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Getreide



Höhere Getreideerträge mit Vereinzelungssaat?

Das hohe Ertragsniveau in der heutigen Getreideproduktion lässt zunächst keine großen Sprünge mehr erwarten. Auch werden die chemischen Möglichkeiten immer begrenzter. Aber in der Verbesserung der Produktionstechnik stecken noch Reserven! Anna Schwinger berichtet von dem Gemeinschaftsversuch der Firmen Horsch Maschinen, HYBRO Saatzucht/SAATEN-UNION und Hanse Agro Beratung.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Die Versuchsthese: Von der Vereinzelungstechnik wird eine homogenere Verteilung der Körner in der Reihe und eine dementsprechend bessere Entwicklung der Einzelpflanze erwartet. Diese soll die Standortfaktoren Strahlung, Wasser sowie Nährstoffe besser ausnutzen und in Ertrag umsetzen. Eine besser entwickelte Wurzel könnte bei Trockenheit zu Vorteilen gegenüber dem klassischen Saatverfahren führen.

Besonders interessant könnte dieses für Hybridweizen sein. Da de Mehrkosten des Hybridweizens gegenüber dem Liniensaatgut sehr hoch ist, ist es besonders wichtig, die höhere Vitalität und Ertragsleistung der Hybrideinzelpflanzen im Hinblick auf geringere Saatstärken zu nutzen. Dafür wäre die Vereinzelungssaat ideal. Zum einen kommt es bei bestockenden und verzweigenden Fruchtarten nicht auf eine exakt definierte Einzelkornablage an, weil die Pflanzen eine unterschiedliche Raumzuteilung besser kompensieren können als beispielsweise Rüben oder Mais. Zum anderen lohnt sich die Vereinzelungssaat gerade bei Hybridgetreide, da bei den dort vorherrschenden Dünnsaaten eine vergleichbare Flächenleistung wie bei herkömmlicher Drilltechnik möglich ist.


Zum Einsatz kommt ein Kornvereinzeler (Funck Dosierer) der auf dem Säschar sitzt und einzeln elektrisch angetrieben wird. An das Saatgut angepasste Taschen im Inneren nehmen jedes Korn gesondert auf und geben es in richtigem Abstand ins Fallrohr frei. Im Gegensatz zum herkömmlichen Säschar wird mit einer Kufe an der Unterseite der Säscheiben die Rille geformt und das Saatkorn darin abgelegt. Eine zusätzliche Fangrolle bremst das Saatgut sofort nach Verlassen der Kufe, um es in der richtigen Position zu halten. Mit dieser Technik kann aber ebenso nicht vereinzelt gedrillt werden.

In beiden Kulturarten wurden zwei Sorten verglichen. Bei Winterroggen waren dies zwei Hybridsorten unterschiedlicher Vitalität, bei Weizen wurde eine Hybrid- einer Liniensorte gegenübergestellt. Neben den typischen Ertragsparametern wurden auch die Entwicklung der Einzelpflanze und die Güte der Standraumverteilung erfasst.


Die Ergebnisse in Kürze:

  • Die vereinzelte Drillsaat brachte eine signifikant bessere Standraumverteilung als die konventionelle Saat: dies besonders deutlich bei Winterweizen.
  • Der Hybridweizen wies im Gegensatz zu der geprüften Liniensorte in beiden Versuchsjahren einen erhöhten Ertrag in der vereinzelten Variante auf.
  • Es zeigte sich, dass eine Verringerung der Saatstärke um annähernd 50 % auch ein gewisses Risiko birgt bzw. optimale Bestockungsbedingungen im Kurztag und somit eine zeitige Saat voraussetzt.
  • Roggen konnte die verringerte Saatstärke nicht ausreichend kompensieren.

Es bleiben noch viele offene Fragen, die in weiteren Versuchsreihen bearbeitet werden sollen, die durch Großflächenversuche ergänzt werden.

 



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