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Home / Aus der Praxis / Getreide / Winterroggen/HySeed-Hybridroggen / Ökonomie/Markt/Verwertung / Roggen im Ausland: Mit vielfältigem Grundfutter die Milchproduktion sichern
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  16.12.2024
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  Anbauberatung, Fütterung
Kühe mit gelben Ohrmarken fressen in einer großen, modernen Stallhalle. Links sind Futtertröge, rechts ein breiter Gang. (automatisch generiert durch KI)

Roggen im Ausland: Mit vielfältigem Grundfutter die Milchproduktion sichern

In Ungarn muss man schon jetzt regelmäßig mit längeren Frühsommertrockenheiten und teilweise starker Hitze zurechtkommen. Wie wird unter diesen Bedingungen Futter für Hochleistungsmilchviehherden produziert und die Futterproduktion gesichert? Gábor Varga von der SAATEN-UNION Hungária Kft. gibt uns einen Einblick.

In Ungarn hat sich die Grundfutterproduktion in den letzten 15 Jahren revolutionär entwickelt, auch aufgrund zunehmender klimatischer Herausforderungen. Die gestiegene Milchproduktion der letzten Jahrzehnte stellt neue Anforderungen an die Fütterung, denn mindestens 50 % der täglichen Ration bezogen auf die Trockenmasse besteht aus Grundfutter. Allerdings stellt der ungarische Hitzestress nicht nur für die Futterpflanzen, sondern auch für die Kuh selbst ein Problem dar. Selbst in modernen Ställen bleibt die Fermentationswärme des Pansens ein Problem, besonders in Kombination mit geringer Futteraufnahme bei Hitze.


Die Vorherrschaft von Silomais und Luzerne geht zu Ende – die Basis für Ganzpflanzensilage hat sich verbreitert

Im Karpatenbecken (Pannonische Tiefebene) setzte die Landwirtschaft lange auf die Hauptfutterpflanzen Silomais und Luzerne. Diese damit sehr engen Fruchtfolgen waren einfach, aber eben auch unflexibel, wie wir gemerkt haben! Die Sicherstellung des Grundfutters ist ein grundlegendes Interesse, wobei neben den quantitativen Anforderungen an die Versorgungssicherheit auch die qualitativen Erwartungen erfüllt werden müssen. Um das Risiko der Produktion zu verringern, macht es Sinn, auf mehrere Kulturarten zu setzen. Eine solche Strategie erhöht nicht nur die Futtersicherheit, sondern schafft auch Flexibilität, um auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren.


Wintergetreide als Grundfutter im Kommen!

Ungarn verzeichnet heute auf rund 60.000–65.000 Hektar den Anbau von Wintergetreide wie Triticale, Weizen, Gerste oder Roggen für die Silage – eine Fläche größer als die für Silomais. Dabei hat die Praxis erkannt, dass Triticale, Weizen und Gerste auch „multifunktional“ eingesetzt werden können: Entweder mäht man während des Ährenschiebens mit Nachtrocknung auf dem Feld (bis 30 % Feuchtigkeit) zur Nutzung als Silagepflanze für Hochleistungskühe oder man erntet zur Milch- oder Wachsphase, um sie in die Futterration der jungen Färsen einzubringen. Die dritte Möglichkeit besteht in der Körnernutzung als Futter für alle Altersstufen in der Rinderhaltung. Roggen ist aufgrund seiner hervorragenden Anpassungsfähigkeit an die verschiedenen klimatischen Bedingungen besonders wertvoll. Er wird hierzulande meist als reine „Ein-Funktions“-Futterpflanze zur Silagegewinnung genutzt.


Grünschnittroggen muss früh geschnitten werden

Silage aus Roggen oder Triticale liefert nicht nur eine gute Verdaulichkeit, sondern fördert auch die Wiederkäuung und kann aufgrund einer schnellen Zersetzung eine gute Pansendynamik aufrechterhalten. In Herden, die Roggensilage mit hohem Faserverdaulichkeitswert, günstigem Proteingehalt und ausreichendem Energiegehalt erhalten,

  • gehen Ketosefälle zurück,
  • verbessert sich die Fruchtbarkeit,
  • wird die die Milchleistung gesteigert.

