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Sichere Getreideerträge durch die Wahl der richtigen Sorte, die passenden Pflanzenbaumaßnahmen wie beispielsweise Strip Till, die Qualitätssicherung im Lebensmitteleinzelhandel und die Beurteilung der Gemeinsamen Agrarpolitik, GAP, waren Themen des Saaten-Union-Winterforums in Magdeburg.

Dr. Frank Thiedig: „Wenn Sie es schaffen, die Anforderungen Preis, Frische, Kundenbindung und Regionalität bestmöglich zu vereinen, dann haben Sie unser Erfolgsrezept verstanden und können einen Edeka-Laden aufmachen“, erklärte Dr. Frank Thiedig, Marketingleiter der Edeka Minden.
 Dr. Frank Thiedig: „Wenn Sie es schaffen, die Anforderungen Preis, Frische, Kundenbindung und Regionalität bestmöglich zu vereinen, dann haben Sie unser Erfolgsrezept verstanden und können einen Edeka-Laden aufmachen“, erklärte Dr. Frank Thiedig, Marketingleiter der Edeka Minden.
„Wir gehen mit Optimismus ins neue Jahr, die Stimmung unter den Landwirten ist gut, die Weizenpreise sind wieder im grünen Bereich“, begrüßte Saaten-Union-Geschäftsführer Marcus Iken die Gäste. Wie die Brötchen aus Weizenmehl später verkauft werden, stellte Dr. Frank Thiedig, Marketingleiter der Edeka Minden vor. Er bestätigte, was viele Verbraucher kürzlich auch im ARD-Markencheck gesehen haben: Die Produkte zur Basisversorgung kosten in den Supermärkten und Discountern gleich viel und sind auch in der Qualität vergleichbar. Viele Markenhersteller produzieren sowohl Marke als auch Handelsmarke. Edeka unterscheide sich vom Discounter unter anderem durch die Frischekompetenz bei Obst und Gemüse oder in den Bedientheken für Fleisch und Wurst. Das „Jahr der Bedienung 2010“ habe beispielsweise eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent gebracht, hob Thiedig hervor. Und was ebenso interessant für die Zuhörer war: Bio wird von Herkunft geschlagen, so der Marketingexperte. Bei Edeka müssen „Produkte aus der Region“ aus einem Herstellungsbetrieb im Umkreis von 30 Kilometern zum Supermarkt stammen. Auf die Nachfrage Ikens, warum die Weizenbrötchen so „billig“ seien, konterte Thiedig, dass der Handel eine ebenso schmale Marge habe wie die Landwirtschaft: „ Viele Verbraucher sind Schnäppchenjäger. Um 80 Cent zu sparen, geben sie einen Euro aus“, erklärte er.

Sven Böse: Breit angelegte Zuchtprogramme, sortennahe Sortenevaluierung, ganzheitliche Erfolgsrechnung sichern auch in Zukunft den Erfolg auf dem Feld, betonte Sven Böse, Leiter Fachberatung der Saaten-Union.
 Sven Böse: Breit angelegte Zuchtprogramme, sortennahe Sortenevaluierung, ganzheitliche Erfolgsrechnung sichern auch in Zukunft den Erfolg auf dem Feld, betonte Sven Böse, Leiter Fachberatung der Saaten-Union.

 

Summe der Eigenschaften entscheidet Qualität der Sorte

Sven Böse, Leiter der Fachberatung der Saaten-Union, gab den Landwirten einen Überblick zur derzeitigen Getreidezüchtung und die Herausforderungen von morgen: „Die Sorten sollen sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte tolerant sein und müssen sowohl Dauerregen als auch Frühjahrstrockenheit aushalten. Dazu brauchen wir eine große genetische Vielfalt“, stellte er fest. Sprünge in bestimmten Eigenschaften und Spitzenleistungen wären aber nur mit Zugeständnissen in anderen Merkmalen machbar, die Eierlegende Wollmilchsau gebe es auch in der Pflanzenzüchtung nicht. „Es ist nicht die stärkste Art, die überlebt und auch nicht die intelligenteste, sondern die, die sich am ehesten dem Wandel anpasst“, gab Böse, den Landwirten den Ausspruch des britischen Naturforschers Charles Darwin mit auf den Weg.

 

Wertschöpfung muss in der Landwirtschaft bleiben

Der sachsen-anhaltinische Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens bescheinigte seinem Bundesland eine gute Präsenz der Saatgutwirtschaft und hob vor allem die Standorte Bernburg und Gatersleben hervor.

