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Mit und trotz DVO –Maisfruchtfolgen sinnvoll gestalten

Der Mais hat aufgrund seines hohen Leistungspotenzial in vielen Regionen Anteile an der Ackerfläche von über 50 %. Damit diese die geforderte Nachhaltigkeit nicht gefährden, muss so einiges beachtet werden, wie Franz Unterforsthuber, Fachberater für Bayern, erläutert.

Maisfruchtfolgen müssen aufgelockert werden
Maisfruchtfolgen müssen aufgelockert werden
Derartig hohe Maisanteile in der Fruchtfolge bergen die Gefahr von Erosion, einer Zunahme von Kalamitäten wie Rhizoctonia, diversen Blattkrankheiten und Schädlingen wie Maiszünsler und Maiswurzelbohrer. Bei Silomais kommt die Strukturbelastung und die negative Humusbilanz hinzu. Durch Vorgaben der Düngeverordnung liegen die erlaubten Düngermengen deutlich unter den tatsächlichen Entzugswerten von 4,3 kg N/t FM (32 % TS). Erst ab einem Ertrag von 650 dt/ha darf nach Düngebedarfsermittlung die maximale Stickstoffmenge von 240 kg/ha (inkl. Nmin) gegeben werden. Der tatsächliche Entzug liegt mit 280 kg/ha deutlich darüber (Tab. 1).


Zwar kann der Mais den mineralisierten Bodenstickstoff hervorragend nutzen, braucht dazu aber eine sehr gute Bodenstruktur und -fruchtbarkeit. Daher muss es Ziel sein, über die Fruchtfolge und mithilfe geeigneter Bestandesführung die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, den Stickstoff im Nährstoffkreislauf zu halten, die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar zu machen und diese gesund zu halten. Die Lösungsansätze liegen in einer breiteren Fruchtfolge, angepasstem Zwischenfruchtanbau mit Mulchsaat und konsequenter Feldhygiene.


Mais in der Düngeverordnung

Mais in der Düngeverordnung
Vorfruchteffekte für die N-Bilanz gezielt nutzen

Die gezielte Nutzung von Vorfruchteffekten wird bei reduzierter N-Düngung immer wichtiger. Dies führt zwangsläufig zu breiteren Fruchtfolgen. Vor allem Raps mit anschließender Zwischenfrucht oder Leguminose ergänzen den einseitigen Maisanbau sehr gut. Die Struktureffekte der kräftigen Pfahlwurzel (besonders bei Raps und Ackerbohnen) und die positive Humusbilanz sorgen nachhaltig für günstige Ertragseffekte über die gesamte Fruchtfolge. Leguminosen bringen zusätzlich Stickstoff in den Kreislauf: Auf schwächeren Böden sind standfeste Erbsen zu bevorzugen, wohingegen Ackerbohnen tiefgründige Böden lieben. Während Ackerbohnen und Erbsen mehrjährige Anbaupausen erfordern, sind Sojabohnen selbstverträglich. Bei dieser Kultur ist die Reife der Sorte entscheidend für deren regionale Eignung: Frühe 000 Sorten (z. B. SCULPTOR) sind für weniger günstige Lagen (vgl. Körnermais K 210–240) und spätere mit höherem Ertragspotenzial für günstigere Standorte geeignet.


Hier wurde es dem Maiszünzler leicht gemacht; Bild: Unterforsthuber
Hier wurde es dem Maiszünzler leicht gemacht; Bild: Unterforsthuber
Mit Blick auf die DVO sollte man die Körnermaissorte vor Weizen mit Bedacht wählen. Frühe Körnermaissorten mit kompakter Restpflanze und geringer Fusariumanfälligkeit verursachen weniger Strohrückstände und ein geringeres Fusariumrisiko. Bis Ende September/Anfang Oktober gesäter Weizen bringt aufgrund guter Vorwinter-Entwicklung stabilere und höhere Erträge. Verrottet das Maisstroh zum Teil bereits im Herbst, erleichtert dies das Wachstum des Weizens im Frühjahr. Bereits bestockter Weizen lässt sich ohne Risiko verhalten andüngen und es bleibt mehr Stickstoff für die spätere Ertrags- und Qualitätsdüngung übrig. Proteinstarke Weizensorten setzen diesen Stickstoff dann sowohl in Ertrag als auch in Protein um.


