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Z-Saatgut

KW 12: Was tun bei nassen Flächen? Wie unterstütze ich ein gutes Abfrierverhalten von Zwischenfrüchten?

Viele Zwischenfrüchte sind aufgrund des warmen Winters nicht abgefroren. Wir vergleichen welche Maßnahmen trotz der hohen Temperaturen das Abfrieren begünstigt haben. Weiterhin steht viel Wasser auf den Flächen, was die Befahrbarkeit stark einschränkt. Maßnahmen müssen dementsprechen angepasst werden. Was außerdem vorbeugend getan werden kann, zeigen wir mit Beispielen aus der Praxis.
In dieser Woche waren Heiner Lass, unser Produktmanager für Zwischenfrüchte, und Paul Steinberg, Produktmanager für Getreide, für euch unterwegs.

Der Winter 2020 war der zweitwärmste seit Beginn der Messungen. Dementsprechend zeigen sich Zwischenfruchtbestände mit hohem Anteil an Gräsern und Ölrettich noch vital. Auch Phacelia ist häufig nicht abgefroren. Dadurch werden Nährstoffe sicher konserviert – gerade, wenn wie aktuell viel Sickerwasser anfällt. Dennoch befürchten Anbauer von Zuckerrüben und Qualitätskartoffeln, dass sich dadurch zusätzliche Kosten in der NAK anbahnen. Häufig wird entsprechend ein Totalherbizid aufgewendet, auch weil eine mechanische Behandlung z.B. per Messerwalze wegen schlechter Befahrbarkeit vermieden wird. 

Abb.1: Links: Dünn gesäte Zwischenfruchtmischung mit wenig Ölrettich pro m2 und einer sehr ausgeprägten Entwicklung. Rechts: ein frühbestellter Bestand mit hoher Aussaatstärke. Hier ist die Rotte bereits fortgeschritten.
Abb.1: Links: Dünn gesäte Zwischenfruchtmischung mit wenig Ölrettich pro m2 und einer sehr ausgeprägten Entwicklung. Rechts: ein frühbestellter Bestand mit hoher Aussaatstärke. Hier ist die Rotte bereits fortgeschritten.
Einige Stellschrauben für das Abfrieren betreffen schon die Zwischenfruchtaussaat. Frühgesäte Bestände sind aktuell weniger vital als spätgesäte. Zudem führen reduzierte Aussaatstärken zu starken Einzelpflanzen und schwachen Beständen. Bei angemessen hoher Aussaatstärke etablieren sich viele Pflanzen pro m². Durch diese scharfe Konkurrenz der Pflanzen wird Ausfallgetreide unterdrückt, dichte Feinwurzelapparate gebildet und die Einzelpflanzen sind schwächer. Auch solche Bestände sind dieses Jahr nicht immer abgefroren; doch schwache Einzelpflanzen sind zumindest leichter zu beseitigen. Wer in eine gute Aussaat investiert, muss im Frühjahr weniger Kosten aufwenden. In Abbildung 1 sehen Sie dazu Extrembeispiele: Links eine dünn gesäte Zwischenfruchtmischung mit wenigen Ölrettich pro m² und einer sehr ausgeprägten Entwicklung. Rechts ein frühbestellter Bestand mit hoher Aussaatstärke. Hier ist die Rotte bereits fortgeschritten.


Abb.2: Wasser im Roggenbestand
Abb.2: Wasser im Roggenbestand
Nasse Flächen - Maßnahmen anpassen

Neben der Winterhärte von Zwischenfrüchten ist die Befahrbarkeit der Flächen sowohl für Maßnahmen in Winterungen als auch für die Aussaat der Sommerungen ein großes Thema. Da es in den meisten Regionen keine Fröste gab, muss nun auf eine bessere Befahrbarkeit gewartet werden. Generell sollte etwas länger gewartet werden, um Schadverdichtungen für die jeweiligen neuen Kulturen zu vermeiden, als einen neuen Bestand in den Schlamm zu schmieren. Natürlich ist mit fortschreitender Vegetation die Saatstärke anzupassen. Eine weitere Möglichkeit, um in Wasser stehende Felder möglichst zeitnah wieder befahren zu können, ist die Untersuchung des Bodens. Die Lage der Sperrschicht im Boden, welche das Versickern des Wassers verhindert gibt Aussagen, ob eine Bodenbearbeitung ohne Rückverfestigung unter diese Sperrschicht realisiert werden kann. Wodurch die Befahrbarkeit schneller gewährleistet werden kann.


Anpassung der Fruchtfolge

Neben den ad hock Maßnahmen sind ebenfalls wichtige Fruchtfolge übergreifende Maßnahmen zu beachten. Der Anbau von Zwischenfrüchten für eine bessere Durchwurzelung des Bodens ist dabei die einfachste Lösung vor Sommerungen. Neben dieser Möglichkeit bieten die Leguminosen ähnlich wie die Braugersten die Möglichkeit der Splittung der Anbaufläche zwischen den jeweiligen Sommer und Winterformen, um das Witterungsrisiko zu splitten. Abbildung 3+4.

Die in Abbildung 3 zu sehenden Winterackerbohnen (Sorte AUGUSTA) sind bereits gut verzweigt und haben bis zu vier Nebentriebe gebildet. Die Bestockung der Ackerbohne bietet den Vorteil der Aussaat mit weitem Reihenabstand welche die Winterhärte zusätzlich erhöht, da die Pflanzen länger am Boden bleiben. Ähnlich weit entwickelt, aber noch am Boden zeigt sich die Wintererbse (Sorte DEXTER) zu diesem Zeitpunkt (Abb 4). Die Winterhärte der jeweilige Winterleguminosenart liegt mittlerweile zwischen -12°C (Erbsen) bis -15°C (Ackerbohnen).

Abb.3: Winterackerbohne AUGUSTA, Oktobersaat
Abb.3: Winterackerbohne AUGUSTA, Oktobersaat
Abb. 4.: Wintererbse DEXTER, Oktobersaat
Abb. 4.: Wintererbse DEXTER, Oktobersaat



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