Dr. Hermann Onko Aeikens: „In einer volatilen Welt ist Boden ein stabiles Gut“, stellte der sachsen-anhaltinische Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens fest.
 Dr. Hermann Onko Aeikens: „In einer volatilen Welt ist Boden ein stabiles Gut“, stellte der sachsen-anhaltinische Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens fest.
Gleichzeitig übte er Kritik an der EU-Kommission: „Es ist feige, die Frage nach der Gentechnik von der EU-Ebene bis hinab auf die Regionen zu überwälzen.“ Zur Sicherung der Welternährung bemerkte er, dass der Warenkorb der Menschen sich rapide ändere und vor allem der Bedarf an Fleisch rapide steige. Umso weniger könne man vermitteln, wenn in den Industriestaaten die Reichen ihre Autos mit Energie vom Acker fahren und der Preis dafür sei, dass die Zahl der Hungernden in den armen Ländern steige. In Bezug auf die Energiemärkte mahnte er außerdem an, dass die Wertschöpfung in der Landwirtschaft bleiben müsse und nicht bei den Investoren lande, während die Landwirte nur noch Substrat liefern.

 

Strip-Till als zukunftsgerichtetes Verfahren im Hinblick auf den Klimawandel

Dr. Sven Dutzi, Leiter Produktmanagement der Amazonen-Werke
 Dr. Sven Dutzi, Leiter Produktmanagement der Amazonen-Werke
Auf die Vorzüge des Strip Till oder Stripe Tillage-Verfahrens ging Dr. Sven Dutzi, Leiter Produktmanagement der Amazonen-Werke ein. Aus Nordamerika mit seinen kalten Böden stammend, ist es seit einigen Jahren auch in Europa im Kommen. Es bietet sich vor allem für Reihenkulturen wie Mais, Rüben aber auch Raps an. Strip Till ist eine Streifenbearbeitung und –saat im kombinierten als auch im absätzigen Verfahren und zeichnet sich durch Wassereinsparung, Abpufferung extremer Witterungsverhältnisse und Erosionsvermeidung durch Bodenbedeckung und Förderung des Bodenlebens aus. Dutzi erklärte sich als bekennender Fan des Verfahrens, zeigte aber gleichzeitig die noch bestehenden Fragen wie das Einbinden von Getreide und die dort machbaren Reihenabstände oder Fragen zur Herbizidbehandlung auf: „Strip Till“ zeichnet sich durch eine hohe Schlagkraft und Flexibilität aus, ist aber keineswegs eine Allzweckwaffe gegen alles“, erklärte der Bodenbearbeitungsfachmann.

 

Vollständige Entkopplung der Direktzahlungen notwendig

Prof. Michael Schmitz von der Universität Gießen
 Prof. Michael Schmitz von der Universität Gießen
Auf die Auswirkungen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union, GAP und die gesellschaftliche Akzeptanz von Zahlungen an die Landwirtschaft ging Prof. Michael Schmitz von der Universität Gießen ein. Er sieht generell eine von den Medien befeuerte Kritik an der modernen Landwirtschaft und stellte fest, dass es schwierig sei, die Notwendigkeit oder den Nutzen von Zahlungen zu vermitteln. Seiner Meinung nach werde in die GAP von der Politik zu viel hineininterpretiert. Anstatt das Ur-Ziel, die Absicherung der in der Landwirtschaft Tätigen, zu verfolgen, soll die GAP nach dem Willen vieler Politiker die Welternährung sichern, den Klimawandel verlangsamen und die Entwicklung der ländlichen Räume vorantreiben. Doch um den Agrarsektor wettbewerbsfähiger zu machen, müsse die GAP effizienter, wirksamer für aktive Landwirte aber vor allem einfacher und transparenter gestaltet werden, so der Wissenschaftler und hält eine vollständige Entkopplung nach 2013 für zwingend notwendig.

Referenten: Dass möglichst viel von der Wertschöpfung in der Landwirtschaft bleiben muss, waren sich die Referenten des Saaten-Union-Winterforums einig.
 Referenten: Dass möglichst viel von der Wertschöpfung in der Landwirtschaft bleiben muss, waren sich die Referenten des Saaten-Union-Winterforums einig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angelika Sontheimer


Stand: 25.01.2012

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