KW 27: Ungleichmäßige Entwicklung der Pflanzenbestände? Ergebnisse der Pflanzenproben bestätigen die Vermutung!

KW 27: Ungleichmäßige Entwicklung der Pflanzenbestände? Ergebnisse der Pflanzenproben bestätigen die Vermutung!

Die ungleichmäßigen Entwicklungen der Pflanzenbestände, der Nährstoffmangel und die regional hohen Niederschläge beunruhigen in diesem Jahr viele Landwirte. Maik Seefeldt, Vertriebsberater nördliches Niedersachsen, berichtet in diesem Artikel von seinen Eindrücken und zeigt Ergebnisse von Pflanzenproben. Hieraus leitet er ackerbauliche Tipps für die kommende Saison ab, um erneuten Ausfällen entgegen zu wirken.

Beim Fahren über Land sieht man in diesem Jahr häufig Nester in den Kartoffelbeständen und lückige Bestände in Maisfeldern.

Abb. 1: Kartoffelbestand
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Abb. 1: Kartoffelbestand

Schaut man in die Reihen bei den Kartoffeln, so ist auffällig, dass innerhalb der Reihe größere Lücken festzustellen sind. Die Pflanzen laufen deutlich später auf als der Rest des Schlages. Werden Kartoffelpflanzen ausgegraben und die Keime der Pflanzen genauer betrachtet, stellt man fest, dass sich die Sprosse verbräunt und verkrümmt haben, teilweise sogar stark nekrotisiert sind. Dies lässt auf bodenbürtige Krankheitserreger schließen.

Abb. 2: Kartoffelpflanze mit verbräunten und verkrümmten Sprossen
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Abb. 2: Kartoffelpflanze mit verbräunten und verkrümmten Sprossen

Auch im Mais sind diese Symptome zu finden. Er reagiert mit einem lückigen Auflauf und einer geringeren, zögerlichen Entwicklung. Oft wird ein Nährstoffmangel durch die im Mai gefallen, regional hohen Niederschläge vermutet. Bei trockenen Witterungsbedingungen zeigen diese Flächen sehr schnell Wassermangel und lassen den Mais in seiner jetzt wichtigen weiteren Entwicklung weiter zurückfallen.

Abb. 3: Maisbestand
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Abb. 3: Maisbestand

Abb. 4: Nährstoff- und Wassermangel der Maispflanze
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Abb. 4: Nährstoff- und Wassermangel der Maispflanze

Aus diesen Beständen wurden mehrere Pflanzenproben gezogen und zur Untersuchung in das Labor von P. H. Petersen geschickt, um festzustellen, welche Erreger beteiligt sind.

Abb. 5: Versuchslabor von P.H. Petersen
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Abb. 5: Versuchslabor von P.H. Petersen

wandernde Wurzelnematoden in Kartoffeln
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wandernde Wurzelnematoden in Kartoffeln

Die Ergebnisse der Pflanzenproben bestätigten die Vermutung:

Es handelt sich hier bei den Kartoffeln um wandernde Wurzelnematoden, Wurzelläsionsälchen (Pratylenchen ssp), die häufig auf leichten Böden zu finden sind und erhebliche Ertragsausfälle an den befallenen Kulturen verursachen können.

Weiterhin wurden freilebende Nematoden, Trichodoriden, festgestellt. Diese können die virusbedingte Eisenfleckigkeit bei Kartoffeln übertragen, die die Qualität, insbesondere bei Speisekartoffeln stark in Mitleidenschaft ziehen können.

Im Mais wurden ebenfalls Wurzelläsionsälchen festgestellt, die zu den o.g. Symptomen führen.

Begünstigt durch die in diesem Frühjahr herrschenden kühlen Bedingungen und schlechte Bodenerwärmung konnten die Pflanzenbestände nur langsam dem sensiblen Jugendstadium entwachsen. Dies war ein Vorteil für die Nematoden. Sie konnten die Pflanzen, die dem kritischen Stadium nicht schnell genug davon wachsen konnten, lange und stark schädigen.

Um Nematoden und Krankheitserreger zu unterdrücken und zu bekämpfen, ist ein gutes Anbaumanagement enorm wichtig. Hierzu gehören unter anderem eine weit gestellte Fruchtfolge, Feldhygiene und der Anbau von geeigneten Zwischenfrüchten.

Ölrettich hat die beste Leistung gegen virusbedingte Eisenfleckigkeit bei Kartoffeln (DEFENDER, SILETTA NOVA) und ist eine schlechte Wirtspflanze für Pratylenchen. Zur Reduktion von Pratylenchen zeigte Tagetes patula die beste Leistung. Durch die sehr hohen Aussaatkosten scheidet diese jedoch für die Landwirtschaft als Zwischenfrucht aus.

Rauhafer (PRATEX) bekämpft Wurzelnematoden (Pratylenchus penetrans) ohne Trichodoriden zu vermehren. Er ist eine unkomplizierte Zwischenfrucht mit einer intensiven Durchwurzelung des Bodens und guter Unkrautunterdrückung.

Die beste und effektivste Bekämpfung von Pratylenchen und Trichodoriden besitzt die Zwischenfruchtmischung viterra Intensiv. Sie setzt sich aus 56 % (Samenanteil) Rauhafer PRATEX und 44 % multiresistentem Ölrettich DEFENDER zusammen und ist universell für alle Fruchtfolgen einsetzbar.

Aus dem viterra Zwischenfruchtprogramm 2021 gibt es für jede Fruchtfolge die passende Mischung mit ausgewählten Sorten.

Haben Sie Interesse an weiteren Informationen?

Kontaktieren Sie gerne unsere Berater vor Ort für eine gemeinsame Besichtigung der Versuche, oder nutzen Sie die Möglichkeiten unserer digitalen Sortenschauen. (www.saaten-union.de/sortenschauen)

Ihren regionalen Kontakt finden Sie hier: www.saaten-union.de/berater

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