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Ackerbohnen zählen zu den Leguminosen, deren Wurzeln eine Symbiose mit artspezifischen Knöllchenbakterien eingehen. In den Knöllchen wird Luftstickstoff (N2) gebunden und als Aminosäuren an die Pflanzen abgegeben. Diese Selbstversorgereigenschaft der
Bohne ist ihr großes Plus. Für alle anderen Nährstoffe ist eine angepasste Versorgung mit der Düngung sicherzustellen.
Auch wenn die Leguminose insgesamt einen relativ geringen Nährstoffbedarf hat, zählt jeder Einzelnährstoff, denn neben der Pflanze können auch die Bakterien und damit die N-Versorgung davon beeinflusst werden.

Hauptnährstoffe

Stickstoff (N)
In der ersten Phase der Bestandsentwicklung decken die Ackerbohnen ihren N-Bedarf noch aus dem Samenkorn bzw. dem Bodenvorrat. Die im Boden vorhandene Stickstoffmenge reicht in der Regel für den Anfangsbedarf aus, eine N-Düngung ist deshalb nicht notwendig. Ab dem 3 bis 4-Blattstadium übernehmen dann die Wurzelknöllchen die Anschlussversorgung. Die N-Fixierleistung (s. Tab. 1) kann durch minimales N-Angebot und ggf. weitere Düngungsmaßnahmen optimiert werden.

Eine Saatgutbeimpfung mit Knöllchenbakterien zur Sicherung der N-Versorgung bzw. der Ackerbohnenerträgen ist nicht erforderlich. Die Bakterien kommen ausreichend in unseren Böden vor.

Knöllchenbakterien sichern die N-Versorgung des Ackerbohnenbestandes
 Knöllchenbakterien sichern die N-Versorgung des Ackerbohnenbestandes


Knöllchenbakterien sichern die N-Versorgung des Ackerbohnenbestandes
 

Organische Düngemittel
Eine organische Düngung direkt zur Ackerbohne ist zu vermeiden. Das zusätzliche N-Angebot, speziell die späte N-Nachlieferung, ist ungünstig für die Knöllchenbildung und die N2-Fixierung von Ackerbohnenbeständen.

Phosphor (P2O5)
Bohnen benötigen geringere P-Mengen pro Hektar, je Ertragseinheit jedoch größere Mengen (s. Tab. 1) als andere Marktfrüchte. Phosphor ist wichtig, da er die Nodulation stimuliert und auf Enzyme zur N2-Fixierung wirkt.

Speziell auf knapp versorgten Böden empfiehlt sich eine P-Düngung direkt zur Leguminose. Dabei sollte mit teilaufgeschlossenen – besser mit vollaufgeschlossenen – P-Düngern (z.B. Tripelphosphat, Superphosphat) gearbeitet werden. Die kurzfristige Verfügbarkeit bzw. Bedarfsdeckung des Nährstoffs aus der aktuellen Düngemaßnahme wird dadurch möglich. Aber auch die praxisübliche Grund- bzw. Ergänzungsdüngung im Rahmen der Fruchtfolge zu Ackerbohnen ist positiv zu bewerten und sollte bei der Betriebsorganisation Berücksichtigung finden.

Nach englischen Empfehlungen sollen bei der Grunddüngung zu Ackerbohnen, die Grundnährstoffe eingearbeitet werden. Dieses ist im Herbst bei trockenen Bodenbedingungen bodenschonend und kostenneutral mit der Stoppelbearbeitung der Vorfrucht möglich. Aufgrund der Nähe von Wurzel und Nährstoff, wird von einer besseren P-Ausnutzung ausgegangen.

