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Hafer



Fruchtfolge: Ist Hafer eine ökonomische Alternative?

Nach jahrelangem Rückgang der Haferanbaufläche, hat das Interesse an dieser
Kultur wieder zugenommen: unter anderem als Problemlöser für zunehmende
ackerbauliche Schwierigkeiten. Andrea Ziesemer von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern führt aus, wann der Anbau von Hafer wirtschaftlich ist.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Das Interesse am Haferanbau hat in Deutschland in letzter Zeit wieder zugenommen. Enge Fruchtfolgen mit einer Zunahme von Schädlingen, Ungräsern und Krankheiten sowie Restriktionen durch die Politik stellen die Betriebe vor immer neue Herausforderungen und tragen dazu bei, dass das Interesse an Hafer zunimmt. Wenn Hafer zur Auflockerung enger Fruchtfolgen angebaut wird, wie ist es dann um seine Wirtschaftlichkeit bestellt?

Eine Annäherung an die Antwort auf diese Frage soll am Beispiel Hafer anbauender Referenzbetriebe der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA MV) erfolgen.

Hier die Ergebnisse der Auswertung der Betriebsdaten in Kürze:

  • Die potenzielle Ertragsleistung von Hafer wird in den Betrieben meist nicht erreicht, was unter anderem auch mit der Standortauswahl zu tun hat.
  • Mit Ausnahme des Jahres 2013 konnte Hafer in den Referenzbetrieben mit Direktkosten produziert werden, die deutlich unter 300 €/ha lagen.
  • Der Anbau von Qualitätshafer war in den Jahren 2014 und 2016 sehr wirtschaftlich. Bei günstiger Ertrags- und Preiskonstellation konnten Referenzbetriebe Direktkostenfreie Leistungen erzielen, die über denen des Stoppelweizens lagen.
  • Die Wirtschaftlichkeit des Haferanbaus hängt von Vermarktungsmöglichkeiten, Kosten für Lagerung und Transport, ggf. Beregung, Marktpreisen und den realisierbaren Erträgen ab.
  • In den Jahren 2014 und 2016 hat sich der Anbau von Qualitätshafer dagegen mehr als ausgezahlt. Hafer war dem Stoppelweizen deutlich überlegen
  • Um mit Hafer das gleiche wirtschaftliche Ergebnis zu erzielen wie mit Stoppelweizen, hätte in den Jahren 2012 und 2013 ein Drittel mehr pro Dezitonne Hafer gezahlt werden müssen.
  • Auf leichten Standorten muss Hafer sich an Roggen messen. Um hier wirtschaftlich zu sein, müsste Hafer in dieser Konstellation 46 dt/ha mindestens dreschen.

Werden hohe Erträge und somit gute Qualitäten erreicht, sollte Hafer seinen Platz in den Fruchtfolgen finden: Als wirtschaftliches Fruchtfolgeglied, das einen wesentlichen Beitrag zur Lösung anstehender ackerbaulicher Probleme leistet.

 



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