Grünroggenanbau spielt in Ungarn daher in innovativen Fütterungssystemen eine wichtige Rolle.


Der ertragsorientierte Ansatz gehört der Vergangenheit an!

Die Verwendung von Roggen und anderen Getreidesorten in der Grundfutterproduktion bietet unter ungarischen Klimaverhältnissen die Möglichkeit der Doppelnutzung. Dadurch wird die Fruchtfolge flexibler, da nach der Roggenernte im zeitigen Frühjahr anschließend Silomais, Körnermais, Sorghum und sudanesisches Gras ausgesät werden kann. Dies ermöglicht zwei Ernten pro Jahr. Besonders auf Betrieben mit hoher Tierdichte bietet diese Strategie eine Möglichkeit, die Futtermittelproduktion nachhaltig zu maximieren.

Die bedeutendste Änderung der Fütterungsstrategie war die „Neuinterpretation“ des optimalen Erntezeitpunktes und der phänologischen Phase. Der ertragsorientierte Denkansatz und die ertragsorientierte Praxis gehören damit der Vergangenheit an. Bisher haben wir „im Bann der Stärke” gelebt und gingen davon aus, dass der größte Teil der Nettoenergie in dem Korn steckt, das in der Wachsreife geerntet wird. Dies ist jedoch falsch, da insbesondere bei Roggen der Energiegehalt höher ist, wenn sich die Ähren zum Zeitpunkt der Ernte noch komplett im Halm befinden – also VOR dem Ährenschieben! Diese Entwicklungsphase ist hier in der zweiten Aprilhälfte zu erwarten, wenn die Ähre im Halm 6–8 cm lang ist.


Hand hält einen schmalen grünen Pflanzenspross vor einem Weizenfeld. (automatisch generiert durch KI)
Der richtige Zeitpunkt: Die Ähre ist noch vollständig im Halm.


Qualität hängt vom Timing ab

Roggen „altert“ schnell und während der Phase der Verholzung verschlechtern sich die günstigen Qualitätseigenschaften wie Verdaulichkeit, Energiegehalt, Rohproteingehalt deutlich. Wer hochwertige Roggensilage erzeugen will, sollte hierzulande mit einem Grünmasseertrag von 14–15 t/ha und einem Rohproteingehalt von 15–16 % rechnen. Die Erntezeit für Roggen ist mit einem Fenster von 4–5 Tagen relativ knapp bemessen, lässt sich jedoch durch Kombination von Hybrid- und Populationsroggen und Sorten unterschiedlicher Reife auf 7–10 Tage verlängern. Ausgehend von einem Betrieb mit 1.000–1.500 Kühen plus Nachzucht und einer Ackerfläche von ca. 800 ha ist unserer Erfahrung nach eine Anbaufläche für Roggensilage von 150–200 ha möglich. Für gut geführte Betriebe, die Wert auf Qualität und Effizienz legen, ist Roggen daher eine besonders geeignete Grundfutterpflanze.

