KW 5: Tipps zur Anpassung der Düngestrategie im Wintergetreide

Nach den teils ergiebigen Schneefällen und dem im Süden einsetzenden Tauwetter in der letzten Woche, soll es nun kurzzeitig etwas wärmer werden. Die Vegetation wird jedoch noch nicht gleich mit Wachstum starten. Man sollte sich jetzt aber schon seine Bestände anschauen, um eine Düngestrategie für das Wintergetreide festzulegen.

Wer noch keinen Mineraldünger vorgekauft hat, kann dies jetzt sehr schön anhand der Bestandsentwicklung tun – Stichwort individuelle Bestandsführung! Generell sollte zur ersten N-Düngegabe auch eine Schwefelkomponente mit ca. 20 kg S/ha eingeplant werden. Der Schwefel ist wichtig für die Arbeit der Nitratreduktase. Ist Schwefel für die Pflanze nicht verfügbar, ist die Stickstoffumsetzung in der Pflanze gestört und somit wird schon an diesem Punkt Ertragspotenzial liegen gelassen. Die Zeiten des sauren Regens, in denen Schwefelfrachten von bis zu 60 kg S/a auf die Flächen kamen, sind vorbei. Es kommt gerade in den „Roten Gebieten“ auf jedes Kilo Stickstoff an, das es gilt in Ertrag umzusetzen. Die Einplanung einer Schwefelgabe ist eine Stellschraube im ganzen System, die sich leicht umsetzen lässt.

Erste N-min Werte auf Sandstandorten liegen zwischen 10-30 kg Nmin/ha und fallen damit sehr gering aus. Dünne und spät gesäte Bestände sollten startbetont angedüngt werden (Abb.1).

Abb.1: Ende November gesäter Winterweizen

Abb.1: Ende November gesäter Winterweizen

Ziel muss es sein die Bestockung anzuregen. Üppige Bestände, häufig Frühsaaten, sollten verhaltener angedüngt werden. Entscheidend für die Verteilung der Düngegaben wird aber die Witterung in den nächsten 2-3 Wochen sein. Dicke Bestände sollten eher mit Ammonium-haltigen Mineraldünger versorgt werden (Abb.2).

Abb. 2: Gut entwickelter SU Performer Bestand

Abb. 2: Gut entwickelter SU Performer Bestand

Sollen Güllen oder Gärreste zur Anwendung kommen, sollte auf alle Fälle eine Teilmenge (20-30 kg N/ha + S) des Stickstoffs zusammen mit einer Schwefelkomponente in Mineralform gedüngt werden. Hier sind Düngemittel wie SSA oder ASS zu nennen. Insbesondere im Roggen aber auch in den anderen Wintergetreiden sichert diese Praxis den Startbedarf der Kulturen ab bis die Wirtschaftsdünger greifen. Dünne Bestände sollten mit Nitrat-haltigen Düngemittel angedüngt werden, damit die Wirkung möglichst schnell einsetzt.

Sollten Sie die Möglichkeit haben, auf stabilisierte Dünger zurückgreifen zu können, kann die Andüngung mit der Schossergabe zusammengefasst werden. Unabhängig von der Getreidekultur und deren Entwicklungsstand, muss auch die Schwefelversorgung mit 20-30 kg S/ha sichergestellt werden! Einfach ist dies mit beispielsweise ALZON flüssig S möglich. Auch eine Splitting-Strategie aus beispielsweise SSA (Teilmenge 1-1,5dt/ha) und Harnstoff mit Urease-Hemmung haben sich auf Betrieben etabliert.

Viele Wege führen nach Rom und das macht die Landwirtschaft auch interessant und herausfordernd.

Daniel Husmann, Produktmanager Hybridgetreide

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