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Ackerbohnen stellen nur sehr geringe Ansprüche an die Bodenbearbeitung und Aussaat. Für eine kostengünstige Produktion sollten die Potentiale dieser Robustkultur genutzt werden.

Bodenansprüche
Für die Ertragssicherheit von Ackerbohnen ist eine gute Wasserversorgung elementar. Daher sollten Ackerbohnen auf Standorten mit guten Böden und hoher Kapazität an pflanzenverfügbarem Wasser angebaut werden. Auch die Bodenbewirtschaftung muss daher am Wasseranspruch der Bohne ausgerichtet werden. Ziel ist es, über eine gute Bodenstruktur eine tiefe Durchwurzelung (keine Verdichtungshorizonte!) zu ermöglichen sowie über stabile Porensysteme das Kapillarwasserangebot zu erhöhen.

Ein hoher Anteil an Grobporen sorgt für ausreichend Sauerstoff und ist Voraussetzung für eine optimale Nodulation, d.h. Besiedlung der Wurzeln mit Knöllchenbakterien.

Förderung des Wurzelwachstums durch eine optimale Bodenstruktur
 Förderung des Wurzelwachstums durch eine optimale Bodenstruktur

Bodenbearbeitung 

Auf den Pflug verzichten?
Konventionelle Bestellverfahren sind durch den Einsatz des Pfluges geprägt. Um Bodenverdichtungen zu vermeiden, sollte der Pflug nur bei trockener, schüttender Pflugfurche zum Einsatz kommen.

Bei Herbstfurche lässt sich der Pflugeinsatz oft unter trockenen Bodenbedingungen durchführen. Sofern Pflugsohlen aus zurückliegender Bodenbearbeitung bestehen, sind diese vorab über eine Tiefenlockerung zu beseitigen. Ansonsten kann nach einer Herbstfurche auf schweren Böden in Verbindung mit hohen Winterniederschlagsmengen die Wasserinfiltration in den Unterboden beeinträchtigt sein. Eine verschlämmte und nasse Bodenoberfläche erfordert dann eine erneute Grubberbearbeitung zur Aussaat. Dies ist jedoch oft wegen der begrenzten Befahrbarkeit problematisch und darüber hinaus mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Im Frühjahr kann zwar bei günstiger Witterung ein oberflächliches Abtrocknen des Bodens erfolgen, unterhalb der Sohle wird der Boden jedoch in der Regel feucht und wenig tragfähig sein. Ein ausreichendes Abtrocknen schwerer Böden speziell in feuchten Gebieten und bei frühen Saatterminen im Februar/März ist selten möglich. Selbst leichter anhaltender Frost mit Ostwind reicht häufig nicht für einen zeitigen bodenschonenden Pflugeinsatz aus.

Günstigere Voraussetzungen sind im späteren Frühjahr gegen Ende März oder im April zu erwarten. Generell sollte an eine  Frühjahrsfurche die Aussaat immer direkt anschließen.

Mulchsaatverfahren richtig gestalten!
Mulchsaatverfahren sind kostengünstiger, wassersparender und hinterlassen einen im Frühjahr tragfähigeren Boden, so dass eine frühzeitige Bestellung der Bohnen möglich wird. Bei konsequentem Pflugverzicht werden Pflugsohlen vermieden, so dass der Unterboden offen und durchwurzelungsfähig bleibt. Das unbeschädigte Kapillarsystem stellt eine gute Wasserversorgung sicher.

Auf Flächen von nicht vollständig pfluglos wirtschaftenden Betrieben treten unter Umständen Pflugsohlen auf, die aufgearbeitet werden sollten. Eine effiziente nachhaltige Tiefenlockerung auf ca. 40–50 cm erfordert jedoch trockenen Boden sowie eine anschließende Stabilisierung des „überlockerten“ Bodens durch Pflanzenwurzeln. Dazu können beispielsweise Zwischenfrüchte genutzt werden.

