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Mais



Fusarium im Mais: Das Risiko ist begrenzbar – Praktiker berichten

In den Fruchtfolgen Mais-Weizen-Wintergerste bzw. Mais-Triticale-Wintergerste produziert Ludger Althoff aus Senden hochwertiges Schweinefutter. Er legt großen Wert auf eine sehr gute Qualität – besonders bei seinen 120 Zuchtsauen. Ein besonderes Augenmerk richtet er auf eventuellen Fusariumbefall von Mais und Getreide.

 

 

 

 

 

Betriebs-Kurzübersicht:

Ludger Althoff, Senden (Nordrhein-Westfalen)

Familienbetrieb im Münsterland mit 120 Sauen, Mastschweine im geschlossenen System , Futterbau auf 50 ha, mit einer Bodenqualität von leichtem Sand bis mittelschweren Böden

Althoff füttert CCM in der Ration der Mastschweine in einer Größenordnung von 60 % Frischmasse. „Ich habe festgestellt, dass der Spindelanteil beim CCM geringer ist als früher, folglich ist auch der Rohfaseranteil geringer. Man muss also hinsichtlich des Rohfasergehaltes sowohl bei Mastschweinen als auch bei Sauen aufpassen: Hier gleicht Gerste besser aus als Weizen“, hat er beobachtet.


Risiko begrenzen

… durch die Sortenwahl: Zum einen sei es die offizielle Einstufung der Fusariumanfälligkeit, die er bei der Sortenwahl bei Mais und auch bei Weizen beachtet. Aber auch seine eigenen Beobachtungen fließen bei der Sortenentscheidung mit ein. „Lange Maissorten baue ich nicht an, ich bevorzuge kompakte CCM-Typen mit guter Standfestigkeit. Darüber hinaus erhöht es meiner Erfahrung nach das Infektionsrisiko, wenn die Sorte dazu neigt, die Kolben nicht bis in die Spitzen voll zu machen.

Hier dringt mit der Feuchtigkeit der Pilz ein und die dort oft vorhandenen Einzelkörner sitzen meist voll. Die infizierte Kolbenspitze kommt schließlich in den Tank und die DON-Gefahr im Futter steigt“, sind seine Erfahrungen.

… durch Kontrolle: Ludger Althoff kontrolliert seine Mais- und Weizenbestände auf optische Auffälligkeiten an Kolben bzw. Ähre und Stängel. „Aufgrund der Vielzahl verschiedener Fusarien ist es ja nicht zwingend, dass in einem optisch befallenen Bestand auch tatsächlich in bedenk­lichem Maße DON und ZEA gebildet werden, aber häufig ist es ja so“, gibt der Betriebsleiter zu bedenken. Er schaut also schon genauer hin, besonders bei entsprechender Witterung. Regelmäßige Qualitätsuntersuchungen finden zwar an der LUFA statt, gezielt auf Mykotoxine lässt der Betriebsleiter jedoch im „begründeten Verdachtsfall“ oder auch bei Zukaufgetreide untersuchen.

 … durch den Erntetermin: Althoff strebt 60–62 % Trockensubstanz an und wählt daher Sorten mit einer Siloreifezahl von 220–230. Der übliche Erntetermin in dieser Region liegt dann in Normaljahren bereits Anfang Oktober. „Je länger man wartet, desto größer wird die Gefahr der Verpilzung.“

Die Reifezahl sollte in die Region passen und die Sorte zeitig erntbar sein.
Die Reifezahl sollte in die Region passen und die Sorte zeitig erntbar sein.
… durch Standortwahl und Fruchtfolge: Bei Mais sind Lagen in unmittelbarer Waldnähe durch ihr besonderes Mikroklima besonders gefährdet. Auf dem Betrieb Althoff sind solche Flächen jedoch nicht vorhanden. Bei den Fruchtfolgen Mais-Weizen-Gerste und Mais-Triticale-Gerste, steht zwar der Mais nach einer unbedenklichen Vorfrucht, für den Weizen hingegen gilt – Vorsicht ist bei Fusarium geboten und eine sorgfältige Bodenbearbeitung ist Pflicht.

„Ich hatte noch nie bedenklich hohe Werte im Futter und musste daher auch nie verschneiden oder habe eine reduzierte Futteraufnahme beobachtet – auch nicht in sogenannten ‚Fusariumjahren‘”, lautet das Fazit des Betriebsleiters.