Aussaatfenster
Aussaatfenster
Zwischenfrucht und Mulchsaat

Zwischenfrüchte sind die ideale Ergänzung zu maislastigen Fruchtfolgen. Sie bieten ein zusätzliches Fenster zur Ausbringung organischer Düngung, sind Humusbildner und verbessern die Bodenstruktur. Sie liefern Futter für das Bodenleben, beschatten die Böden und bieten als Mulch Schutz vor Erosion und Wasserverlust aus der Bodenoberfläche. Zusätzlich werden in der vegetationsarmen Zeit die Nährstoffe in der Wurzelzone gehalten bzw. mit Leguminosen bis zu einem Anteil von 74 % zusätzlich Stickstoffmengen in den Kreislauf gebracht, die in der Düngeverordnung nicht angerechnet werden.


Allerdings treten die Effekte nur ein, wenn einige Grundsätze beachtet werden – z. B. die optimale Saatzeit. Es ergibt sich für eine Mais-Fruchtfolge ein Aussaatkalender wie in Abb. 1 dargestellt.


Mischungen mit hohem Leguminosen-Anteil können früher gesät werden, aber nicht im Kombination mit kampfkräftigen Nicht-Leguminosen (z. B. Ölrettich). Bei den Ölrettich-Sorten sind die Unterschiede in Anfangsentwicklung, Blühneigung und das Abfrierverhalten zu beachten. Früh blühender Ölrettich oder Senf sollten eher später gesät werden, damit sie nicht zur Reife kommen. Für spätere Saattermine ab Ende August kommt Senf ins Spiel. Hier ist die rasche oberirdische Entwicklung für eine gute Unkrautunterdrückung und ein sicheres Abfrierverhalten entscheidend. Wird es noch später mit der Aussaat, sind für eine sichere Entwicklung mit effektiver Nährstoffaufnahme winterharte Kulturen erforderlich. Möglich ist hier eine Kreuzblütler-Mischung (z. B. viterra® WASSERSCHUTZ) oder auch für die ganz späten Termine Anfang Oktober ein Grünschnitt- oder Winterroggen.


Zwischenfrüchte sollten nicht im grünen Zustand im Herbst umgebrochen werden, da so der organisch gebundene Stickstoff zu schnell mineralisiert und ausgewaschen wird. Lieber den Bestand über Winter stehen lassen, um dann den Mais mit Mulchsaat in das abgestorbene Material auszubringen. Mais eignet sich hervorragend für dieses Anbauverfahren. Voraussetzung jedoch ist eine sorgfältige und tiefe Bodenbearbeitung zur Zwischenfrucht.


Fruchtfolgebeispiele

Fruchtfolgebeispiele
Ohne Feldhygiene geht es nicht!

Sowohl nach der Silomais- als auch nach der Körnermaisernte ist eine konsequente Mulcharbeit zur Schädlingsbekämpfung und für eine raschere Strohrotte einzuplanen. Bei einer Erntetechnik von 8 oder mehr Reihen bleiben hier viele schwer verrottbare Stängel unbeschadet stehen, in denen der Maiszünsler gut geschützt über den Winter kommt (s. Bild 1). Je feiner das Material zerkleinert wird, desto rascher erfolgt die Umsetzung und Humusbildung, desto geringer ist das Fusariumrisiko für den Weizen. Die Intensität der Zerkleinerung ist noch wichtiger geworden, nachdem die N-Ausgleichsdüngung nicht mehr erlaubt ist und der benötigte Stickstoff aus dem Boden kommen muss.


Fazit

Silomais wird nach DVO deutlich unter Entzug gedüngt und nach Körnermais darf kein Stickstoff mehr zur Beschleunigung der Strohrotte gegeben werden. Zudem ist Mais stärker auf die Bodenfruchtbarkeit angewiesen als andere Kulturen. Daher ist das Mineralisierungspotenzial der Böden gefragt und Mais ist in der Lage, diesen Stickstoff sehr effektiv zu nutzen. Im Rahmen der Fruchtfolge müssen die Humusbilanz ausgeglichen und strukturfördernde Maßnahmen über eine breitere Fruchtfolge mit wurzelstarken Kulturen und über gezielten Anbau von Zwischenfrüchten unternommen werden.



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