KW 18: Mais-Aussaat, Keimung und Auflauf unter ungünstigen Bedingungen. Was ist zu beachten?
KW 18: Mais-Aussaat, Keimung und Auflauf unter ungünstigen Bedingungen. Was ist zu beachten?

Vielerorts hat sich die Maisaussaat in diesem Jahr um einige Wochen verschoben. Grund dafür waren die ungüstigen Witterungsverhältnisse mit kalten Temperaturen. Daniel Ott, Produktmanager Mais, gibt im Folgenden Tipps für ackerbauliche Maßnahmen bei ungüstigen Aussaatbedingungen.

Sehr geehrte Landwirtinnen und Landwirte,

in meinem Beitrag zu „Aus der Praxis“ in Kalenderwoche 13 bin ich bereits auf die wesentlichen Umweltbedingungen zur Maisaussaat eingegangen.

So seien für eine schnelle Keimung sowie ein zügiges Auflaufen ausreichend Bodentemperatur und Bodenfeuchte entscheidend. Mein Praxistipp, wonach die Bodentemperaturen in 5 cm Tiefe für eine sichere Keimung und Auflaufen vom Mais nachhaltig 10°C überschreiten und im Idealfall zwischen 10 bis 12°C liegen sollten, hat sich vielerorts leider nicht nachhaltig eingestellt. Ganz im Gegenteil.

Frühe bis normale Aussaat

Die Witterung der letzten Wochen war von starkem Wind sowie einstelligen Tageshöchsttemperaturen sowie tlw. Minusgraden in der Nacht geprägt. Insgesamt für die wärmeliebende Maispflanze denkbar ungünstig.

In einigen Regionen konnten in den vergangenen Jahren immer mal wieder Kälteschäden beobachtet werden. Typische Kälteschäden können eine verkürzte Koleoptile (bei sehr kalten Temperaturen) oder eine Verdrehung des Keimlings (bei starken Temperaturschwankungen) sein.

Symptome von Kälteschäden im Mais
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Symptome von Kälteschäden im Mais

Praxistipp: Die Anfälligkeit ggü. Kälteschäden hängt stark vom Wachstumsstadium ab. Während Kälte zu Beginn der Keimung zu massiven Schäden führen kann (Absterben des Keimlings, Wachstumsstillstand, lückige Bestände), können sich kalte Temperaturen im 2-Blattstadium später noch verwachsen.

Die Ursache für die Kälteschäden liegt im Aufbrechen der Zellmembranen. Während des Keimvorgangs tritt Wasser durch die Zellmembranen ein. Herrschen Temperaturen von unter 8°C, können diese bei der Aufnahme des kalten Wassers reißen und zudem Eintrittspforte für bodenbürtige Pilze sein.


Spätere Aussaat

Die Maisaussaat im Jahr 2021 ist, innerhalb der letzten 10 Jahre, im Mittel in Deutschland deutlich später. Aktuell sind, aufgrund der Witterung, einige Flächen noch nicht bestellt.

Was gilt es bei der Aussaat zu beachten?

  • Unmittelbar vor einer Kälteperiode sollte keine Aussaat stattfinden. Optimalerweise keimt das Saatkorn bei Temperaturen über 12°C über zwei Tage hinweg
  • Während einer Kälteperiode sollte keine Aussaat stattfinden. Die Keimphase ist deutlich länger und gleichzeitig reduziert sich der Beizschutz.
  • Auf sehr leichten und sandigen Böden sollten die Nachttemperaturen im Auge behalten werden. Bei sehr hohen Tagestemperaturen und Nachttemperaturen im einstelligen Bereich ist die Gefahr von Schäden sehr groß.
  • Passen Sie ggf. die Saatstärke auf sehr kalten und nassen Böden an.

Praxistipp II: setzen Sie auf Sorten, die in der standortgerechten Anbauempfehlung für feuchte und kalte Böden sowie über eine ausgezeichnete Jugendentwicklung verfügen. Exemplarisch seien SUNSHINOS, MILKSTAR, SUMUMBA oder NEUTRINO genannt.

  • Kann die Aussaat erst ab Mitte Mai realisiert werden, sollte auf Sorten mit früherer Reife (ca. Minus 20 bis 40 FAO-Punkte) als ortsüblich zurückgegriffen werden. Zwar ist der Ertrag etwas niedriger zu erwarten, die vollständige Abreife aber damit gesichert.

Praxistipp III: Bei der Körnermaisnutzung bietet sich unsere frühe Sorte HORIZONTE mit FAO ca. K 200 an: die Zahnmaisgenetik sorgt für eine gute Abreife und die niedrige Kornfeuchte für hohe Marktleistungen.

  • Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage mit tlw. Platzregen kann eine erneute Saatbettvorbereitung sinnvoll sein, welche den Feldaufgang deutlich verbessert

Zum Wochenende hin scheinen die Temperaturen anzusteigen und ausreichend hoch für eine gute Keimung und Bestandsetablierung zu sein.

Bei Fragen zur Sortenauswahl, Anbauempfehlungen und kurzfristigen Saatgut Verfügbarkeiten, wenden Sie sich gerne an uns!

Ihr Daniel Ott, Produktmanager Mais