Barrierefreie Anpassungen  
Wählen Sie Ihre Einstellungen

Schriftgröße

 

Zeilenabstand

 

Wortabstand

 

Graustufen-Bilder

 

Alles zurücksetzen
 
öffne Menü Sortenfinder
Sorten-icon Sortenfinder
Sortenfinder immer anzeigen

Besuchen Sie uns auf facebook  Besuchen Sie uns auf instagram  Besuchen Sie uns auf youtube  Besuchen Sie uns auf linkedin 
Home / Aus der Praxis / Getreide / Winterroggen/HySeed-Hybridroggen / Ökonomie/Markt/Verwertung / Roggen- und Triticale-GPS: flexible Ergänzung für die Biogasanlage
Blog-Startseite
  24.04.2025
  0 Kommentare
  Anbauberatung, Betriebswirtschaft, Biogas

Roggen- und Triticale-GPS: flexible Ergänzung für die Biogasanlage

Gut gefüllte Silos und ein Maisdeckel, der nach aktuellen Planungen in 2025 bei 30 % liegen soll – es ist anzunehmen, dass die Silomaisfläche 2025 in der Tendenz stagnierend bis abnehmend sein wird. Ganzpflanzensilagen (GPS) aus Roggen und Triticale können den Mais gut ergänzen. Die Versuchsergebnisse der letzten Jahre erläutern die Produktverantwortlichen Aileen Hahlbohm und Dr. Gunnar Kleuker.

Die Silos vieler Biogasanlagen sind nach der Ernte 2024 gut gefüllt. Das resultiert zum einen aus der zweitbesten Silomaisernte der vergangenen fünf Jahre und zum anderen aus einer Flächenausdehnung des Silomaisanbaus um 2,4 %. Wegen des zu nassen Herbstes wechselten viele Betriebe notgedrungen von Winterung auf Sommerung. Bei gut gefüllten Silos und einem Maisdeckel, der nach aktuellen Planungen bei 30 % Maissubstrat in 2025 und 25 % in 2026 liegen soll, informieren sich viele Betriebe über sinnvolle Ergänzungen zum Mais.


Hybridroggen

Dr. Maendy Fritz hat in ihrem Beitrag (ab S. 18) bereits eine Vielzahl möglicher Alternativen zum Maissubstrat diskutiert. Einige alternative Kulturarten können jedoch auch zur Erfüllung der GAP-Richtlinien dienen und je nach Einbau in die betriebliche Fruchtfolge auch noch zusätzliche Mehrwerte generieren. Hier kommt Hybridroggen ins Spiel! Erstens erweitert der Hybridroggen als zusätzliches Glied die Fruchtfolge. Zweitens fällt er in Selbstfolge nicht unter die Pflicht des Fruchtwechsels (GLÖZ 7). Und drittens kann er, wenn die betriebliche Fruchtfolge darüber hinaus bereits stark diversifiziert ist, ab fünf Fruchtfolgegliedern auch nach Eco-Scheme 2 als zusätzlicher positiver Beitrag für die Bilanz hinzugezogen werden. Zusätzlich bietet Hybridroggen zur GPS-Nutzung auch viele agronomische und ökonomische Vorteile: Mit einem vergleichsweise frühen vegetativen Entwicklungsbeginn generiert er eine hohe Biomasseproduktion – auch auf schlechteren Standorten. Die gute Blattgesundheit bei nur wenigen relevanten Blattkrankheiten sorgt für geringe Pflanzenschutzintensitäten und führt zu einer hohen Arbeitseffizienz. Durch den recht frühen Erntezeitpunkt der Hybridroggen-GPS lassen sich zusätzlich Arbeitsspitzen im Betrieb gut entzerren. Auch qualitativ muss sich der Hybridroggen nicht verstecken: Hohe Erträge organischer Trockenmasse und der überdurchschnittliche Fettgehalt führen zu guten Ausbeuten bei Methan.


LSV GPS-Nutzung 2024: Deutliche Leistungsunterschiede der Sorten

Dabei gibt es hinsichtlich der Leistungsfähigkeit jedoch Sortenunterschiede, wie die LSV-Ergebnisse der letzten Jahre zeigen.

GPS-Roggen 2024

Die Eignung von Hybridroggen-Sorten als GPS wurde im Jahr 2024 in drei Bundesländern (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern) in Landessortenversuchen (LSV) getestet (Abb. 1). In Niedersachsen (NI) fand die Prüfung an drei, in Nordrhein-Westfalen (NW) an zwei und in Bayern (BY) an einem Standort an. Das Prüfsortiment umfasste in BY deutlich mehr Sorten als in den anderen Bundesländern. Aufgrund der Vergleichbarkeit sollen im Folgenden nur die Sorten gezeigt werden, die ihre Leistungsfähigkeit über eine große Breite an Umwelten unter Beweis gestellt haben.