Strohmanagement: Stroh besser kurz häckseln
Zwischen der Getreideernte und der Bohnenaussaat sind ausreichend lange Zeitspannen für die Strohrotte gegeben.  Außerdem wird das Saatkorn der Bohne aufgrund der guten Triebkraft und der tiefen Ablage kaum durch das Stroh beeinträchtigt. Soll die Unkrautbekämpfung mit bodenwirksamen Substanzen erfolgen, muss der Strohbedeckungsgrad bei der Anwendung allerdings deutlich unter 40 % liegen. Dies erfordert kurze Häcksellängen und das Anschieben der Rotte durch eine Bodenbearbeitung im Herbst.

Mulchsaat mit Lockerung
Meist ist die pfluglose Bewirtschaftung noch nicht so weit bzw. ausreichend lange etabliert, dass sich an der Bodenoberfläche der Humusgehalt verbessert hat und die Bodenaktivität spürbar gesteigert wurde. Ist die Bodenstruktur verbesserungswürdig, sollte die notwendige Bodenbearbeitung auf die Phasen relativ trockener Bodenbedingungen im Spätherbst vorgezogen werden.


Nach der Getreideernte steht viel Zeit für die Stoppelbearbeitung zur Verfügung, so dass zunächst das Auflaufen des ersten Ausfallgetreides abgewartet werden kann. Dieses kann im frühen Stadium vor der Bestockung durch einen relativ flachen Stoppelsturz beseitigt werden. Die zweite Auflaufwelle lässt sich durch erneute Bearbeitung beseitigen oder alternativ durch den Einsatz eines Glyphosat-Produktes (z.B. Roundup®). In diesem Fall werden auch lästige Wurzelunkräuter (Distel, Quecke) gut erfasst. Eine tiefere Grubberbearbeitung auf etwa 10 bis 15 cm Tiefe ist meist im Oktober oder Anfang November in einer trockenen Phase bodenschonend möglich. Dies bewirkt außerdem, dass der Boden von der Kapillarität gelöst wird und im Frühjahr besser abtrocknet.

Das eingemischte Stroh vermindert Bodenverschlämmung und Dichtlagerung weitgehend. Auch nach der Aussaat sorgt das Material für die Durchlüftung des Keimbereiches und für Bodenaktivität. Mulchsaatsysteme eignen sich somit insgesamt ausgezeichnet für den Ackerbohnenanbau.

Direktsaat ohne Lockerung
Ziel dieses Verfahrens ist es, den Arbeits- und Maschinenaufwand insgesamt und die Kosten der Unkrautbekämpfung durch eine möglichst lange Bodenbedeckung mit Strohmulch zu reduzieren. Empfehlenswert ist dieses Verfahren auf strukturreichen Böden mit hoher Bodenaktivität bei insgesamt eher geringem Unkrautdruck, besonders Spätverunkrautung mit wärmebedürftigen Unkräutern.

Die sehr gute Befahrbarkeit nicht bearbeiteter Böden gewährleistet, dass bei Verwendung breiter Bereifung eine sehr frühe, termingerechte Saat – ggf. auch bei relativ feuchten Bedingungen – durchgeführt werden kann.

Aussaat und Aussaattechnik

Wann aussäen?
Frühe Saattermine ab Ende Februar sind aufgrund der Frostverträglichkeit der Keimpflanzen (bis -5 °C) möglich und aus Gründen der Wasserversorgung und Vegetationslänge für die Ertragsbildung von Vorteil. Die Befahrbarkeit bzw. ein guter Bodenzustand zur Aussaat ist für die Pflanzenentwicklung entscheidender als ein früherer Termin (s. Tab. 1). Vorwiegend erfolgt witterungsbedingt die Aussaat im März bzw. bis Anfang April. Spätsaaten ab der zweiten Aprilhälfte erhöhen dagegen das Risiko von Mindererträgen. Die Keimung der Ackerbohnen beginnt bei Temperaturen um ca. 5 °C. Entsprechend der Bodentemperatur benötigt der Feldaufgang zwischen 10 bis 30 Tage. Je nach Aussaatbedingungen liegt die Aussaatstärke zwischen 30 und 40 keimfähigen Samen/m². Zur Berechnung des Saatgutbedarfes müssen Korngewicht und Keimfähigkeit unbedingt berücksichtigt werden. Im Mittel ergeben sich bei durchschnittlichen Werten für TKM und Keimfähigkeit Saatmengen von ca. 200 kg/ha.

