Milchviehfütterung:„Mit Futterrüben sind die Kühe einfach besser drauf!“
Milchviehfütterung:„Mit Futterrüben sind die Kühe einfach besser drauf!“

Tiere, die gut drauf sind, bringen mehr Leistung? Ganz so einfach ist die Gleichung, die Andreas Pape und sein Neffe Jannik Kabelich für eine Milchviehfütterung mit Futterrüben aufmachen, dann doch nicht.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Milchviehfütterung:„Mit Futterrüben sind die Kühe einfach besser drauf!“

Andreas Pape bewirtschaftet seinen Milchviehbetrieb in Geestland, einer typischen Milchviehregion: 175 melkende Kühe plus Nachzucht. Das Grundfutter – Ackergras, Dauergrünland, Silomais, Winterroggen und Futterrüben – wird auf 118 ha überwiegend leichten Böden mit Ackerzahlen zwischen 23 und 32 produziert

Die Tierdaten und Leistungen weichen in einigen Punkten von einem Durchschnittsbetrieb ab, was auch der tierorientierten Grundeinstellung des Betriebsleiters zu verdanken ist:

Die Tatsache, dass die Futterrüben unzerkleinert verfüttert werden, widerspricht zwar der gängigen Lehre, aber schlechte Erfahrungen wie Schlundverstopfungen, Verdauungsprobleme oder ähnliches hat es hier nie gegeben. Die frisch gerodeten Rüben werden auf dem Hof eingemietet und trocknen weiter ab. Die Wochenportion wird vorher noch einmal über einen Enterder gereinigt, bevor die ganzen Rüben in den Futtermischwagen gelangen.

Vor vier Jahren entschied sich die örtliche Raiffeisen Genossenschaft für eine technische und fachliche Rundum-Begleitung und betreut den Futterrübenanbau jetzt von der Saat bis zur Ernte in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Lohnunternehmen und dem Maschinenring. Der Betrieb macht also, vom Abfahren der Rüben einmal abgesehen, fast nichts selbst.

Die sechs Hektar Futterrüben mit in diesem Jahr gut 100 Tonnen pro Hektar Ertrag reichen von November bis vermutlich Mai. Wird die Fütterung im November auf Rüben umgestellt, geht die Milchleistung um ein bis zwei Liter/Tier und Tag hoch und auch die Konzentration der Inhaltstoffe steigt. Auf dem Betrieb hat man den Eindruck, dass die Tiere insgesamt zufriedener sind, seit die Futterrübe wieder Einzug gehalten hat. Sie sind „gut im Futter“, die Futteraufnahme ist gesteigert, es gibt keine Fruchtbarkeitsprobleme und die Tiergesundheit insgesamt ist sehr zufriedenstellend.

Die Futterrübe ist eine gute Ergänzung zum Mais und bringt wertvolle Inhaltsstoffe wie z. B. die Karotinoide mit. Auch der Vorfruchtwert der Rübe ist auch nicht zu unterschätzen, und das auf dem Feld verbleibende Blatt liefert den Bodenmikroorganismen wertvolles Futter.