Die Zusammenfassung der drei LSV-Ergebnisse aus NI, NW und BY zeigt, dass die Sorten SU PERSPECTIV (102), SU KARLSSON (102) und KWS Progas (102) vergleichbar überdurchschnittliche Trockenmasseerträge liefern, wobei zu erwähnen ist, dass die Sorte SU KARLSSON auf dem Standort in BY nicht getestet wurde. Die Sorte KWS Tayo (96) wies im Vergleich zu den anderen Sorten ein deutlich unterdurchschnittliches Ertragsniveau auf.

Dabei haben die Doppelnutzungssorten SU KARLSSON und SU PERSPECTIV im Vergleich zur reinen GPS-Sorte KWS Progas mit ihrer deutlich größeren Nutzungsflexibilität Vorteile im Anbau: Je nach Witterungsverlauf über die Vegetationsperiode kann auch zu einem späteren Zeitpunkt noch entschieden werden, ob eine Ernte als Körnerroggen oder GPS-Roggen erfolgen soll, während man sich beim Anbau einer unflexiblen, reinen GPS-Sorte sehr stark einschränkt.


Balkendiagramm mit vier blauen Balken, die die relativen Trockenmasse-Erträge von vier Roggensorten in Prozent zeigen. (automatisch generiert durch KI)
LSV GPS Roggen 2024

Balkendiagramm zeigt relativen TM-Ertrag von GPS-Roggen 2024 für verschiedene Sorten, SU Performer am höchsten mit 107 und VRS2 am niedrigsten mit 96. (automatisch generiert durch KI)
Sortenversuche GPS


Züchterversuch zur GPS-Leistung ein- und mehrjährig

Auch die Saaten-Union führte in 2024 wieder Sortenversuche zur GPS-Eignung verschiedener Hybridroggensorten an drei Standorten durch (Abb. 2). Mit einem Relativertrag von 107 setzte sich hier die altbewährte Sorte SU PERFORMER an die Spitze, die Sorten SU GLACIA, SU Arvid, SU Jelling, eine Prüfsorte, SU TORVI, SU ERLING und SU PERSPECTIV lagen dicht dahinter. SU FRED, eine weitere Prüfsorte und SU KARLSSON fielen ertraglich in diesem Versuch etwas ab. Bei der mehrjährigen Betrachtung (hier nicht dargestellt) liegt das Sortenfeld noch dichter beieinander.

Mehrjährig war aber eine Beobachtung im Wuchsverhalten der Sorten sehr interessant: Es gab eine deutliche Tendenz, dass die Sorten der Saaten-Union gegenüber den Prüfsorten ein leicht früheres Ährenschieben aufwiesen. Das kann für die Betriebe von Vorteil sein, die überlegen, nach Roggen-GPS noch einen späten Mais anzubauen. Denn hier zählt jeder Tag, an dem man früher auf die Fläche kommt. Das frühere Ährenschieben hatte in diesen Versuchen keine nachteiligen Ertragseffekte.


Auch neue Triticalesorten können als GPS überzeugen

Neben Hybridroggen eignet sich auch Wintertriticale hervorragend zur Körner- und GPS-Nutzung. Daher werden neben Roggen auch Triticale in den GPS-Landessortenversuchen geprüft. Hier werden jedoch – anders als beim Roggen – überwiegend reine GPS-Sorten getestet.

Abb. 3 zeigt die GPS TM-Erträge und TS-Gehalte verschiedener Triticalesorten der bayerischen LSV 2024 im Vergleich. Von den im Jahr 2024 im GPS LSV Bayern geprüften Sorten wurden nur Lumaco und BICROSS auch in der Körnernutzung getestet. Dabei erzielte BICROSS – über alle Standorte gemittelt – einen um knapp 5 dt/ha höheren Körnerertrag als Lumaco.

Ob Roggen oder Triticale für den eigenen Betrieb die bessere Wahl ist, hängt von der Vermarktungsfähigkeit und der innerbetrieblichen Verwertung ab. Mehrjährige Prüfungen der Länder-Dienststellen (z. B. LfL BY, LWK NI) zeigen, dass beide Kulturen ein ähnliches GPS-Ertragsniveau erreichen. Grundsätzlich kann Hybridroggen auf leichteren Standorten Vorteile gegenüber Triticale bieten, welche ihrerseits auf schweren Standorten überzeugen kann.


Diagramm zeigt GPS TM-Erträge und TS-Gehalte verschiedener Triticalesorten. Punkte repräsentieren Sorten mit Trockenmasse und Trockensubstanz. (automatisch generiert durch KI)
LSV GPS Triticale


Fazit

Da der Wasserbedarf von Silomais als Sommerfrucht und GPS als Winterfrucht in unterschiedliche Zeitfenster fällt, trägt ihr Anbau zur Risikostreuung bei und verringert insbesondere auf leichten Standorten und Regionen mit trockenen Sommern das Ertragsrisiko für die Futtermittelbereitstellung.


Schnell gelesen (Kurzfassung):

Ganzpflanzensilage (GPS) aus Roggen und Triticale kann als gute Ergänzung zum Mais dienen, wie die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen. Die Silos der Biogasanlagen sind nach der Ernte 2024 gut gefüllt, was auf eine gute Silomaisernte und eine Flächenausdehnung des Anbaus zurückzuführen ist. Viele Betriebe informieren sich über Alternativen zum Mais.