 

Drilltechnik anpassen
Der hohe Keimwasserbedarf erfordert eine tiefe Kornablage auf 6 bis 8 cm. Ist ausreichend Bodenfeuchte gegeben oder eine hohe Niederschlagsmenge zu erwarten, kann man tendenziell flacher säen. Jedoch sollten mindestens 4 bis 5 cm Tiefe erreicht werden, um die Standfestigkeit nicht zu gefährden und einen ausreichenden Schutz der Saat vor Bodenherbiziden durch Bodenbedeckung sicher zu stellen. Die geforderten Drilltiefen lassen sich nach Pflugfurche bei konventioneller Drilltechnik mit Schlepp- oder Scheibenscharen auf mittleren Böden nicht immer sicher erreichen.

Noch schwieriger ist die Situation bei Mulchsaaten mit Reststoffen und nur flacher Lockerung. Deutlich besser arbeiten moderne Mulchsaatmaschinen, die einen wesentlich höheren Schardruck erzeugen können. Zusätzlich empfehlen sich diese Maschinen durch ihre höhere Schlagkraft und Flächenleistung. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Packerwalzen auf feuchtem Boden nicht zu stark kneten und verdichten.

Für die Direktsaat eignen sich vor allem Scheibenscharmaschinen (z.B. Tandemflex/Moore, John Deere 750 A, Tume etc.), die mit hohem Schardruck einen Säschlitz öffnen können und die vorgesehene Ablage-
tiefe sicher erreichen. Mit diesen Geräten ist auch eine Saat bei leicht gefrorenem Boden (1 bis 2 cm) möglich.

Unübertroffene Genauigkeit in der Tiefenablage und der Standgenauigkeit wird durch Einzelkornsägeräte erreicht, die heute meist bereits in Mulchsaatausführung verbreitet sind. Vergleichsweise geringe Flächenleistung und teure Maschinentechnik belasten allerdings dieses Saatverfahren. Zudem konnten ertragliche Vorteile der Einzelkornsaat in Feldversuchen nicht sicher belegt werden.

Sehr extensive Säverfahren verträgt die Ackerbohne gut. So ist auch die Saat in einen Erdstrom möglich, die mit speziellen Grubber/Säkombinationen durchgeführt werden können. Auch die Ausbringung der Körner mittels Düngerstreuer verbunden mit anschließendem Einschälen zählt dazu.

… und  nach der Bohnenernte?
Körnerleguminosen hinterlassen unproblematische Erntereste, die aufgrund des günstigen C/N-Verhältnisses leicht und schnell verrotten. Durch die meist optimale Bodenstruktur bietet sich eine Mulchsaat nach nur flacher Lockerung zur Folgefrucht an. Gleichzeitig wird die Stickstoffmineralisierung durch den Verzicht auf tiefe Bearbeitung in geringerem Maße angeschoben.

Unkompliziert
Körnerleguminosen sind aus den genannten Gründen und dank ihrer „Gesundwirkung“ ein wesentlicher Baustein pflugloser Anbausysteme. Hinsichtlich der Ansprüche an das Saatbett sind sie eine echte Robustkultur, so dass intensive und extensive Bodenbearbeitungssysteme genutzt werden können.

Die Bodenbedingungen bestimmen Aussaattermin und Saatstärke. Bei der Mulchsaat lassen sich meist frühere Saattermine realisieren, die sich positiv auf die Bestandesentwicklung auswirken.

 

Autor:

Günter Stemann, FH Südwestfalen, Agrarwirtschaft Soest


Stand: 26.11.2007

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