KW16: Wie kann eine Zwischenfrucht mit wenig Wasser optimal etabliert werden?

Mit dieser Frage beschäftigt sich aktuell ein ökologisch wirtschaftender Betrieb in Nordhessen. Die schlechte Wasserverfügbarkeit der letzten Jahre nach der Ernte der Hauptkultur trieb den Betrieb dazu an, sich nach alternativen Verfahren zur bisherigen Bestellung der Zwischenfrucht umzusehen. Dabei entstand die Idee, die Zwischenfrucht mit dem letzten Striegelgang als Untersaat in den stehenden Getreidebestand einzubringen.

Abbildung 1: Aussaat der Zwischenfrucht mit dem 6 m Grünlandstriegel GREEN.RAKE von Düvelsdorf

Abbildung 1: Aussaat der Zwischenfrucht mit dem 6 m Grünlandstriegel GREEN.RAKE von Düvelsdorf

Die Vorteile einer Untersaat liegen auf der Hand

Zum einen können durch die Kombination der letzten mechanischen Unkrautregulierungsmaßnahme und der Aussaat der Zwischenfrucht Zeit und Kosten eingespart werden, zum anderen sorgt die aufgelaufene Zwischenfrucht für eine bessere Bodendeckung, eine Reduzierung der Bodenerosion, eine bessere Tragfähigkeit der Böden und die Erhöhung der Biodiversität im Bestand.

Abbildung 2: Neben der Bekämpfung von Unkräutern und der Aussaat der Zwischenfrucht erfolgt in diesem Arbeitsgang auch die EInarbeitung des zuvor ausgebrachten Gärsubstrates.

Abbildung 2: Neben der Bekämpfung von Unkräutern und der Aussaat der Zwischenfrucht erfolgt in diesem Arbeitsgang auch die EInarbeitung des zuvor ausgebrachten Gärsubstrates.

Der wichtigste Vorteil liegt aber darin, dass der Zwischenfrucht die Frühjahrsfeuchtigkeit für die Anfangsentwicklung zur Verfügung steht und sie bereits nach der Ernte der Hauptkultur einen deutlichen Entwicklungsvorsprung aufweist.

Was soll beobachtet werden?

Ein üppiger Zwischenfruchtbestand ist zwar das Ziel dieses Versuches, doch sollte er sich noch nicht vor der Ernte der Hauptkultur einstellen und diese überwachsen.

Damit sind wir auch bei den Nachteilen, welche eine Untersaat mit sich bringen kann und die es bei diesem Versuch zu beobachten gilt.

Letztlich ist eine in den Bestand ausgedrillte Zwischenfrucht gleichzusetzen mit der Ackerbegleitflora. Beide stehen mit der Hauptkultur in Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe. Ziel ist es, die Konkurrenz so gering wie möglich zu halten. Bei der Ackerbegleitflora versucht man durch gezielte Unkrautbekämpfungsmaßnahmen (Fruchtfolge, mechanische Unkrautregulierung, Sortenwahl usw.) den Entwicklungsvorsprung der Hauptkultur so groß wie möglich zu halten. Bei der Untersaat erfolgt die Steuerung durch den Aussaatzeitpunkt, die Aussaatstärke, die Auswahl der einzelnen Mischungspartner und der jeweiligen Hauptkultur. Auf dem Betrieb wird die Versuchs-Mischung in Winterweizenweizen, Wintertriticale und Winterdinkel ausprobiert. Selbstverständlich bietet auch die ausgewählte Sorte gute Steuerungsmöglichkeiten (Pflanzenlänge, Blattlänge, Abreife), die es neben den bereits genannten Punkten zu beachten gilt.

Abbildung 3: Lang oder kurz. Die phänologischen Eigenschaften der Hauptkultur haben maßgeblichen Einfluss auf die zwischenartliche Konkurrenz. Hier zu sehen: Der Versuchsschlag vor der Aussaat der Zwischenfrucht mit der eher kürzeren Winterweizensorte SU SELKE

Abbildung 3: Lang oder kurz. Die phänologischen Eigenschaften der Hauptkultur haben maßgeblichen Einfluss auf die zwischenartliche Konkurrenz. Hier zu sehen: Der Versuchsschlag vor der Aussaat der Zwischenfrucht mit der eher kürzeren Winterweizensorte SU SELKE

Versuch macht klug.

Im aktuellen Praxisversuch findet man in der Mischung auch Winterrübsen und Winterfutterraps.

Abbildung 4: Die Versuchsmischung besteht aus Winterrübsen, Winterfutterraps, Inkarnatklee, Phacelia und Leindotter

Abbildung 4: Die Versuchsmischung besteht aus Winterrübsen, Winterfutterraps, Inkarnatklee, Phacelia und Leindotter

Diese sollen in Ermangelung eines Kältereizes nicht in das generative Wachstum übergehen, wodurch ein Überwachsen der Hauptkultur ausgeschlossen werden soll. Zusätzlich ist geplant, dass sie auch über den Winter für eine durchgehende Begrünung sorgen. Phacelia, Lein und Inkarnatklee werden über den Sommer für eine ausreichende Begrünung sorgen. Damit sich die Mischung auch nach der Ernte gut entwickeln kann, ist es denkbar, dass das Stroh geborgen und wenn nötig auch der Stoppel gemulcht wird.

Wie sich der Bestand entwickelt bleibt abzuwarten. Wir halten Sie hierzu auch weiterhin auf dem Laufenden.