 


 

 

 

 

 

 

Kalium (K2O)
Die Ackerbohne ist eine relativ kalibedürftige Kultur (s. Tab. 1). Eine gute Kaliumversorgung ist wichtig, sie verbessert die Wassereffizienz des Bohnenbestandes durch reduzierte Verdunstung und Atmung.
Kalidünger mit Schwefel und/ oder Magnesium-Anteilen sind je nach Düngungsorganisation des Betriebes ggf. von Vorteil. Die K-Düngung sollte im Rahmen der Fruchtfolge zur Ackerbohne erfolgen – speziell auf durchlässigeren bzw. niederschlagsreicheren Standorten.

Schwefel (S)
Als Proteinpflanze hat die Bohne einen relativ großen S-Bedarf. Zur Ertragssicherung sollte S in der schnell pflanzenverfügbaren Sulfatform mit ca. 20 kg S/ha gegeben werden. Eine Frühjahrsdüngung bietet sich wegen der Minimierung von S-Auswaschungsverlusten an, z.B. mit S-haltigen Kali- oder Mehrnährstoffdüngern. Alternativ kann S teilweise über Bittersalz (10 kg/ha) als Blattdünger in Kombination mit Insektiziden oder Fungiziden gegeben werden.

Magnesium (MgO)
Die Leguminose bedarf mittlere Mg-Mengen pro Hektar. Das wenig auswaschungsgefährdete Mg sollte in der Düngeplanung nicht zuletzt wegen seiner Bedeutung für die Chlorophyllbildung berücksichtigt werden. Besteht Kalkungsbedarf lässt sich mit magnesiumhaltigen Kalken das Magnesiumangebot im Boden erhöhen. Andernfalls bietet sich eine Düngung z. B. mit Mg-haltigen Kalidüngern oder anderen Mehrnährstoffdüngern zur Ackerbohne an.

Nährstoffaufnahme und -rücklieferung
Anhand der Angaben aus Tabelle 1 kann der jeweilige Gesamtnährstoffbedarf der Ackerbohne berechnet werden.
Mit den Ernteresten verbleiben jedoch Teilmengen der Nährstoffe auf dem Feld. Durch Mineralisierung stehen sie der Folgefrucht wieder zur Verfügung und können bei der Düngebedarfsermittlung wie folgt angesetzt werden (s. Tab. 2):
Ackerbohnen zählen zu den Humusmehrern und sind positiv für die Bodenfruchtbarkeit. In der Humusbilanzierung ist die Leguminose mit 160 kg Humus-C/ha und Jahr zu berücksichtigen. Von allen Marktfrüchten (einschließlich Silomais) haben die Ackerbohnen per se im Rahmen von Cross Compliance eine positive Humusbilanz.

 



 


Spurennährstoffe
Bohnen haben einen mittleren Bedarf an Bor, Kupfer, Zink und Molybdän sowie einen geringen Bedarf an Mangan. Der Grad zwischen Unterversorgung und Überversorgung mit Spurennährstoffen ist dabei allgemein sehr schmal. Bei mittlerem Bedarf und mittlerer Bodenversorgung eines Nährstoffes sollte in Stresssituationen eine Blattdüngung von insgesamt 0,5 kg /ha je Reinnährstoff bzw. bei Mangan von insgesamt 1 kg/ha in Form von Mangansulfat erfolgen. Ist die Bodenversorgung gering und das Ertragsniveau mittel, sind die Erträge pauschal mit genannten Aufwandmengen abzusichern. Die Blattdüngung lässt sich gut mit Nachauflaufherbizid-, Insektizid- oder Fungizidmaßnahmen kombinieren. Vorzugsweise wird die jeweilige Spurennährstoffmenge auf mehrere Gaben aufgeteilt.

pH-Wert
Der pH-Wert hat für den erfolgreichen Leguminosenanbau einen hohen Stellenwert. Knöllchenentwicklung und Stickstofffixierung benötigen eine neutrale Bodenreaktion. Generell ist eine Fruchtfolge-Kalkung direkt zur Ackerbohne günstig, bei pH-Werten unterhalb von 6 sogar notwendig, um die Leistungsfähigkeit des Bestandes zu sichern.

 

Autorin: Imke Borchardt, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG

 


Stand: 26.11.2007

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