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Kommentar: Deutsche Qualitäten überzeugen – warum Landwirtinnen und Landwirte jetzt Durum anbauen sollten

Eine Markteinschätzung von Pierre Kling, Einkauf & Anbauberatung, GoodMills Deutschland GmbH, Hildebrandmühle Mannheim.

Ein Mann in einem weißen Hemd lächelt in die Kamera, im Hintergrund grüne Bäume. (automatisch generiert durch KI)
Pierre Kling/Goodmills Deutschland
Noch vor wenigen Jahren stand Hartweizen (Durum) in Deutschland im Ruf, ein Nischengetreide zu sein: anspruchsvoll in der Bestandesführung, witterungssensibel in der Abreife und nur etwas für absolute Spezialisten in Gunstlagen. Als Einkäufer der Hildebrandmühle Mannheim und als Anbauberater, der jedes Jahr Hunderte Gespräche auf Betrieben führt, kenne ich diese Vorbehalte sehr gut. Umso klarer ist mein Fazit nach der Ernte 2025: Die Argumente gegen Durum verlieren rapide an Gewicht – und die Chancen überwiegen. Wir sehen in der Breite Qualitäten, die wir bislang vor allem aus Kanada kannten. Für mich ist das der Moment, an dem aus einem „Nischenkorn“ ein verlässlicher Baustein moderner Fruchtfolgen in Deutschland wird.


Die Top-Qualitäten in 2025 waren kein Zufall

Ich beginne bewusst mit dem Blick aus meiner täglichen Praxis: Wir haben rund 80 % der diesjährigen Ernte vor der Regenphase einbringen können. Das war entscheidend – und man sieht es in den Analysen. Viele Partien glänzen mit Glasigkeiten über 90 %, die Rohproteine liegen überdurchschnittlich bei mehr als 13,5 %, Hektolitergewichte über 80 kg sind keine Ausnahme und die Fallzahlen zeigen sich stabil. Gleichzeitig traten Partien mit Schwarz- beziehungsweise Dunkelfleckigkeit nur vereinzelt auf – ein wichtiger Punkt, weil schwarze Stippen in der fertigen Nudel bei der Pastaproduktion nicht akzeptiert werden. Kurz: Die Ware ist optisch sauber, technologisch verlässlich und in der Vermahlung berechenbar.

Dass diese Stabilität kein Zufall ist, hat bereits die Ernte 2024 gezeigt. Sie war eine echte Feuertaufe unter schwieriger Witterung – und moderne Sorten haben gehalten, was sie versprechen: bessere Stand- und Auswuchsstabilität, vitale Pflanzen bis in die Abreife, überzeugende Proteine und eine gute Glasigkeit auch dann, wenn das Wetter nicht in allen Phasen mitspielt. In der Anbauberatung sehen wir genau dort den Hebel, der das alte Risiko-Narrativ überholt: Sortenfortschritt plus saubere Bestandesführung ergibt planbare Qualität. Bei guter Führung lagen 2025 die Hektarerträge oft jenseits von 60 dt/ha, und in einigen Regionen wurden sogar deutlich über 80 dt/ha erreicht. Das ist für Durum in Deutschland ein starkes Signal.


Nahaufnahme von Weizenkörnern in verschiedenen Größen und goldbrauner Farbe. (automatisch generiert durch KI)
DURAVERDE: Top Qulitäten


Hochwertiger Durum aus Deutschland wird gebraucht

Als Einkäufer der GoodMills Deutschland GmbH Hildebrandmühle Mannheim habe ich zudem den Markt im Blick – und der sendet klare Anreize. Deutschlands Vermahlungskapazitäten im Hartweizen liegen bei rund 440.000 t, die heimische Produktion deckt aber nur etwa die Hälfte. Die Lücke muss importiert werden. Während Pasta pro Kopf seit Jahren zulegt und Hartweizenprodukte wie Couscous und Bulgur immer beliebter werden, steigt der Wunsch nach regionaler Rohware – aus Qualitäts-, Nachhaltigkeits- und Versorgungssicherheitsgründen. In der Vergangenheit konnten für Durum häufig höhere Erzeugerpreise gegenüber Qualitätsweizen erzielt werden. Preise sind natürlich volatil, aber die strukturelle Nachfrage nach deutschem Durum ist hoch und wird durch die Qualitätsentwicklung der letzten Jahre zusätzlich untermauert.


Durumanbau ist anspruchsvoll – aber kein Hexenwerk

Was bedeutet das für Betriebe, die über den Einstieg nachdenken? Aus meiner Beratungspraxis kann ich sagen: Durum ist präzisionsbedürftig, aber kein Hexenwerk. Drei Punkte sind besonders wirkungsvoll:

  • Erstens die standortgerechte Sortenwahl – nutzen Sie die Empfehlungen und die Versuchsergebnisse aus Ihrer Region, und planen Sie die Bestandesführung von Beginn an auf Qualität.
  • Zweitens die Nährstoffstrategie: Proteine über 13,5 % und vor allem eine hohe Glasigkeit sind erreichbar, wenn Timing und Verfügbarkeit stimmen.
  • Drittens die Erntelogistik: Wer das Qualitätsfenster trifft, erspart sich später Ärger bei Fallzahl und Glasigkeit.

