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Klimawandel: „Vielfalt ist die beste Versicherung“

In den letzten 25 Jahren gab es deutschlandweit neun „Trockenjahre“, drei davon mit ausgeprägten Dürreschäden. Wie wirkt sich Trockenstress auf die Erträge aus und wie können wir über Fruchtfolge und Sorte gegensteuern?

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Autor Sven Böse beschreibt Daten und Fakten sowie Praxisbeobachtungen und zieht folgende Fazits:

  1. 1Jedes dritte Jahr ist mittlerweile ein Trockenjahr, jedes dritte davon wiederum ein Dürrejahr mit größeren Ertragseinbrüchen.
  2. Jedes Trockenjahr ist einzigartig in seiner Witterungskonstellation, wird sich so also nicht wiederholen.
  3. Trockenjahre wirken sich unterschiedlich auf die Ertragsstruktur auf, es gibt keinen begünstigten Sortentyp. Je nachdem, zu welchen Entwicklungsabschnitten Trockenstress auftritt, wirkt er sich unterschiedlich auf die Ertragsstruktur aus. Je früher er eintritt, umso größer der potenzielle Ertragsverlust, umso höher sind andererseits die Kompensationsmöglichkeiten der Pflanze. Je später er auftritt, umso geringer die Ertragsbeeinträchtigung, jedoch auch umso endgültiger.
  4. Frühe Sorten sind vorteilhaft bei Sommertrockenheit. Nach schwierigem Frühjahr oder feuchten Sommern punkten oft späte Sorten.
  5. Die Fruchtarten reagieren unterschiedlich und damit unvorhersehbar auf Trockenjahre. Für alle Fruchtarten gilt: Hybriden sind langjährig stress- und damit auch trockentoleranter als Liniensorten. Beispiele: Im direkten Vergleich ist Roggen das trockentoleranteste Getreide. Wintergerste nutzt die Winterfeuchte sehr gut. Weizen reagiert auf Trockenstress im späteren Frühjahr sehr empfindlich. Mais und Zuckerrüben profitieren von hohen Temperaturen im Frühjahr und brauchen dann auch noch nicht so viel Wasser. Sie können Sommerniederschläge sehr gut nutzen, fallen aber ertraglich stark ab, wenn diese fehlen. Als Kulturpflanze mit der frühesten Ertragsbildung leidet Raps besonders unter sehr trockenen Frühjahren, kommt mit mäßigem Trockenstress aber gut zurecht.
  6. Die beste Versicherung gegen Witterungsunbilden ist ein genetisch breites Fruchtarten- und Sortenportfolio.

Genetische Vielfalt lohnt nur mit Fruchtarten, die einzelbetrieblich auf die vorherrschenden abiotischen und biotischen Stressoren ausgerichtet sind. Landwirte in Anbaulagen mit regelmäßigem Trockenstress werden noch stärker bzw. neu auf Hybridroggen oder Hybridweizen setzen. Solche mit besseren Böden können ein breiteres Fruchtartenangebot nutzen bis hin zu Spezialitäten wie Durum oder Winterbraugerste, beide mit steigenden Vermarktungspotenzialen.

Nachhaltig sind erweiterte Fruchtfolgen nur, wenn sie sich auch rechnen. Zu berücksichtigen sind dabei ihre vielfältigen Vorteile, vor allem auch in phytosanitärer Hinsicht oder im Hinblick auf die Düngeverordnung. Berücksichtigt um diesen Fruchtfolgewert sind erweiterte Fruchtfolgen auch mit Extensivkulturen wie Leguminosen oder Sommergetreide am Ende häufig wirtschaftlich

 



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