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KW 24: Einfluss der Witterung auf Mutterkornbefall? / erste Ergebnisse des Wirtschaftsdüngerversuchs

In den letzten Tagen haben die meisten Regionen endlich etwas Niederschlag abbekommen, was den Kulturen zunächst weiterhelfen wird. Wie es mit dem Wetter weitergeht, wissen wir noch nicht genau. Die Prognosen gehen von sommerlichen Temperaturen mit teils starken Hitzegewittern aus. Daniel Husmann, Produktmanager Hybridgetreide, hat in einige Hybridroggenbestände geschaut und überprüft wie sie auf die aktuelle Witterung reagiert haben. Dazu gibt er Empfehlungen, um das Mutterkornrisiko zu mindern. Im zweiten Teil stellt er erste Ergebnisse aus unserem Wirtschaftsdüngerversuch vor. Eine Sorte hebt sich deutlich unter trockenen Bedingungen ab.

In vorherigen Beiträgen wurde bereits auf die mögliche Gefahr von Mutterkornbefall hingewiesen. Die Bestände sind regional sehr ausgedünnt und haben teils nur den Haupttrieb und einen unterständigen Nebentrieb mitgezogen. Zum Glück ist die Hauptblüte in den meisten Fällen bereits gelaufen – auch die Nebentriebe sollten daher genügend bestäubt worden sein.

Abb.1: Durch die Witterung haben sich Nachschosser im Hybridroggenbestand ausgebildet.
Abb.1: Durch die Witterung haben sich Nachschosser im Hybridroggenbestand ausgebildet.
Nachschosser als Risiko für Mutterkorn

Jedoch haben die Niederschläge vor etwa drei Wochen dazu geführt, dass Nachschosser ausgebildet worden (Abb.1). In dünnen Beständen findet man diese Triebe sogar außerhalb von Fahrgassen. Diese Triebe haben zumeist 4-5 Spindelstufen und werden erst in den nächsten Tagen in die Hauptblüte kommen. Aufgrund der teils weiten Abstände zwischen diesen Trieben, wird erfahrungsgemäß nur ein geringer Prozentsatz erfolgreich bestäubt werden – dies ist die Eintrittspforte für den Mutterkornerreger. Auch im Bereich der Fahrgassen sind Nachschosser keine Seltenheit.

Welche Gegenmaßnahmen werden empfohlen?

  • Fahrgassen als GPS-Roggen heraushäckseln
  • Im Bereich der Fahrgassen einen Hochschnitt durchführen

Wirtschaftsdüngerversuch in Hybridroggen

In KW14 wurde ein Praxisversuch zum Wirtschaftsdüngereinsatz in Hybridroggen vorgestellt. Der Versuch steht auf landwirtschaftlichen Betrieben in den Räumen Sangerhausen und Wildeshausen. Im Versuch werden zwei Hybridroggensorten miteinander verglichen: SU BENDIX und SU PERFORMER. Die Varianten sind:

  • mineralisch (Alzon neo),
  • Gärrest solo,
  • Gärrest mit Piadin und
  • Gärrest mit Vizura.

Die N-Düngung wurde auf 120 kg/ha inkl. Nmin begrenzt. Dies entspricht in etwa dem Niveau der zukünftigen Roten Gebiete. In BBCH 39 wurden vom Standort Wildeshausen Pflanzenanalysen genommen, die interessante Ergebnisse zeigen. Denn SU BENDIX war SU PERFORMER in allen Varianten überlegen. Er wies deutlich geringere TS-Gehalte auf, die einhergingen mit einer optimalen N-Versorgung. (in diesem Stadium nach Literaturangaben bei 1,9 – 3,5 %). SU PERFORMER wies in allen Varianten eine Unterversorgung auf. In der Variante Gärrest mit Piadin ist auch SU BENDIX etwas abgefallen.

Trockenheit

Das Phänomen ist aus der Praxis bekannt. Denn wenn es trocken ist, wird der Wirtschaftsdünger nur verhalten umgesetzt. Kommt dann noch ein Nitrifikationshemmer dazu, fließt kaum noch Stickstoff nach. Um das Ergebnis besser einschätzen zu können hier noch einige Infos zum Standort:

Es handelt sich um einen klassischen Grenzstandort, der nicht beregnet werden kann. Bis zur Probenahme gab es nur 10 mm Niederschlag nach den Regenfällen im Februar. Das heißt: SU BENDIX konnte mit der Trockenheit besser umgehen. Dies bestätigen auch die guten LSV Ergebnisse 2018 und 2019 aus Brandenburg. Das Ergebnis ist als Indiz anzusehen. Der Versuch wird im nächsten Jahr wiederholt, um eine Sicherheit zu bekommen.



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