Hybridroggen  kann die Fruchtfolge erweitern, und wenn die Fruchtfolge diversifiziert ist, sind zusätzliche Vorteile wie die Einhaltung von GAP-Richtlinien und Eco Scheme 2 möglich. Hybridroggen bietet viele Agrar- und Wirtschaftsvorteile, einschließlich einer hohen Biomasseproduktion und einer guten Blattgesundheit. Er kann früh geerntet werden, was Arbeitsspitzen im Betrieb entschärft. Auch die Qualität des Hybridroggen ist hoch, mit guten Erträgen und einem überdurchschnittlichen Fettgehalt.



Die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Sorten zeigt deutliche Unterschiede, wie die Ergebnisse aus Landessortenversuchen (LSV) in Niedersachsen, NRW und Bayern belegen. In Bayern wurden verschiedene Sorten getestet, wobei einige bedrohte Sorten wie SU Karlsson nicht geprüft wurden. Einige Sorten wie SU Perspectiv und KWS Progas zeigten überdurchschnittliche Erträge, während KWS Tayo unterdurchschnittlich abschnitt. Doppelnutzungssorten wie SU Karlsson und SU Perspectiv bieten Vorteile, weil sie je nach Wetterlage flexibel als Körnerroggen oder GPS-Roggen geerntet werden können.



Zusätzlich führte die Saaten-Union im Jahr 2024 wieder Sortenversuche zur GPS-Eignung durch, wobei die Sorte SU Performer mit einem Relativertrag von 107 an der Spitze lag. Bei mehrjährigen Betrachtungen zeigte sich, dass die Sorten der Saaten-Union tendenziell etwas früher erblühten, was für Betriebe, die zusätzlich Mais anbauen wollen, vorteilhaft sein könnte.



Wintertriticale kann ebenfalls gut als GPS verwendet werden. Die neuesten Prüfungen zeigen, dass sowohl Roggen als auch Triticale ähnliche GPS-Erträge liefern können. Die Wahl zwischen beiden hängt von den spezifischen Bedingungen und der Vermarktungsfähigkeit im Betrieb ab. Insgesamt kann die Kombination von Silomais und GPS das Ertragsrisiko verringern.

Zu diesem Artikel gibt es noch keine Kommentare.

 


Hier mitdiskutieren:
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen? Verfassen Sie hier einen Kommentar:

 

Kurz zu den Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.




Mehr Details


Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten verwendet werden, um die Benutzererfahrung effizienter zu gestalten. Laut Gesetz können wir Cookies auf Ihrem Gerät speichern, wenn diese für den Betrieb dieser Seite unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen benötigen wir Ihre Erlaubnis. Diese Seite verwendet unterschiedliche Cookie-Typen. Einige Cookies werden von Drittparteien platziert, die auf unseren Seiten erscheinen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit von der Cookie-Erklärung auf unserer Website ändern oder wiederrufen. Erfahren Sie in unserer Datenschutzrichtlinie mehr darüber, wer wir sind, wie Sie uns kontaktieren können und wie wir personenbezogene Daten verarbeiten. Ihre Einwilligung trifft auf die folgende Domain zu: www.saaten-union.de

Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Die Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher mit Webseiten interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.

Marketing-Cookies werden verwendet, um Besuchern auf Webseiten zu folgen. Die Absicht ist, Anzeigen zu zeigen, die relevant und ansprechend für den einzelnen Benutzer sind und daher wertvoller für Publisher und werbetreibende Drittparteien sind.

Schließen
Individuelle Cookie-Einstellungen
Notwendige Cookies sind Cookies, die für den Betrieb einer Internetseite erforderlich sind.

YouTube

Anbieter
Google LLC
Beschreibung
Cookie von Google, dient der Bereitstellung und Verbesserung personalisierter Nutzererfahrung auf Google-Plattformen.
Cookie-Name
YouTube
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://policies.google.com/privacy?hl=de

Google Analytics

Anbieter
Google LLC
Beschreibung
Cookie von Google, wird für Analysen der Internetseite genutzt. Enthalten sind allgemeine statistische Daten, wie der Besucher die Internetseite benutzt.
Cookie-Name
gatrackingid
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://policies.google.com/privacy?hl=de

Ahrefs

Anbieter
Ahrefs Pte. Ltd. (UEN 201227417H), Singapur
Beschreibung
Cookie von Ahrefs, wird für Analyse der Website-Leistung für SEO-Zwecke, u. a. Auswertung von Seitenaufrufen, Interaktionen, Sichtbarkeit/Rankings, Backlinks sowie Erkennung technischer Fehler verwendet. Die Erkenntnisse helfen, Inhalte zu verbessern und technische Probleme zu beheben.

Ahrefs Pte Ltd (UEN 201227417H), 16 Raffles Quay #33-03, Hong Leong Building, Singapore 048581. EU-Vertreter: VeraSafe Ireland Ltd., Unit 3D North Point House, North Point Business Park, New Mallow Road, Cork T23AT2P, Irland.
Cookie-Name
Laufzeit
24h
Datenschutzerklärung
https://ahrefs.com/de/legal/privacy-policy


Schließen