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Feld mit frostbedeckten Pflanzen unter einem klaren Himmel bei Sonnenaufgang, Bäume am Horizont. (automatisch generiert durch KI)

Nährstoffe für einen entspannten Winter

Die Anforderungen an die Düngung von Winterraps und Wintergetreide haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Es reicht nicht mehr aus, ausschließlich an die Grunddüngung zu denken. Insbesondere wenn die Düngeverordnung den Stickstoff zum limitierenden Faktor macht, ist es essenziell, alle weiteren Wachstumsfaktoren in den Fokus zu rücken. Dr. Kerstin Berlin, Fachberaterin bei YARA, erläutert, warum man sein Nährstoffmanagement überdenken sollte.

Da wir im Herbst eine zunehmend mildere Witterung mit höheren Temperatursummen zwischen September und Dezember beobachten, sind gezielte Maßnahmen gefragt.


Höhere Temperatursummen bis Dezember treiben das Wachstum

Nach einem milden Herbst bremst der häufig trübe nasse Winter die Photosynthese in den kurzen Tagen weiter aus. Die Transpiration – der Motor der Nährstoffaufnahme – läuft dabei auf niedrigem Niveau. Die weiterwachsenden Pflanzen leiden in der Folge unter Energie-, Nährstoff- und Kohlenhydratmangel. In der nördlichen Hälfte Deutschlands stehen den Pflanzen zudem rund 20–30 % weniger Licht über den Winter zur Verfügung als im südlichen Baden-Württemberg, was die Situation zusätzlich verschärft. Gerade beim Raps entsteht so eine kritische Situation. Bleibt der Winter mild, treibt die höhere Wärmesumme ab dem 10-Blattstadium die Blütenentwicklung in Haupt- und Seitenknospen trotz nachlassender Photosynthese unaufhaltsam voran. Die hierfür fehlende Energie und Nährstoffe werden aus den älteren Blättern umverlagert. Stirbt das Blatt ab, wird die bereits angelegte Seitenknospe kaum noch ernährt. In der Folge stirbt auch sie ab.

Im Weizen und in der Gerste stagniert der Triebansatz oder er wird reduziert mit Folgen für die ertragsentscheidende Korndichte. Denn die Korndichte als Ergebnis von Ährenanzahl x Kornzahl/Ähre wird mit dem Wachstum über Winter vorbereitet.


Illustration einer Tonne mit unterschiedlich hohen Brettern, die Nährstoffe symbolisieren. Wasser fließt über das Brett `Mangan`. (automatisch generiert durch KI)
Liebig-Tonne


Schlüsselnährstoffe für den Energiehaushalt

Unabhängig vom Stickstoff wird im Herbst die ausreichende Versorgung mit Phosphat, Magnesium, Schwefel und Mangan entscheidend – den sogenannten Schlüsselnährstoffen für den Energiehaushalt. Ohne Magnesium und Schwefel kann kein Chlorophyll gebildet werden, ohne Mangan sinkt die Effizienz der Photosynthese. Bei Phosphormangel gerät die Energieübertragung im Stoffwechsel ins Stocken. Diese Nährstoffe lassen sich sowohl über dem Boden als auch effektiv als Blattdünger zuführen. Blattapplikationen wirken sofort und bringen einen Wachstumsschub. Mehr Blatt- und Wurzelmasse stärkt in der Folge die Nährstoffaufnahme im Boden.


Nahaufnahme von grünem Blattgemüse mit einigen braunen, welken Blättern in einem Feld. (automatisch generiert durch KI)
Verfärbte Blätter ab Mitte Oktober im Winterraps: Neben Stickstoff- und Phosphatmangel treten auch häufig Magnesium-, Schwefel- und Bormangel sichtbar auf.


Besonders schnell und direkt wirken in Salzform formulierte Nährstoffe. Für eine lang anhaltende Wirkung kommen formulierte Suspensionen zum Einsatz, die Nährstoffe allmählich in das Blatt abgeben. Besonders für die späte Blattdüngung ab Ende Oktober sind diese Präparate wichtig, beispielsweise für die Versorgung mit Bor und Mangan im Raps sowie für Mangan, Kupfer und Zink im Getreide. In der Regel sind diese Suspensionen gut formuliert – mit Spreiz-, Netz- und Haftmitteln – und regenfest. Suspensionen sind im Vergleich zu Chelaten eine wesentlich günstigere und länger wirkende Form der Blattdüngung.


Blattdüngung im Herbst sorgt für kräftige Bestände zu Vegetationsbeginn

Fakt ist: Eine gezielte Blattdüngung im späten Herbst bis in den November ist unerlässlich für einen guten Start im Frühjahr. Nur wenn alle Nährstoffe optimal verfügbar sind, kann die Pflanze den vorhandenen Stickstoff in kräftige, wurzelstarke und ertragsstabile Einzelpflanzen umsetzen. Es geht weniger um Biomasse, sondern um die Anlage von Knospen bzw. Trieben und das Wachsen einer gut verzweigten Wurzel bzw. einer bereits gut in die Tiefe reichenden Pfahlwurzel beim Winterraps.


