Ministerin Otte-Kinast: Rückenwind für Pflanzenzüchtung und produktive Landwirtschaft

Bei dem Besuch von Barbara Otte-Kinast, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, im Haus der Saaten-Union standen die Pflanzenzüchtung und eine produktive Landwirtschaft im Vordergrund.

„Die wachsende Weltbevölkerung ist angesichts des Verlusts an Produktionsflächen durch Zubau auf die Pflanzenzüchtung und auf den Pflanzenschutz angewiesen. Wir verfügen hier in Deutschland über einen Gunststandort. Wenn wir hier nicht produzieren, wer denn dann?“, stellte Otte-Kinast fest und betonte zugleich die Bedeutung neuer Züchtungsmethoden. „Der Klimawandel fordert auch die Pflanzenzüchter. Neue Züchtungsverfahren können dabei helfen, Pflanzen an die sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen“, betonte die Ministerin.

Barbara Otte-Kinast, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu Besuch bei der SAATEN-UNION in Isernhagen
Barbara Otte-Kinast, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu Besuch bei der SAATEN-UNION in Isernhagen

Zunehmende Bedeutung der Züchtung

Die Saaten-Union nutzte den Besuch der Ministerin, um aktuelle Herausforderungen aufzuzeigen. Mit Blick auf zukünftig notwendige Ertragssteigerungen seien Ansätze wie Düngung, Pflanzenschutz und Landtechnik weitgehend ausgereizt: „Damit wird die Pflanzenzüchtung noch wichtiger. Mit Blick auf die GAP liegt unser Fokus hier unter anderem auf einer Erweiterung der Fruchtfolgen um Spezialkulturen wie Dinkel, Durum, Leguminosen, Zwischenfrüchte und Sorten, die Stickstoff möglichst effizient aufnehmen und nutzen können“, erläuterte Marcus Iken, Geschäftsführer der Saaten-Union.

Allerdings, so betonten die Ministerin und Marcus Iken gleichermaßen, müsste für diese Spezialkulturen auch ein Markt geschaffen werden. „Die Gemeinsame Agrarpolitik zielt auf erweiterte Fruchtfolgen ab. Aber das, was dann produziert wird, muss auch verarbeitet und vermarktet werden können“, sagte Otte-Kinast. Hier sei man unter anderem mit Mühlen im Gespräch, um den Aufbau von Absatzkanälen anzustoßen. Auch die niedersächsische Eiweißstrategie und damit verbundene Maßnahmen für die Vermarktung heimischer Eiweißpflanzen auch als Futtermittel spielten eine Rolle. „Das macht richtig Spaß, weil sich hier aktuell eine Menge bewegt“, sagte die Ministerin.

N-Effizienz und Resistenzen im Blick

Angesichts weiter wachsender Anforderungen aus der Düngeverordnung kommt neben erweiterten Fruchtfolgen und der züchterischen Bearbeitung von Nischenkulturen und Zwischenfrüchten der Stickstoff-Effizienz eine besondere Bedeutung zu: „So können die Landwirte nicht nur den Stickstoff nach der Ernte der Hauptfrucht im Boden konservieren, sondern über eine hohe Stickstoff-Effizienz der Pflanzen auch dafür sorgen, dass er optimal aufgenommen und genutzt wird“, erläuterte Gero Heumann, Spartenleiter Lizenzkulturen bei der Saaten-Union.

„Der gesellschaftliche und politische Wunsch, den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren, und die mit dem Klimawandel einhergehenden Veränderungen erfordern, dass die Pflanzenzüchter auch im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge sowie Trockenheit entscheidende weitere Beträge leisten. In Anbetracht der zehn bis zwölf Jahre, die für die Züchtung einer neuen Sorte bislang erforderlich sind, sollten neue Technologien in der Pflanzenzüchtung wie CRISPR/Cas als zusätzliches Werkzeug genutzt werden können“, forderte Gero Heumann abschließend. „Nur so kann die Züchtung zeitnah auf die sich verändernden Bedingungen reagieren und ihren Teil zu Sicherung der Nahrungsmittelproduktion beitragen.“




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