Die Symbiose mit den N-fixierenden Knöllchenbakterien macht Erbsen von einer Stickstoffversorgung über Düngemittel unabhängig. Ihr Bedarf an Hauptnährstoffen ist vergleichsweise gering, der Aufwand für die Düngung ist daher insgesamt relativ günstig.
Hauptnährstoffe
Stickstoff (N)
Die grundlegenden Zusammenhänge zur Stickstoffversorgung von Futtererbsen sind mit denen der Ackerbohnen zu vergleichen.
Vielfach wird in der Praxis die Frage gestellt, ob Saatgutbeimpfungen oder N-Spätdüngungen in Futtererbsen lohnen. Die UFOP hat dieses in einer mehrjährigen Studie geprüft. Mehrerträge konnten durch die Beimpfung von Futtererbsensaatgut mit verschiedenen Rhizobienpräparaten nicht erzielt werden – weder auf Flächen mit regelmäßigem Erbsenanbau noch auf erbsenjungfräulichen Standorten. Eine weite Verbreitung der erbsenspezifischen Knöllchenbakterien wird daher angenommen und eine Saatgutbeimpfung bei Futtererbsen nicht empfohlen.
Die UFOP überträgt diese Annahme/Empfehlung auch auf Ackerbohnen und stützt die Annahme weiter durch fehlende Berichte zu Bohnen mit ausbleibender Knöllchenbildung. Als Indiz für die Verbreitung der Bakterien über Wind wertet UFOP die Leistungsgleichheit von beimpfter und unbeimpfter Variante auf jungfräulichen Flächen des Erbsenversuches.
Auch die N-Spätdüngung mit 50 kg N in der Blüte über KAS brachte keine Ertragssteigerung. Der Rohprotein-Gehalt der gedüngten Variante war jedoch leicht erhöht, was den finanziellen Mehraufwand aber nicht decken konnte. Eine N-Spätdüngung wird deshalb nicht empfohlen.
Phosphor (P2O5)
Der P-Bedarf der Erbse ist dem der Ackerbohne ähnlich. Pro Hektar werden vergleichsweise geringe, je dt Ertrag aber größere Mengen (s. Tab. 1) benötigt. Phosphat ist im Boden immobil und muss daher von den Pflanzen „erwachsen“ werden.
Da die Bodendurchwurzelung von Erbsen vergleichsweise gering ist, sollte über eine gute Bodenversorgung der Ertrag abgesichert werden. Vorteilhaft ist es daher, den Fruchtfolge-P direkt zur Futtererbse zu geben. Englische Überlegungen zur Einarbeitung des Nährstoffs in den Boden, für eine bessere Ausnutzung durch Nährstoff-Wurzel-Nähe, sollten stärker in Betracht gezogen werden – speziell auf niedrig P-versorgten Standorten.
Die Einarbeitung des Düngemittels in den Boden kann ohne zusätzliche Arbeitserledigungskosten mit der Herbstbodenbearbeitung (Stoppelsturz, Herbstfurche) in trockenen Phasen bzw. bodenschonend zur Futtererbse erfolgen.
Für die P-Düngung sollte auf vollaufgeschlossene P-Dünger zurückgegriffen werden. Von Vorteil ist hierbei die sofortige Verfügbarkeit des Nährstoffs für den Pflanzenbestand. Dagegen werden Rohphosphate innerhalb langer Zeiträume im Boden umgesetzt.
Kalium (K2O)
Von allen Grundnährstoffen hat die Futtererbse den größten Bedarf bei Kalium, dessen ausreichende Versorgung sicherzustellen ist (s. Tab. 1).
Gut mit K-versorgte Pflanzen nutzen nach BRAG das Bodenwasser besser und verdunsten weniger Wasser in Trockenjahren.