 

 

 

 

 

 

Betriebs-Kurzübersicht:
Franz Koddebusch, Lüdinghausen
(Nordrhein-Westfalen) Jungsauenaufzucht, Tiere bleiben ca. 100–120 Tage im Betrieb, 1.800 Plätze, Familienbetrieb 2 AK, Ca. 55 ha von Sand bis Lehm

Auf dem Betrieb der Familie Koddebusch werden ca. 1.800 Jungsauen aufgezogen. Auch hier ist Futterqualität für die Leistung des Tierbestandes und damit für den Betriebserfolg entscheidend.
Mais wird in Form von CCM mit einem Anteil von ca. 30 % der Trockensubstanz gefüttert. Das Besondere: Sein CCM weist einen extrem geringen Anteil an Spindeln auf. 15–20 Hektar der Ackerfläche reichen aus, den gesamten Maisbedarf zu decken, Zukauf ist also nicht notwendig. Der CCM wird in (zusätzlich überdachten) Fahrsilos gelagert.


Erfolgreich vorbeugen gegen reduzierte Fruchtbarkeit, kranke Ferkel und Schwanzbeißen

„Jungsauen reagieren sehr empfindlich auf DON und ZEA im Futter. Direkt und indirekt: Bei relativ hohen Gehalten würden sie die Futteraufnahme reduzieren, was man dann natürlich schnell bemerkt. Aber selbst geringere Mykotoxin-Gehalte können die Geschlechtsorgane negativ beeinflussen und die Fruchtbarkeit reduzieren und die Schadstoffe lagern sich im Fett der Tiere ab. Wenn die Sau ihre Ferkel dann säugt, werden oft diese Fettreserven mobilisiert und dann sind es leider die Ferkel, die krank werden“, weiß Franz Koddebusch. „Auch die Schwanzspitzen können taub werden und dann kommt es zum Schwanzbeißen. Daher ist das betriebswirtschaftliche Risiko für mich extrem und ich setze alles daran, keine nennenswerten DON- oder ZEA-Gehalte im Futter zu haben.“ Sehr selten gab es auf dem Betrieb auffällige Futterproben, was an einer Reihe wirkungsvoller Vorbeugemaßnahmen gelegen hat.

CCM
CCM
Vorbeugen durch

Vorfrucht und Bodenbearbeitung: Für Koddebusch kommt Mais nach Mais oder Winterweizen aus phytosanitären Gründen nicht infrage. Mais steht grundsätzlich nach Wintergerste und der Boden wird gepflügt.

Sortenwahl: Schlechte Erfahrungen gab es in dieser westdeutschen Region mit Maissorten, deren Reifezahl bei 240 und darüber lagen. „Ist der Herbst sehr feucht, sind die späteren Sorten noch relativ unreif und werden teilweise massiv mit Fusariumpilzen befallen. Deutlich sicherer sind die früheren Sorten, die in normalen Jahren Anfang Oktober geerntet werden“, sind auch auf diesem Betrieb die Erfahrungen. Diese Erfahrung ist regionsspezifisch, in Regionen mit einer anderen Wärmesumme gelten andere Reifezahlen, dies gilt es an dieser Stelle noch einmal zu betonen.

Laboranalysen: auf dem Betrieb Koddebusch sind nicht nur Untersuchungen auf Inhaltsstoffe Standard, sondern auch solche auf ZEA und DON. „Manchmal sieht man im Feld kaum auffällige Pflanzen und auch beim Erntegut sind Optik und Geruch in Ordnung und trotzdem könnten die Analysen erhöhte Werte ergeben“, lautet die Begründung für diese „Sicherheitsmaßnahme“.

Und was, wenn trotz allem mal die Analyseergebnisse auffällig sind – ist das Futter dann für die Jungsauen verloren? „In den letzten 18 Jahren hatten wir zweimal Werte, die zumindest auffällig waren. Man hätte da mit Toxinbindern arbeiten oder/und das Futter verschneiden können. Rein von der Höhe der Messwerte wäre das o.k. gewesen. Trotzdem habe ich es vorgezogen, das Futter an Bullen zu verfüttern bzw. an eine Biogasanlage zu verkaufen – auch wenn der Wertverlust wehtat. Ich gehe bei meinen Tieren aber kein Risiko ein“, stellt Franz Koddebusch klar.


Fazit

Fusariumpilze produzieren Mykotoxine, die wiederum die Leistungsfähigkeit von Nutztieren beeinträchtigen und sich somit negativ auf die Wirtschaftlichkeit auswirken. Zwar ist die Witterung ein entscheidendes Kriterium für den Befall mit Fusarien, aber es stehen trotzdem noch eine Vielzahl von Maßnahmen zur Begrenzung des Mykotoxin-Risikos zur Verfügung: Es ist eine hocheffektive Maßnahme, eine nicht überdurchschnittlich anfällige Maissorte mit der für die entsprechende Region passenden Reifezahl zu wählen.

 

 

Die Gespräche führten Dr. Anke Boenisch und Klaus Schulze Kremer

 



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