Die praktischen Vorteile des Anbaus von Winterroggen zur Silagegewinnung

  • hohe Wirtschaftlichkeit
  • Ertragssicherheit: Roggen ist anpassungsfähig, ertragssicher und trockentolerant.
  • Grünschnittroggen schafft die Option, Futtervorräte im Frühjahr aufzufüllen, was das Risiko einer Futterverknappung im Sommerhalbjahr deutlich verringert.
  • Mehr Vielfalt in der Fruchtfolge: Besonders in Gebieten mit ungünstigeren Bedingungen ist Roggen eine gute Alternative zu Silomais. Roggen lässt sich gut in die für die Tierhaltung typische enge Fruchtfolge integrieren – auch hinsichtlich der Arbeitsorganisation.
  • Flächenproduktivität: Nach einer frühen Ernte kann noch ein Zweitmais, Sorghum etc. sicher produziert werden.
  • Beste Futterqualität: Bei einem frühen Erntezeitpunkt hat Grünroggen eine äußerst günstige physiologische Zusammensetzung und hohe Erträge: in inländischen Versuchen bis zu 38–42 t/ha, Trockenmasseertrag 5,1–6,2 t/ha
  • Durch geschickte Sortenwahl lässt sich das Erntezeitfenster auf 7–10 Tage erweitern.
  • Bodenschutz: Die dauerhafte Begrünung der Fläche kann die Erosions- und Evaporationseffekte auf dem Boden deutlich verringern.
  • Nutzungsflexibilität: Vor allem der standfeste Hybridroggen ist ausgezeichnet flexibel nutzbar: Wird er zur Silagenutzung nicht benötigt, kann sicher ein hoher Kornertrag realisiert werden.

Fazit

In Ungarn werden der Ertrag und die Anbausicherheit von Silomais zunehmend durch Trockenheit und Hitzephasen bedroht. Immer mehr Betriebe setzen daher auf Grünroggen, der einen Teil des Silomaises in der Futterration ersetzen kann. So wird nicht nur die Futtermittelversorgung der Herden abgesichert, sondern es wird auch die Resilienz der Betriebe gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels verbessert.


Großes Feld mit geschnittenem und ungeschnittenem Gras in langen Reihen unter klarem Himmel. (automatisch generiert durch KI)
Frisch geschnittener Grünroggen
Bildquelle: Alle Bilder stammen vom Autoren.


Schnell gelesen (Kurzfassung):

In Ungarn sind Landwirte mit längeren Trockenperioden und Hitze konfrontiert, was die Produktion von Futter für Hochleistungsmilchvieh beeinträchtigt. Die Grundfutterproduktion hat sich in den letzten 15 Jahren stark verändert, um den steigenden Anforderungen an die Milchproduktion gerecht zu werden. Mindestens 50 % der täglichen Futterration müssen aus Grundfutter bestehen. Hitze belastet sowohl Futterpflanzen als auch die Kühe, was die Futteraufnahme senkt.

Früher dominierten Silomais und Luzerne die Futterproduktion, aber die Anbau-Praxis hat sich dahingehend erweitert, dass nun mehr Kulturarten genutzt werden. Dies verbessert die Futtersicherheit und schafft Flexibilität, um sich an klimatische Veränderungen anzupassen. Wintergetreide wie Triticale, Weizen, Gerste und Roggen wird zunehmend angebaut, was neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet. Diese Pflanzen können als Grünschnitt, als Silage oder zur Körnernutzung (Futter) in der Rinderhaltung verwendet werden.

Besonders der Roggen hat sich bewährt, denn Roggen hat eine exzellente Anpassungsfähigkeit an die klimatischen Bedingungen und so hat dieses Getreide in der Futterproduktion Ungarns an Bedeutung gewonnen. Silage aus Roggen oder Triticale fördert die Verdauung und kann die Milchleistung sowie die Fruchtbarkeit der Kühe verbessern. Der Anbau von Roggen ermöglicht es, die Fruchtfolgen zu diversifizieren und bei Grünschnittroggen ist ein Zweitfruchtanbau mit Mais oder Sorghum möglich. Zwei Ernten pro Jahr sind besonders für Betriebe mit hoher Tierdichte hoch attraktiv.

Der optimale Erntezeitpunkt für Roggen ist entscheidend für die Futterqualität. Um einen hohen Energiegehalt zu erreichen, sollte die Ähre noch vollständig im Halm sein.

Fazit: Die Vorteile des Anbaus von Winterroggen sind vielfältig, einschließlich hoher Wirtschaftlichkeit, Ertragssicherheit und einer besseren Futterqualität. Angesichts der klimatischen Herausforderungen setzen immer mehr Betriebe auf Grünroggen, um die Futterversorgung zu sichern und die Betriebsresilienz zu stärken.

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