„Pflanzenproduktion 2010 – die Erzeugerpreise bestimmen die Intensität“ lautete das Motto der diesjährigen Winterveranstaltungen der SAATEN-UNION, die im Januar an unterschiedlichen Orten im Osten Deutschlands stattgefunden hat. Dort erhielten die Pflanzenbauer interessante Impulse für die kommende Anbausaison.
Weizenzüchtung ist erfolgreich Welche Pflanzensorten in der kommenden Saison zur Verfügung stehen, wird rund zwölf Jahre im Voraus festgelegt. „Solange dauert es bis eine neue Sorte gezüchtet und zugelassen ist“ erklärte Saatzuchtleiter Dr. Ralf Schachschneider von der Nordsaat Saatzuchtgesellschaft.
Neu in diesem Jahr ist die E-Weizensorte Genius. Eigenschaften wie hoher Kornertrag, gute Resistenzen und Standfestigkeit machen diese Sorten zu einem Erfolgskandidaten. Eine Zulassung ist für den kommenden März geplant.
Zuchtfortschritt ist Schlüssel zum Erfolg Dass der Zuchtfortschritt der Schlüssel zum Erfolg ist, bekräftigte auch der Sprecher der Gesellschafter der SAATEN-UNION, Wolf von Rhade. Für ihn sind hohe Erträge zu international wettbewerbsfähigen Stückkosten entscheidend für eine erfolgreichen Ackerbau. „Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen nach wie vor auf erfolgreichen Zuchtfortschritt“, erklärte von Rhade.
Flexible Vermarktung von Getreide Welche Getreidesorten eignen sich als Ganzpflanzensilage (GPS) für den Einsatz in Biogasanlagen? Antworten auf diese Frage gab Produktmanager Dr. Joachim Moeser von der SAATEN-UNION. In einem Großversuch auf 15 ha ist der Stroh-, GPS- und Kornertrag unterschiedlicher Sorten untersucht worden. Gerade die Getreidesorten mit hohem Kornertrag seien auch die Sorten mit hohen GPS-Erträgen, erklärte der Produktmanager die Ergebnisse. Während der Aussaat müssten sich Landwirte nicht für einen Sortentyp entscheiden. Sie könnten Sorten mit hohen Kornerträgen einfach variabel einsetzen. Das gebe Landwirten ein Maximum an Flexibilität, so Moesers Fazit.
Ernährungssicherung der Zukunft Die Ernährungssicherung einer immer größer werdenden Zahl von Menschen stand im Zentrum des Vortrags von Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher. Der Professor für Informatik an der Universität Ulm, entwickelte drei mögliche Szenarien, wie sich die Ernährungssituation vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und Klimawandel entwickeln könnte.
Die erste Möglichkeit wäre ein Zusammenbruch fast aller Ökosysteme. Extreme Hungersnöte seien die Folgen, erklärte der Präsident im Global Economic Network. Ein zweites Szenario könnte die „Brasilianisierung der Menschheit“ sein. Danach wären die weitaus meisten Menschen verarmt. Nur der letzte Weg, die Balance als ökosoziale Marktwirtschaft, könne die einzig nachhaltige Lösung sein. „Ziel ist, Menschen zu bescheidenem Wohlstand kommen zu lassen“, erklärte Radermacher seine Vision.
Eine Schlüsselrolle spiele dabei der technische Fortschritt, denn nur durch Innovation könnten die zukünftigen Herausforderungen wie Ressourcenknappheit und Klimawandel bestritten werden. Gleichzeitig solle es eine globale Regulierung unter sozialen und nachhaltigen Aspekten geben.
|