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Dürreschäden: Empfehlungen der SAATEN-UNION für die Maisernte in der aktuellen Situation

Die Maisbestände zeigen bundesweit erhebliche Unterschiede in der Entwicklung. Während sich in Süddeutschland der Mais oftmals sehr gut präsentiert und gute Ernten zu erwarten sind, sind im Norden, Westen und Osten Deutschlands vielerorts Trockenschäden zu beobachten. Wie kann man die Trockenschäden bewerten? Welche Maßnahmen sind zu treffen?

Die Symptome reichen von eingerollten Blättern, der Reduktion des Massen- und Längenwachstums, über Abwurf von angelegten Seitentrieben bis hin zu Totalausfällen infolge massiver Trockenschäden. Zudem finden sich immer mehr Flächen, wo infolge des fehlenden Niederschlags die Befruchtung unvollständig ist und die Kornfüllung reduziert wird. Kolbenloser Mais ist in diesem Jahr leider keine Seltenheit.

Zu klären ist nun, wie Beständen, die unter Trockenstress leiden, zu bewerten sind und welche Handlungsempfehlungen daraus abzuleiten sind.


Wetter
Um eine regionale Eingrenzung vorzunehmen, wird zunächst der Blick auf das Wetter gerichtet: Insbesondere in den Regionen in Nordwest, Nordost und Ostdeutschland sind in den letzten Monaten nach der Maisaussaat ab April Niederschlagsdefizite im Vergleich zum langjährigen Mittel zu verzeichnen.

Neben den fehlenden Niederschlägen sind insbesondere die hohen Temperaturen dieses Jahres maßgeblich für den Vegetationsverlauf. So ist aufgrund frühzeitig erreichter Temperatursummen und ausbleibender Niederschläge eine zügiger eintretende Silo- und Körnerreife zu erwarten. Mittelfristige Prognosemodelle vom Europäischen Wetterdienst ECMWF versprechen sogar eine stabile Hochwetterlage bis Mitte September mit geringen Niederschlägen.

Niederschläge 2018

Niederschläge 2018


Entwicklung der Maisbestände
Generell konnten die früher gedrillten Maispflanzen (etwa bis Anfang Mai) noch ein gutes Wurzelwerk ausbilden. Diese Bestände zeigten sich homogener und weniger durch Trockenstress gezeichnet, als solche Bestände von später gedrillten Flächen. Die größten negativen Auswirkungen gibt es bei Zweitfruchtmais aufgrund der Spätsaat. Der Vorteil der frühen Aussaat schwindet jedoch zusehends. Bei anhaltender Trockenheit und Hitze, werden die Blätter der Maispflanzen schneller physiologisch nachgeben und Reduktionsprozesse treten ein. Der Mais hat auch während der Abreifephase noch einen hohen Wasserbedarf. Hält die Dürre beim aktuellen Stadium der Milchreife weiter an, erfolgt eine Reduzierung der Körner, beginnend von der Kolbenspitze (Ausbildung von Gummikolben). Befindet sich der Mais in der Teigreife, so wird die Bildung von Stärkezellen reduziert und die Korngröße damit verringert.


Erntemanagement
Grundsätzlich sollte man keine vorschnelle Entscheidung bzgl. einer vorzeitigen Ernte treffen, sondern die Bestände sorgsam analysieren. Großräumige Prognosesysteme sind aufgrund der lokal sehr unterschiedlichen Gegebenheiten (Bodenverhältnisse, Niederschlagsverteilung, Bewirtschaftungsform) dafür nur bedingt geeignet. Zunächst sollte man den Wassergehalt der Restpflanze ermitteln: Tritt beim Quetschen des Stängels (Wringprobe) noch Flüssigkeit aus, ist der TS-Gehalt zu niedrig (ca. 20 – 24 %) und hohe Sickersaftverluste beim Silieren wären die Folge. Orientierung können TS-Bestimmungen der Offizialberatung geben. Besser ist jedoch, eine eigene TS-Analyse durchzuführen.


