daher in der Vegetation beobachtet werden, damit rechtzeitige Maßnahmen erfolgen können. Darüber hinaus stehen uns aber auch Sorten zur Verfügung, die auch bei Braunrost eine gute Widerstandsfähigkeit aufweisen. Bei Winterweizen, bei dem auch andere Blattkrankheiten ertraglich relevant sind, sollte man bei der Sortenwahl nicht nur auf die Ertragsleistung eines Jahres schauen, sondern auch auf die Gesundheitseinstufungen. Denn je gesünder eine Sorte, desto höher die Ertragssicherheit.


Schnell gelesen (Kurzfassung):

Für das Auftreten von Pflanzenkrankheiten müssen drei Faktoren gleichzeitig erfüllt sein: ein virulenter Erreger, eine anfällige Wirtspflanze und passende Umweltbedingungen – dieses Prinzip beschreibt das Pflanzenkrankheitsdreieck. Während Witterung und Erreger kaum beeinflussbar sind, lässt sich die Pflanzengesundheit über die Sortenwahl und die Fruchtfolgegestaltung steuern. Ein aktuelles Beispiel ist Braunrost an Winterroggen und -weizen, der 2024 und 2025 regional teils starke Ertragsverluste verursachte. Der Pilz benötigt lebendes Gewebe und profitiert von enger Fruchtfolge. Sortenwahl ist ein zentraler Baustein im Krankheitsmanagement und daher lohnt es sich, die Sortenbewertungen der Beschreibenden Sortenliste genauer anzuschauen. In der Bundessortenliste 2025 weisen z. B. SU Glacia, SU Karlsson und SU Fred eine gute Einstufung gegenüber Braunrost auf (Noten 3–4). Ergänzend zu den offiziellen Sorteneinstufungen liefern Landessortenversuche wichtige Erkenntnisse über Sortendifferenzen in dem jeweiligen Anbaujahr. Auch beim Weizen war Braunrost zuletzt ebenfalls Leitkrankheit.

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