Verträglichkeit von Weizen und Spelzweizen: Fakten und Mythen
Verträglichkeit von Weizen und Spelzweizen: Fakten und Mythen

In der Presse, aber auch im Gespräch mit Nichtlandwirten, wird oft gegen den klassischen Weichweizen scharf geschossen: Neue Sorten würden krank machen. Viele behaupten, Weichweizen nicht zu vertragen, Dinkel und „Urgetreide“ aber schon. Denen, die Weizen anbauen, fehlen dann oft die Argumente. Einige dieser Diskussionspunkte werden und wurden bereits wissenschaftlich untersucht. FELIX Buchholz, Südwestdeutsche Saatzucht, gibt einen Überblick – und Ihnen „Stoff“ für die nächste Verbraucherdiskussion.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Verträglichkeit von Weizen und Spelzweizen: Fakten und Mythen

Aufgrund der nahen Verwandtschaft sind Weizen und Dinkel genetisch sehr ähnlich, jedoch sind etwa 35 % der Proteine signifikant unterschiedlich. Dinkel enthält im Durchschnitt der Sorten doppelt so viele Mineralstoffe und fast doppelt so viele essenzielle Fettsäuren wie Weichweizen. Der Glutengehalt bei Dinkel ist allerdings ebenfalls höher als bei Weichweizen. Doch viele Menschen haben das gefühl, Dinkel besser zu vertragen als Weizen - was könnten die Ursachen sein?

Es ist noch nicht abschließend geklärt, ob dieses Phänomen auf bestimmte Proteine zurückzuführen ist (ATI), ob sogenannte FODMAPS als Ursache in Frage kommen. Vielleicht ist ein guter Teil der Weizenunverträglichkeiten auch auf eine andere Teigführung der Backwaren zurückzuführen.

Was auch immer die Ursachen für vermehrte Weizenallergien und -unverträglichkeiten sind: Sie betreffen nur einen sehr geringen Teil der Weltbevölkerung: Für über 90 % der Menschen weltweit ist und bleibt Weichweizen ein gesunder Rohstoff für gesunde Nahrungsmittel. Und Weizen ist aus der Welternährung nicht wegzudenken.