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Z-Saatgut

Kurs ändern, alt Erlerntes passt oft nicht mehr! Teil 2

Der gleichnamige Artikel in der Ausgabe 4/2018 hat sich schwerpunktmäßig mit Fruchtfolgen beschäftigt. Der 2. Teil bearbeitet jetzt pflanzenbaulich die Themen Ackerhygiene und Gründüngung und bewertet diese monetär.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

I. Feldhygiene – die Grundlage des Ackerbaues

Zunehmende Resistenzbildung und Restriktionen zwingen dazu, enge Fruchtfolgen, Frühsaaten und flüchtige Bodenbearbeitung zu vermeiden. An Stelle von Reparaturmaßnahmen müssen ausgeklügelte agronomische Maßnahmen treten!

1. Äcker vertragen nur in begrenztem Umfang Fremdbewuchs

Dauerprobleme schaffen die Kulturen, deren Samen jahrelang im Boden keinfähig bleiben: Raps, Ackerfuchsschwanz etc.. Beim Ausfallsamenmanagement geht es also darum, den Besatz auf ein wirtschaftlich verträgliches Niveau zu begrenzen.

2. Pilzbelastete Ernterückstände haben mehrjährige Nachwirkungen

Auf Ernterückständen befinden sich meist mehrere Pathogenen. Ernterückstände müssen schnell verrotten, damit die Vermehrungszyklen unterbrochen werden.

3. Die „Grüne Brücke“ ist phytosanitär besonders schädlich!

Vielfach werden die Äcker zwar nach der Ernte schnell bearbeitet, grünen dann aber über längere Zeit vollkommen ungestört durch, sodass einige Unkrautarten bis zur Samenbildung kommen: Ideale Brutstätte für Pilze, Insekten und Schnecken. Der Bewuchs muss daher bis zur Neuaussaat im Herbst regelmäßig bearbeitet werden – Glyphosat ist hier nicht die Lösung.

4. Nacherntemanagement durch konsequent flache Bodenbearbeitung statt durch Glyphosat

Nacherntemanagement erfordert eine zeitlich angepasste, mehrfache und konsequent ganzflächig abschneidende Bodenbearbeitung!

5. Mut und Weitsicht zur Neubestellung von misslungenen Flächen

Zur Feldhygiene gehört auch, nicht reparable bzw. misslungene (Teil)flächen konsequent neu zu bestellen und ggf. zu brachen.


II. Gründüngung – die Herausforderung in Fruchtfolgen

Gründüngung kommt überwiegend bei speziellen Anwendungen, z. B. zur Nematodenbekämpfung oder zum Erosionsschutz, zum Einsatz.

1. Einordnung von Gründüngung in Fruchtfolgen und phytosanitäre Bewertung

Die Fruchtfolgen müssen wegen zunehmender phytosanitärer Probleme vielfältiger werden, Krumenbasisverdichtungen, die zu Problemen bei der Bodenstruktur führen, gilt es zu vermeiden.

Sommergetreidearten sind nach einer gelungenen „Vorfrucht Gründüngung“ ertragsstabiler.

Was ist bei Zwischenfruchtmischungen zu beachten?

Mischungen dürfen keine Varietäten beinhalten, die bereits in der Fruchtfolge vertreten sind.
In zweikeimblättrigen Zwischenfruchtkulturen sind keine selektiven Graminizide zur Ausfallgetreidebekämpfung zugelassen.

2. Strukturbildung

Weniger Tieffrost im Winter, dafür aber mehr (Stark)Niederschläge bedeuten eine geringere Strukturbildung. Wenn Bodenstrukturbildung aufgrund klimatischer Entwicklungen immer problematischer wird, gewinnen tief wurzelnde Kulturen wie spezielle Zwischenfruchtmischungen stark an Bedeutung. Eine intensive Bewurzelung, die auf mindestens 1 Meter Bodentiefe geht, benötigt eine Wachstumszeit von mindestens 3 Monaten. Spätestens Anfnag August muss daher die Aussaat erfolgen.

3. Hohe Nmin-Werte nach der Ernte und im Spätherbst

In vielen Regionen hat sich der sichtbare Beginn der N-Mineralisation aus der Bodenmineralisation auf frühestens Ende Juni verschoben. Damit können Raps sowie Winter- und Sommergetreide diese N-Quelle nicht mehr ausreichend nutzen – nach der Ernte liegen hohe Stickstoffgehalte im Boden vor. Diese müssen durch Zwischenfrüchte oder Nachfolgekulturen gebunden werden.

4. Gülle-Ausbringflächen Herbst

Gründüngung ermöglicht eine effiziente Verwertung der Herbstgülle bei gleichzeitiger Verminderung der Nmin-Werte.

5. Arbeitserledigung

Die Gesamtleistung von Zwischenfrüchten verbessert sich nach einer standortgerechten Bodenlockerung. Drillsaat gewährleistet eine deutlich höhere Anbausicherheit. Sofern ein gleichmäßig gut abdeckender Bestand mit guter Durchwurzelung etabliert werden konnte, ist eine pfluglose Bestellung der Nachfrucht ohne erneute Lockerung möglich.

Zwischenfrüchte verursachen keine Arbeitsspitzen, wenn die Fruchtfolge durch eine Sommerkultur erweitert wird! Eine zusätzliche Entlastung stellt die Bestellung in der arbeitsarmen Zeit bis Ende Juli dar.

6. Ökonomische Bewertung

Die Kosten, die eine Zwischenfrucht verursacht, muss die Nachfolgekultur entsprechende Mehrerträge bringen. Wenn es gelingt, zwischen den Fruchtfolgegliedern wiederholt eine Zwischenfrucht zu etablieren, nivellieren sich die notwendigen Mehrerträge auf ca. 5 dt/ha. Und das ist durchaus realistisch, wie Versuche zeigen.

 



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