KW 17: Soja säen - wann ist die beste Zeit?

Soja aus heimischem, regionalen Anbau ist dafür prädestiniert den steigenden Bedarf an GVO freiem Tierfutter und pflanzlichen, eiweißreichen Lebensmittel zu decken. Eine clevere Sortenwahl in der Kombination mit der standortangepassten Anbautechnologie ist die Grundlage für eine sichere und ertragreiche Ernte. Olena Sobko, Produktmanagerin Soja, gibt im Folgenden Tipps für eine erfolgreiche Aussaat.

Die Sojabohne ist eine Kultur mit hohen Wärmeansprüchen während der gesamten Vegetation. Tendenziell haben die Sojapflanzen eher eine langsame Jugendentwicklung und benötigen für den raschen Start mittlere Tageslufttemperaturen und Bodentemperaturen. Daher ist die Frage, wann der optimale Zeitpunkt für die Aussaat der Sojabohnen ist, recht knifflig. Die Aussaat von Soja kann bereits ab Mitte April stattfinden. Hier sollten zwei Voraussetzungen erfüllt werden:

  • eine „Schönwetterperiode“ ist in der Aussicht
  • Bodentemperatur min.10°C!

Eine „Schönwetterperiode“ heißt: es werden Nachttemperaturen stabil über 5-6 °C und am Tag über 10-12 °C erreicht, sowie keine Niederschläge prognostiziert. Trotz des großen Korns für den schnellen und guten Feldaufgang benötigt Soja in erster Linie Wärme und dann Feuchte (Abb. 1).

Abb. 1: Soja - schöner Feldaufgang

Abb. 1: Soja - schöner Feldaufgang

Dank des Klimawandels kann es schon mal vorkommen, dass wir im März tagsüber +20 °C erreichen, aber dann nachfolgend drei bis vier Wochen einen Wintereinbruch mit kontinuierlicher Schneedecke folgt, wie es in diesem Jahr der Fall war. Ein paar warme Tage Anfang April zeichnen keine akute Notwendigkeit Soja in den kalten Boden abzulegen. In diesem Fall würden die Körner „sitzen“ bleiben und auf die Erhöhung der Bodentemperatur warten, was Wochen dauern kann. Wenn die Keimfähigkeit und Triebkraft hoch genug waren und die Körner im Boden nicht vergammeln, keimen sie langsam und kämpfen sich durch die Bodendecke ungleichmäßig in der Reihe (Abb. 2).

Abb 2: Soja - schlechter Feldaufgang

Abb 2: Soja - schlechter Feldaufgang

Das kann in einer erhöhten Fraßintensität (durch Krähe Hasen, Rehe) Vereinzelung der Sojapflanzen, starker Verunkrautung und niedriger Besandesdichte resultieren. Als Folge wird ein Bestand etabliert, der unter dem gewünschten Minimum von 3 t/ha Kornertrag ergibt.

Abb. 3: So schaut Sojaertrag unter 3 t/ha aus!

Abb. 3: So schaut Sojaertrag unter 3 t/ha aus!

Bei der Soja-Aussaat sind Geduld und die regelmäßige Nutzung einer Wetter-App das Mittel zum Erfolg.

Fragen zum Sojaanbau? Wir beraten Sie gern. Sende Sie einfach eine Mail mit Ihrer Frage an Frau Sobko. Sie freut sich auf ein Gespräch mit Ihnen.

Weitere Themen der letzten Wochen aus der Praxis: