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SAATEN-UNION Virus Monitoring 2019/20

Über 600 Einzelpflanzen wurden in unserem ersten Virusmonitoring ausgewertet und zeigen welche Verzwergungsviren in welcher Region überwogen und wo sie besonders starkt auftraten. Produktmanager Jan Röttjer stellt die Ergebnisse vor und gibt Tipps zur Bekämpfung. Neue Proben aus diesem Jahr für zweites Monitoring gesucht!

Kontrolle der Virus-Symptome
Kontrolle der Virus-Symptome
Den vielerorts sehr milden Winter in der Vegetationsperiode 2019/20 haben die Blattläuse und Zikaden überwiegend unbeschadet überstanden. Auch der späte Frost, welcher einigen Kulturen doch noch empfindlich zusetzen konnte, schien daran nichts geändert zu haben. Durch die vielen Einsendungen durch engagierte Landwirte (ein großes Dankeschön an dieser Stelle nochmal dafür) konnten wir uns daher in diesem Jahr erstmals ein gutes Bild darüber machen, in welchen Regionen die Verzwergungsviren besonders stark auftraten, bzw. welche Art von Virose wo überwog.

Wir unterscheiden hier grundlegend die beiden Verzwergungsviren BYDV (Gerstengelbverzwergungs-virus), welches von Blattläusen übertragen wird, sowie das WDV (Weizenverzwergungsvirus), welches von Zikaden übertragen wird. Beide Viren können in Weizen- als auch in Gerste auftreten.

Ergebnisse:

Für unser Monitoring wurden insgesamt etwas mehr als 600 Einzelpflanzen eingesendet. Diese stammen von ca. 90 verschiedenen Schlägen. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich nicht auf die Anzahl befallener Einzelpflanzen, sondern richten sich nach dem Schlag als Bezugsgröße.

Ergebnisse der eingesendeten Proben
Ergebnisse der eingesendeten Proben
Wie in der Grafik zu sehen ist, war der größte Anteil der eingesendeten verzwergten Pflanzen mit BYDV befallen (48 %). Nur mit dem WDV befallen waren 18 % der Proben, in 13 % der Proben fand sich eine Doppelinfektion. Bei 21 % der Proben konnte keine Virusinfektion nachgewiesen werden und die Ursache für die beobachteten Symptome müssen bei anderen Faktoren gesucht werden.

Ein Blick auf die Karte (siehe unten) zeigt die Verteilung der Infektionen: im Westen, bzw. Nordwesten Deutschlands überwiegen Infektionen mit dem von Blattläusen übertragenen BYDV. Betrachten wir den Osten, Nordosten sowie Südosten Deutschlands so findet sich auch häufiger eine Infektion mit dem von Zikaden übertragenen WDV, oder sogar einen Doppelinfektion mit beiden Viren.

Ein weiterer interessanter Aspekt liegt in dem Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Insektiziden und dem Befall mit BYDV, bzw. WDV. Unsere Ergebnisse zeigen hier eine Verschiebung: unter den Proben, bei welchen ein Insektizideinsatz angegeben wurde, finden relativ gesehen weniger BYDV-, dafür mehr WDV-positive Ergebnisse. Dies spiegelt gut wider, was uns schon bekannt war: gegen Blattläuse ist der Einsatz von Insektiziden meistens effektiver als gegen Zikaden, da diese sehr mobil sind und daher nur schwer ausreichend bekämpft werden können.

Auch in diesem Herbst werden wieder vermehrt günstige Bedingungen für eine mögliche Virusinfektion beobachtet. Vielerorts sind die Temperaturen noch sehr mild und diese Wetterlage bleibt uns voraussichtlich noch einige Wochen erhalten. Gern möchten wir in diesem Herbst schon frühzeitig einen Überblick über die Lage erhalten.

Neue Proben für zweites Virusmonitoring gesucht!

Haben Sie in Ihren aktuellen Wintergetreidebeständen nesterartig oder entlang der Saatreihen verzwergte, gedrungene Pflanzen mit gelblich verfärbten Blättern entdeckt? Kontaktieren Sie Ihren regionalen SAATEN-UNION Berater! Er wird mit Ihnen alle weiteren Schritten für eine kostenlose Beprobung Ihres Schlags besprechen.

Ihre Mithilfe ist wichtig, um mehr über den Virus und seine Verbreitung zu erfahren und um schließlich seitens der Züchtung ein wirksames Mittel zur Eindämmung bereit stellen zu können.
Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung!

(Präventive) Maßnahmen:

Generell gilt hier: Ist ein Bestand im Frühjahr stark befallen hilft teilweise nur ein Umbrechen der Fläche, da die Ertragseinbußen die wirtschaftlich tolerierbare Grenze oft überschreiten können. In Gefährdungslagen können hier angepasste Anbaustrategien Abhilfe schaffen: Frühsaaten gilt es zu vermeiden, die Pflanzenbestände sind im Herbst regelmäßig zu kontrollieren und beim Überschreiten der als kritisch angesehenen Schadschwelle ist der Einsatz eines Insektizids empfohlen. Ein weiterer wichtiger Punkt, welcher zumindest bezüglich BYDV Sicherheit bietet, ist die natürlich die Sorte, denn vermehrt sind BYDV-resistente Sorten auch in Deutschland erhältlich.


Legende

  = positives Ergebnis, Virusbefall vorhanden       = negatives Ergebnis, Pflanzen virusfrei
obere Hälfte des Balkens: BYDV     untere Hälfte des Balkens: WDV


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