Das Auswaschungsrisiko für K ist auf durchlässigeren bzw. bindungsärmeren Standorten mit höheren Niederschlagsmengen größer. Eine jährliche K-Düngung sichert eher ein ausreichendes K-Angebot zur Erbse. Auf Standorten mit geringem Verlagerungspotenzial sollte bei Fruchtfolgedüngung das K vorzugsweise zur Erbse gegeben werden.
K2O-Dünger sind mit unterschiedlichen Anteilen an Schwefel und/oder Magnesium erhältlich. Der Einsatz dieser Mehrnährstoffdünger bringen ggf. Vorteile in der Arbeitserledigung. Ein im Frühjahr verwendeter kombinierter K-S-Dünger, minimiert zudem das Auswaschungsrisiko der beiden verlagerungsanfälligeren Nährstoffe.
Schwefel (S)
Konkrete S-Düngungsempfehlungen zu Futtererbsen bestehen nicht. Schwefel ist im Boden ähnlich beweglich bzw. auswaschungsgefährdet wie Stickstoff. Es sollte daher und aufgrund der geringeren industriellen Schwefeleinträge in landwirtschaftliche Flächen auf genügende Versorgung geachtet werden. Speziell Bestände auf schwefelärmeren Standorten (leicht, humusarm, ohne organische Düngung, flache Ackerkrume, hohe Niederschläge) sind auf Mangelsymptome zu prüfen. Bei Bedarf kann ca. 20 kg S/ha gegeben werden. Generell sollte vorzugsweise ein Sulfat-Dünger wegen der schnellen Pflanzenverfügbarkeit verwendet werden. Elementarschwefel wirkt dagegen sehr langsam. Kieserit ist eine gute Alternative, um neben Schwefel parallel den Magnesium-Bedarf abzudecken.
Nährstoffaufnahme und -rücklieferung
Die Fixierleistung der Knöllchenbakterien liegt bei ca. 230 kg Stickstoff/ha. Davon werden ca. 200 kg mit dem Korn vom Feld abgefahren.
Mit den Ernteresten der Futtererbse verbleibt ein Teil der Nährstoffe auf dem Feld. Tabelle 2 weist die anzurechnenden Nährstoffmengen aus, die der Folgefrucht zur Verfügung stehen.
Hinsichtlich der Humusbilanz wird die Futtererbse positiv eingeschätzt und ist im Rahmen von Cross Compliance pauschal mit 160 kg C/ha anzusetzen.
Spurennährstoffe
Abbildung 1 zeigt den Bedarf an Spurennährstoffen in Futtererbsen. Bei niedriger Bodenversorgung in Verbindung mit mittlerem bis hohem Pflanzenbedarf sowie bei mittlerer Bodenversorgung und hohen Bedarf empfiehlt sich, pauschal 500 g Reinnährstoff/ha über das Blatt zu düngen. Ausgenommen ist hier Mangan, das mit 1.000 g Reinnährstoff/ha über Mangansulfat gegeben werden sollte. Die Gesamtnährstoffmenge ist auf mehrere Gaben zu verteilen und lässt sich gut mit Pflanzenschutzmaßnahmen kombinieren. In Stresssituationen sollte auch bei mittlerer Bodengehaltsklasse und mittlerem Pflanzenbedarf mit genannten Nährstoffmengen eine ausreichende Versorgung mit Spurennährstoffen abgesichert werden.
pH-Wert
Der pH-Wert ist für die Futtererbse von großer Bedeutung. Die Knöllchenbakterien benötigen für eine gute N-Fixierleistung eine eher neutrale bis basische Bodenreaktion. Vorgesehe Anbauflächen sind daher sicher auf den bodenarttypischen pH-Wert einzustellen. Eine Fruchtfolgekalkung direkt zur Leguminose ist empfehlenswert, so fern keine jährliche Kalkergänzung erfolgt. Mit der Auswahl eines entsprechenden Kalkdüngers kann gleichzeitig auch der Magnesium-Bedarf abgedeckt werden.
Autorin: Imke Borchardt, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG

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