Fortschritte in der Ackerbohnenzüchtung |
04.12.2007 | Versenden | Druckversion | |
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Die Ackerbohne dient schon sehr lange als Eiweißquelle. Zwar wird sie auch heute noch für die menschliche Ernährung, in größeren Teilen jedoch zur Tierfütterung angebaut. Aufgrund ihrer sehr speziellen botanischen Eigenschaften – zum Beispiel der hohe Anteil an Fremdbefruchtung und die geringe Vermehrungsrate – wird diese Kultur jedoch erst seit relativ kurzer Zeit züchterisch bearbeitet. Umso bemerkenswerter sind die zu verzeichnenden Züchtungsfortschritte. Züchtung und Forschung wurden in den 1970iger und 80iger Jahren gefördert und intensiviert, um Blattfruchtalternativen für die bestehenden Fruchtfolgen zu entwickeln und die einheimische Proteinerzeugung zu fördern. Ziel war es, eine höhere Unabhängigkeit der EU von den Sojaimporten aus Übersee zu erreichen. Aus Kostengründen erfolgte danach jedoch wieder eine deutliche Reduktion dieser Aktivitäten. Heute gibt es in Europa nur noch relativ geringe Züchtungsaktivitäten. In Deutschland wird zur Zeit nur ein privates Zuchtprogramm bearbeitet und die Züchtungsforschung konzentriert sich auf die Universität Göttingen. Der Anbauschwerpunkt von Ackerbohnen liegt in Großbritannien und Frankreich. Weitere Schwerpunkte sind im Mittelmeerraum (Ägypten), China, Australien und möglicherweise zukünftig in Kanada. Die Intensivierung der Forschung und Züchtung Ende des 20. Jahrhunderts hat jedoch einige maßgebliche Ergebnisse und Fortschritte bei dieser Kulturart hervorgebracht, die sich z.T. erst jetzt in dem verfügbaren Sortenspektrum widerspiegeln. Zuchtfortschritt schafft Standfestigkeit und Ertrag Tabelle 1 stellt die wichtigsten Eigenschaften der Sorten aus 1985 und 2006 gegenüber. Die erzielten Fortschritte werden anhand der Einstufungen offensichtlich: Die heutigen Sorten sind alle relativ kurz und sehr standfest. In der Ertragsleistung sind sie deutlich höher eingestuft, allerdings geht damit oft auch eine Erhöhung des Tausendkorngewichtes einher.
Das erklärt sich aus der Tatsache, dass bei kürzerem Wuchs die Anzahl Hülsen pro Pflanze nicht beliebig vermehrt werden kann und die Ertragsleistung über andere Komponenten erhöht werden muss. Das kann sowohl über mehr Samen pro Hülse als auch über die Erhöhung des Samengewichtes erfolgen. Da sich die Zahl der Samen pro Hülse nur in Grenzen erweitern lässt, steigt das Samengewicht als eine primäre Ertragskomponente bei der Ertragsselektion zwangsläufig mit an.
Tanninfreie Sorten auf dem Vormarsch Die tanninfreien Sorten ermöglichen eine Erhöhung des Anteils in den Futterrationen für Monogastrier (Schweine, Geflügel sowie Fische) insbesondere in Fällen, in denen die Proteinversorgung weitestgehend auf einheimische Proteinträger wie Ackerbohnen aufgebaut ist. Dies trifft besonders häufig auf biologisch wirtschaftende Betriebe zu. Weiterhin von Bedeutung ist der Proteingehalt, der bei den Sorten durchaus unterschiedlich ist. Die Ackerbohne bietet hier gute Selektionschancen für eine weitere Erhöhung dieses wertgebenden Inhaltsstoffs, da die genetische Variation hoch ist. Mehrleistung durch Heterosis Winterackerbohnen für Europa
Autor: Dr. Olaf Sass, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG |
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