SAATEN-UNION Virus Monitoring 2022

SAATEN-UNION Virus Monitoring 2022

Auch im Frühjahr 2022 möchten wir wieder unser Virusmonitoring durchführen. In diesem Zuge bieten wir interessierten Landwirtinnen und Landwirten erneut die Möglichkeit, Proben von verdächtigen Schlägen einzusenden.

Durch die engagierten Einsendungen der letzten beiden Jahre konnten wir schon einen ersten Eindruck gewinnen, in welchen Regionen Probleme mit Verzwergungsviren besonders häufig auftraten.

Wir unterscheiden hier zwischen den beiden Verzwergungsviren BYDV (Gerstengelbverzwergungsvirus), welches von Blattläusen übertragen wird, sowie dem WDV (Weizenverzwergungsvirus), welches von Zikaden übertragen wird. Beide Viren können sowohl in Weizen- als auch in Gerste auftreten. Gegenüber dem BYDV bietet die Züchtung mittlerweile Sorten mit einer sehr effektiven Resistenz an. Dies wird für das WDV noch ein paar Jahre dauern.


Rückblick auf die Jahre 2020 und 2021

Über die beiden Jahre hinweg erreichten uns insgesamt über 200 Proben, wovon mehr als zwei Drittel eine Infektion mit BYDV aufwiesen. WDV hingegen konnte nur bei ca. einem Fünftel der Proben nachgewiesen werden. Eine gleichzeitige Infektion mit beiden Viruserkrankungen wurde bei 12 % der Proben beobachtet. Bei fast einem Viertel der eingesendeten Proben konnte keine Viruserkrankung festgestellt werden und der Grund für etwaige Symptome ist auf einen anderen Faktor zurückzuführen (Abb. 1).


Tabelle 1: Ergebnisse Virusmonitoring 2020 und 2021

Befund% Befalll
kein Virus23
nur BYDV55
nur WDV10
BYDV + WDV12


Ein Blick auf die Karten (Abb. 1 und 2) zeigt die Verteilung der eingesendeten, infizierten Proben. Es zeigt sich, dass wir aus den nördlichen Teilen Deutschlands wesentlich mehr virusbelastete Pflanzenproben erhalten haben. Das Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) schien in den Jahren 2020 und 2021 besonders in Niedersachsen, aber auch im nördlichen Nordrhein-Westfalen und in Mitteldeutschland häufiger ein Problem gewesen zu sein. Allerdings erreichten uns virusbelastete Proben aus fast dem gesamten Bundesgebiet. Das Weizenverzwergungsvirus (WDV) trat glücklicherweise in den beiden vorliegenden Jahren nicht so häufig auf (Abb. 3), denn gegen dieses Virus steht der Landwirtschaft zur Zeit noch keine resistente Sorte zur Verfügung. Im Jahr 2020 erreichten uns vermehrt WDV-positive Proben aus dem westlichen Brandenburg, im Jahr 2021 konnte allerdings keine Region als besonders schwer betroffen benannt werden.

Abb. 1 Regionale Verteilung BYDV-positiver Einsendungen

Abb. 2 Regionale Verteilung WDV-positiver Einsendungen


(Präventive) Maßnahmen:

  • Generell gilt hier: Ist ein Bestand im Frühjahr stark befallen hilft teilweise nur ein Umbrechen der Fläche, da die Ertragseinbußen die wirtschaftlich tolerierbare Grenze oft überschreiten können.
  • In Gefährdungslagen können hier angepasste Anbaustrategien Abhilfe schaffen: Frühsaaten gilt es zu vermeiden. Die Pflanzenbestände sind im Herbst regelmäßig zu kontrollieren und beim Überschreiten der als kritisch angesehenen Schadschwelle für Blattläuse ist der Einsatz eines Insektizids empfohlen.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt, der zumindest bezüglich BYDV Sicherheit bietet, ist natürlich die Sortenwahl, denn vermehrt sind BYDV-resistente Sorten auch in Deutschland erhältlich. Neu in unserem Sortiment ist die Sorte AMARANTA.

Was können Sie tun?

  • Halten Sie in Ihren Wintergerstenfeldern Ausschau nach „nesterartigem“ Auftreten „verzwergter“, gedrungener Pflanzen mit gelblich verfärbten Blättern oder/und Auftreten solcher Symptome entlang der Saatreihen (BYDV/WDV). Gelblich gefärbte Nester im Feld, welche sich in Richtung der Bodenbearbeitung ausdehnen sind ein Hinweis auf Mosaikviren.
  • Kontaktieren Sie uns (Name/Anschrift bitte angeben): Telefon +49 511-72 666-286; monitoring@saaten-union.de oder sprechen Sie Ihren regionalen Saaten-Union Vertriebsberater an.
  • Sie erhalten von uns einen frankierten Umschlag (adressiert an unser Partnerlabor) mit Beutel für Pflanzenproben, Beschreibung zur Probennahme und Probenbegleitschein.
  • Sobald wir von unserem Partnerlabor eine Rückmeldung zu der Probe erhalten, werden wir Sie über den Befallstyp in Ihrem Bestand informieren und bei ausreichender Stichprobenanzahl die Ergebnisse des Monitorings über unsere Internetseite publizieren.


Jan Röttjer

Produktmanager Getreide international

monitoring@saaten-union.de

Telefon +49 511-72 666-286