Traktor mit Sprühgerät fährt über ein großes Feld mit grünen Pflanzen unter blauem Himmel. (automatisch generiert durch KI)
Eine Blattspritzung im Herbst zu Winterraps verbessert sowohl die aktuelle Nährstoffversorgung als auch den Nährstoffstatus bis weit in den Winter. Hier kommt es auf die Auswahl der Blattdünger an! Bild: Berlin


Praxisempfehlungen für Winterraps, Winterweizen und Wintergerste

Die folgenden Herbstmaßnahmen sichern im Winterraps Wachstum und Knospenanlage ab: Ist eine Stickstoffdüngung im Winterraps möglich, sollte sie früh erfolgen und immer mit Schwefel kombiniert werden. Den Magnesiumbedarf unbedingt kontrollieren! Die Unterfußdüngung mit Phosphor, Magnesium, Schwefel und Mikronährstoffen setzt sich in der Praxis immer mehr durch. Die dann folgenden Nährstoffe über die Blattdüngung orientieren sich am Förderungsziel: Gibt es Stress in der Bestandsetablierung oder soll die Winterhärte vorbereitet werden? Es empfiehlt sich, Borgaben für eine bessere Wirkung aufzuteilen (siehe Kasten).

Auch im Getreide bietet sich auf Standorten mit schlechter Phosphatverfügbarkeit oder schlechter Bewurzelung die P-Unterfußdüngung an. Ackerbaubetriebe im Norden praktizieren seit Jahren erfolgreich die Zumischung von Tripelsuperphosphat (TSP) über das Saatgut direkt in das Saatband. Bei den Mikronährstoffen steht im Getreide die späte Depot-Blattdüngung im November mit Mangan, Kupfer und Zink im Vordergrund. Dies gelingt nur mit als Suspension formulierten Blattdüngern.


Fazit

Die Erträge in Getreide und Raps werden durch den wärmer werdenden Herbst und lichtarmen Winter mit einer eingeschränkten Nährstoffaufnahme und erschwerten Photosynthese ausgebremst. Neben der Grunddüngung ist die späte Blattdüngung ab Ende Oktober in Winterraps und Wintergetreide eine wichtige Maßnahme geworden, um Blatt- und Triebverlusten vorzubeugen.

Empfohlene Herbst-Düngungsmaßnahmen in Winterraps und Wintergetreide; Auflagen der DüV sind zu beachten.

Winterraps
  1. Unterfußdüngung zur Aussaat, Schwerpunkt: N, P, Mg, S, B
  2. Stickstoffdüngung immer mit Schwefel
  3. Grunddüngung mit 60–80 kg/ha K2O und P2O5
  4. frühe Blattdüngung mit B, P, Mg, S, um Wachstum zu fördern
  5. Depot-Blattdüngung Ende Oktober bis Mitte November als regenfeste Suspension mit Bor und Mangan
Wintergetreide
  1. Grunddüngung mit 60–80 kg/ha K2O und P2O5; auf leichten Böden; Kali-Gaben splitten
  2. frühe Blattdüngung mit phosphathaltigen Lösungen, Mg, S, um Wachstum zu fördern
  3. Depot-Blattdüngung ab Ende Oktober – Ende November als regenfeste Suspension mit Mn, Cu, Zn für eine langfristige Versorgung

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Milde Herbsttemperaturen verlängern das Wachstum von Winterraps und Wintergetreide, während trübe Winter mit wenig Licht die Photosynthese und Nährstoffaufnahme einschränken. Das führt zu Energie- und Nährstoffmangel, was sich negativ auf Blüten-, Trieb- und Wurzelentwicklung auswirkt. Besonders betroffen ist Raps, bei dem Seitenknospen bei Nährstoffmangel absterben können. Auch bei Weizen und Gerste leidet die Triebentwicklung – entscheidend für spätere Korndichte und Ertrag.

Eine gezielte, herbstliche Nährstoffversorgung ist entscheidend für gesunde, ertragsstabile Bestände im Frühjahr – gerade unter den Bedingungen des Klimawandels.

Neben Stickstoff gewinnen im Herbst sogenannte Schlüsselnährstoffe wie Phosphor, Magnesium, Schwefel und Mangan an Bedeutung. Sie sichern den Energiehaushalt der Pflanze und fördern eine stabile Entwicklung. Blattdüngung mit sofort wirksamen Nährstoffen (z. B. in Salzform oder Suspension) unterstützt gezielt die Photosynthese und Wurzelbildung. Besonders im späten Herbst (ab Ende Oktober) sind Depot-Blattdünger mit Mikronährstoffen wie Bor, Mangan, Kupfer und Zink wichtig.

Der Text enthält zudem konkrete Praxisempfehlungen für Raps und Getreide.

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