KW 29: Bestandeskontrolle: Wie die Knöllchenbildung bei Soja unterstützt werden kann

KW 29: Bestandeskontrolle: Wie die Knöllchenbildung bei Soja unterstützt werden kann

Die Entwicklung eines vitalen Sojabestands ist stark von der Witterung abhängig. Olena Sobko, Produktmanagerin Soja, hat die Bestände regelmäßig kontrolliert und wird im Folgenden berichten, warum manche Sojabestände einen weniger vitalen Eindruck machen. Sie gibt außerdem praktische Tipps wie wir aktiv die Knöllchenbildung unterstützen können.

Starker Einfluss der Witterung auf die Entwicklung der Sojabestände

Bis jetzt war das Jahr für Soja nicht ganz so einfach: wegen sehr nasser und kalter Wetterbedingungen im Mai hat es bis zu 3-4 Wochen gedauert, bis Soja überhaupt aufgelaufen ist. Die geschwächten Pflanzen hatten dementsprechend teilweise eine sehr langsame Jugendentwicklung.

Als Hülsenfrucht kann sich Soja fast selbständig mit Stickstoff durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien versorgen. Das „matchen“ von der Sojawurzel und den Knöllchenbakterien startet 6-8 Wochen nach der Aussaat und benötigt dafür warme Temperaturen und gute Durchlüftung im Boden. Genau zu diesem Zeitpunkt waren in vielen Sojaanbaugebieten die Bodenkapillare gut mit Wasser gefüllt und Tagestemperaturen kratzten geradeso am zweistelligen Bereich. Daher sehen auch einige Sojabestände nicht so vital aus.

Knöllchen-Entwicklung

Bei der Knöllchen-Kontrolle stellte man fest, dass nur ein paar davon auf der Wurzel zu finden sind (Abb.1).

Sojawurzeln mit niedrigem Knöllchenbesatz
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Sojawurzeln mit niedrigem Knöllchenbesatz

Diese Pflanzen werden unter Stickstoffmangel leiden und die potentiell möglichen Erträge nicht generieren können. Es gibt auch viele Sojabestände, in denen Sojapflanzen mit guten 5-10 Knöllchen stehen. Diese fixieren ausreichend Stickstoff und verleihen sichere Aussichten auf höhere Kornerträge (Abb.2).

Soja Wurzel mit ausreichendem Knöllchenbesatz
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Soja Wurzel mit ausreichendem Knöllchenbesatz

Hunderte Knöllchen sind ein selteneres Bild, sind aber auch sogar in diesem Jahr zu sehen (Abb.3.).

Sojawurzeln mit sehr hohem Knöllchenbesatz
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Sojawurzeln mit sehr hohem Knöllchenbesatz

Solche Bestände garantieren nicht die 7 oder 10 t/ha Ertrag. Das Prinzip „viel hilft viel“ gilt hier nicht, da die absolute Anzahl von Knöllchen ohne die Analyse ihrer Funktionalität nichts über den Kornertrag aussagt. Es gibt sogenannte „leere Knöllchen“, die rot sind und nichts fixieren können. Daher sind solide 5-20 Knöllchen vollkommen ausreichend, um die gewünschten Sojaerträge zu erzielen.

Förderung der Knöllchenbildung

Eine Unterstützung für Soja in Form von Stickstoffdünger ist laut Düngeverordnung in Deutschland untersagt. Wenn man tatsächlich auf den Sojapflanzen kaum Knöllchen findet, kann man die Bildung und Funktionalität der Knöllchen mit der Behandlung von Mikronährstoffdünger mit Magnesium, Bor, Molybdän und Mangan unterstützen. Durch unterschiedliche Wirkungsmechanismen fördern die Mikronährstoffe nicht nur die Knöllchenentwicklung, sondern unterstützen die ganze Sojapflanze. Je nach Düngermittel empfiehlt sich eine gesplittete Gabe – erst zu Mitte -Ende Blüte und dann gute 14 Tagen später. Wenn man eine Spurelementausbringung vornimmt, wird eine Zugabe von Schwefel in höheren Proteingehalten der Soja resultieren.

Fragen zum Sojaanbau oder zur Knöllchenbildung? Wir beraten Sie gern. Senden Sie Ihre Frage einfach an: olena.sobko@saaten-union.de