Ergänzend hilft eine konsequente Bestandesgesundheit, um das Potenzial bis zur Abreife abzusichern. Viele Betriebe, die sich in den letzten zwei, drei Jahren an Durum herangetastet haben, berichten mir heute, dass die Kultur – richtig gesteuert – erstaunlich gut in die Fruchtfolge passt und zudem hilft, Markt- und Witterungsrisiken zu streuen.


Der richtige Standort für Durum: mittlere bis bessere Böden + wenig Unkrautdruck + sommerwarme Witterung

Industrieanlage am Wasser mit mehreren Silos, Gebäuden und einem Schiff im Vordergrund bei klarem Himmel. (automatisch generiert durch KI)
Hildebrandmühle/ Mannheim


Jetzt gilt es, den hohen Qualitätsstandard zu halten!

Als größte und modernste Hartweizenmühle Deutschlands vermahlen wir in Mannheim bis zu 220.000 t Durum pro Jahr und liefern Hartweizengrieß, Couscous und Bulgur in den europäischen Markt und den Nahen Osten. Daraus entsteht ein sehr klarer Blick auf das, was die Wertschöpfungskette braucht: verlässliche Qualitäten bei Glasigkeit, Protein und Fallzahl – und Partien, die auch optisch überzeugen. Die Ernte 2025 konnte dies in unserem Erfassungsgebiet eindrucksvoll unter Beweis stellen. Wenn wir diese Linie gemeinsam halten, stärkt das die Abnahmebereitschaft und die Bereitschaft, regionale Ware vorzuziehen.

Natürlich bleibt Durum eine „Qualitätskultur“. Aber „Qualitätskultur“ bedeutet heute nicht mehr „hohes Risiko“. Moderne Sorten minimieren Witterungsrisiken deutlich, und mit kluger Anbaustrategie lassen sich die entscheidenden Parameter verlässlich treffen. Für mich als Einkäufer ist das die Grundlage, verlässlich zu planen. Für Sie als Betrieb ist es die Basis, wirtschaftlich zu entscheiden.

Mein Appell an alle, die überlegen, die Anbaupotenziale zu heben: Nutzen Sie das Momentum. Prüfen Sie Durum für die nächsten Jahre in Ihrer Fruchtfolge – vielleicht zunächst auf einem Teil der Fläche, mit enger Begleitung in der Bestandesführung und mit klarer Qualitätszielsetzung. Die Ernte 2025 zeigt, was möglich ist: außergewöhnliche Glasigkeiten, starke Proteine, hohe Hektolitergewichte und Partien, die auch optisch überzeugen. Die Nachfrage ist da, die Verarbeitungskapazitäten sind vorhanden, und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Genau das macht den Unterschied – ökonomisch, ökologisch und für das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in heimische Lebensmittel.

Die Ernte 2025 hat es eindrucksvoll bewiesen: Durum ist in Deutschland angekommen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Anbaupotenzial zu heben.


Schnell gelesen (Kurzfassung):

Früher galt Hartweizen, oder Durum, in Deutschland als Nischengetreide, das hohe Anforderungen an den Anbau stellte. Doch in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass moderne Sorten und klimatische Veränderungen dazu beitragen, dass Durumanbau nicht nur was für Spezialisten ist und Qualität und Ertragssicherheit deutlich gestiegen ist. Moderne bringen meist  stabilen Erträgen von über 60 dt/ha. Zudem steigt die Nachfrage der Verarbeiter nach hochwertigem Durum aus Deutschland, denn zurzeit deckt die heimische Produktion nur die Hälfte des Bedarfs. In der Vergangenheit konnten zudem höhere Preise für Durum erzielt werden. 

Durumanbau erfordert zwar nach wie vor präzise Anbaumethoden, ist jedoch beherrschbar. Wichtige Punkte sind die Wahl der geeigneten Sorte, eine gezielte Nährstoffstrategie und effektive Erntelogistik.

Die Hildebrandmühle Mannheim vermahlt große Mengen Durum und bietet Produkte für den europäischen Markt und den Nahen Osten an. Die aktuelle Ernte zeigt, dass Durum in Deutschland erfolgreich ist. Landwirte sollten sich überlegen, Durum in ihren Anbau zu integrieren, besonders in Teilflächen und mit gezielter Betreuung. Die Ernte 2025 belegt das Potenzial, Qualität zu steigern und regionale Wertschöpfung zu fördern. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das Anbaupotenzial zu nutzen.

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