Bestände mit Kolben
Sind nur einzelne Blätter vertrocknet, so können sich Bestände mit guter Kolbenanlage bei einsetzenden Niederschlägen durchaus erholen, Ertragszuwächse generieren und ein qualitatives Grundfutter darstellen.

Unsere Empfehlung: Abwarten und den optimalen Erntetermin der Abreife anpassen. Es besteht momentan kein akuter Handlungsbedarf.


Bestände ohne Kolben
Auf diesen Flächen entfällt die Körner- oder CCM-Nutzung. Oftmals zeigt kolbenloser Mais eine unverkennbare Anthocyane Verfärbung. Man sollte die Verwendung eines Siliermittels in Betracht ziehen. Der angestaute Zucker wird nicht in Stärke umgewandelt und im Kolben eingelagert. Beim Silieren führen diese hohen Zuckergehalte zu Verlusten, in Form von Nacherwärmungen und zu Fehlgärungen. Bei TS-Gehalten von unter 28 % sind chemische Siliermittel den heterofermentativen Milchsäurebakterien vorzuziehen, da die Wirkungssicherheit gegenüber Hefen und Schimmelpilzen gewährleistet ist.

Sind aufgrund von Befruchtungsstörungen die Kolben hingegen schwach ausgeprägt (ca. 20 – 30 %), so muss die angestrebte GTM vom Normalbereich (30 – 34 %) auf etwa 26 – 28 % gesenkt werden, da die Pufferwirkung der Kolben teilweise wegfällt. Niedrige Kolbenanteile führen zu minderer Futterqualität und geringeren Energiedichten.


Unsere Empfehlung:

Kolbenlose Bestände sollten gehäckselt werden, wenn nur noch etwa 50 % der Blattmasse grün ist, um noch eine gute Verdichtung im Silo erreichen zu können. Siliermitteleinsatz ist in Betracht zu ziehen.

Auf das optimale Silomanagement kommt es an!

  • Auch bei kurzem Mais sollte nicht zu flach gehäckselt werden. Einträge von Erde ins Silo über das Häckselgut sind zu vermeiden
  • Kurze Häcksellänge wählen (6-8 mm)
  • Einsatz eines Siliermittels in Betracht ziehen
  • Die Dicke der neu aufzutragenden Schicht auf 20 – 30 cm reduzieren
  • Höhere Gewichte zum Festfahren nutzen und Luftdruck in den Reifen absenken, um die Verdichtung zu Verbessern. Ziel ist hier eine Verdichtung von mindestens 250 Kg pro m³
  • Ein hoher Sickersaftanteil kann durch eine Sandwich-Silage oder saugfähiges Material (Grassilage oder Stroh) aufgefangen werden
  • Sofort nach dem Befüllen Silo zügig mit Folie abdecken, um Energieverluste zu in der Silage vermeiden

Nährwert

Die LWK NRW hat Silagen von hitze- und trockengeschädigten Maisbeständen analysiert: Die Energiegehalte sind sehr niedrig und befinden sich zwischen 4,6 und 5,5 MJ NEL und der Anteil an Asche, Fasern und Proteinen ist im Vergleich zu normaler Maissilage deutlich höher. Bei den Zuckergehalten ist mit Werten zwischen 6 und 59 g/kg TS (Maissilage im Mittel: 15 g/kg TS) eine deutliche Streuung festzustellen. Eine Analyse der eigenen Silage für die Erstellung einer angepassten Futterration ist zu empfehlen.

„Wendet man die von uns gegebenen Tipps, entsprechend einer genauen Analyse der eigenen Situation, vor Ort an und bekommt der Mais mit ein wenig Glück noch zusätzlichen Niederschlag in der Endphase der Vegetation, so kann noch aktiv Schadensbegrenzung bei der diesjährigen Maisernte betrieben werden.“ Daniel Ott, Produktmanager Mais



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