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KW 12: Hafer Aussaat 2021. Was gilt es zu beachten?

Für den richtigen Aussaattermin des Hafers gelten im Wesentlichen zwei Faustformeln: Erstens „so früh wie möglich“ und zweitens „Maihafer ist Spreuhafer“. Die Haferaussaat ist bereits in einigen Regionen abgeschlossen. Wo dies noch nicht der Fall ist, sollte dies mit Rücksicht auf die Befahrbarkeit der Böden bis Ende März/Anfang April ins Auge gefasst werden. Was es dabei für eine erfolgreiche Aussaat zu beachten gilt, erklärt Stefan Ruhnke, Projektmanager ökologischer Landbau.

Hafer Aussaat

Hafer Aussaat

Vorfrucht

Gute Vorfruchtwirkungen für Hafer haben Hackfrüchte, Leguminosen, Mais und Roggen. Ansonsten gilt Hafer im allgemeinen als Gesundungsfrucht mit geringen Ansprüchen an die Vorfrucht. Das kommt daher, dass Hafer Fußkrankheiten (Halmbruch, Schwarzbeinigkeit) in getreidelastigen Fruchtfolgen reduziert. Lediglich bei Weizen und Gerste als Vorfrucht sollte auf Probleme mit Getreidezystenälchen geachtet werden.

Aufgrund seines gut ausgeprägten Wurzelsystems schafft er es, Nährstoffe auch aus tieferen Bodenschichten zu erschließen. Dies führt dazu, dass Hafer meist als abtragende Frucht in der Fruchtfolge steht. Zudem ist Hafer aus diesem Grund prädestiniert für die Rekultivierung von Flächen.

Standort

Bei der Auswahl des Standortes sind mehrere Punkte zu beachten, um die gewünschten Qualitäten und Erträge zu erzielen. Der wichtigste Punkt ist dabei der hohe Anspruch des Hafers an die Wasserverfügbarkeit. Ist diese gegeben, kann der Anbau auch auf leichteren Standorten in Betracht gezogen werden. Ansonsten bilden Lehm- & Lössböden mit einer guten nutzbaren Feldkapazität und einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7 das Optimum.

Staunässe wird vom Hafer besser toleriert als z. B. vom Winterweizen. Doch ist meist auf schweren, zur Staunässe neigenden Böden eine frühe Befahrbarkeit und eine frühe Aussaat nicht immer gewährleistet. Hier kann man gegebenenfalls eine Frostbodenbearbeitung und -bestellung in Erwägung ziehen, falls eine zeitige Aussaat aufgrund von Nässe im Frühjahr nicht möglich sein sollte. Der Hafer benötigt eine Keimtemperatur zwischen 3 - 5 °C. Wichtig ist, dass die Saat nicht in den Boden eingeschmiert wird.

Düngung

Hafer hat einen eher extensiveren Charakter, was ihn auch besonders interessant für den ökologischen Landbau macht. Die Wirkung von N-Düngungs- und Fungizidmaßnahmen auf die Kornausbildung ist vergleichsweise gering. Übermäßige N-Versorgung führt meist zu Lager und Zwiewuchs.

Bei höheren pH-Werten sowie auf tonarmen Sandböden können Mängel an Spurenelementen und infolgedessen Krankheiten (Manganmangel: Dörrfleckenkrankheit, Kupfermangel: Heidemoorkrankheit) auftreten.

Scheibenegge zur Saatbettbereitung

Scheibenegge zur Saatbettbereitung

Saatbettbereitung

Hier empfiehlt sich eine zügige, flache Saatbettvorbereitung im Frühjahr mit möglichst wenigen Arbeitsgängen, um den Anschluss an das Kapillarwasser aus dem Unterboden nicht zu unterbrechen. Auch die Direktsaat des Hafers ist möglich, wobei die Konkurrenz um das Wasser durch die Ackerbegleitenflora beachtet werden muss.

Aussaat

Die Saattiefe beträgt 3 - 4 cm und der empfohlene Reihenabstand zwischen 10 und 14 cm. Nach der Aussaat hat sich auf leichten Standorten der Einsatz der Walze bewährt.

Je geringer ein Standort bonitiert ist, desto wichtiger ist eine frühe Aussaat. Ein früher Aussaattermin dient nicht nur der Ausnutzung der Winterfeuchtigkeit, sondern verringert auch das Risiko des Fritfliegenbefalls.

Bei späteren Saatterminen sollte die Saatstärke entsprechend angepasst werden.

Beispiele angepasster Saatstärken im konventionellen Landbau

Beispiele angepasster Saatstärken im konventionellen Landbau

Im ökologischen Landbau sollten etwa 380 - 420 Rispen/m² angestrebt werden. Die Aussaatstärke sollte nicht zu knapp bemessen sein und leicht über der für konventionelle Bedingungen angegebenen Körnerzahl liegen, sodass eine Saatstärke von 350 - 400 keimfähigen Körnern/m² zu empfehlen ist. Bei einer geplanten mechanischen Unkrautregulierung sollte im Vorfeld mit einer etwa 10 % höheren Saatstärke gerechnet werden, um etwaigen Pflanzenverlusten entgegenzuwirken.

Unkrautregulierung

Um dem Hafer einen Vorsprung gegenüber der Ackerbegleitflora zu gewährleisten, empfiehlt sich im ökologischen Landbau der Striegeleinsatz im Vorauflauf. Im Nachauflauf kann der Striegel ab dem Vierblattstadium eingesetzt werden. Hafer besitzt eine gute Striegelverträglichkeit und eine gute Konkurrenzkraft gegenüber einer möglichen Spätverunkrautung.

Weitere Informationen für einen erfolgreichen Haferanbau finden Sie in unserer Infobroschüre.



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