Kornertrag bestimmt GPS-Ertrag |
14.05.2010 | Versenden | Druckversion | |
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Fast 50 % aller Biogasanlagen nutzen Getreide-Ganzpflanzensilage (GPS) als Ergänzung zum Hauptsubstrat Mais. Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen: Dank der guten Ausnutzung der Winterfeuchte ist Wintergetreide besonders in Mais-Grenzlagen sehr anbausicher. Außerdem ermöglicht die GPS-Nutzung von Wintergetreide innovative Fruchtfolgen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, auf diesen Flächen außerhalb der Maissaison Gärrest auszubringen. Regional können sehr hohe GPS-Erträge von mehr als 16 t/ha als Trockenmasse erzielt werden (bei ähnlichem Methanbildungspotenzial wie beim Mais). Welche Kultur für GPS? Gerste bietet den Vorteil, als erste Frucht das Feld zu räumen und so in günstigen Lagen noch eine Zweitfrucht zu ermöglichen. Als Nachteil könnte man ansehen, dass sie nicht spätsaatverträglich ist und nicht die höchsten Trockenmasseerträge bringt. Hybridroggen bringt hohe Trockenmasseerträge auch auf trockenen Standorten, er räumt später als Gerste das Feld (ab Mitte Juni). Grünroggen ist als Winterzwischenfrucht einzustufen und sollte deshalb auch nicht zusammen mit anderen Wintergetreiden zur GPS-Nutzung geprüft werden. Er räumt bis Anfang Mai das Feld – mindestens einen Monat vor allen anderen Getreidearten – und wird zum Ährenschieben geerntet. Danach steigt die Lageranfälligkeit stark an. Triticale liefert ebenfalls sehr hohe Biomasseerträge, räumt aber noch etwas später als der Hybridroggen das Feld (ab Mitte bis Ende Juni).
Weizen bietet meist die besten Vermarktungsmöglichkeiten als Körnerfrucht und damit eine sehr flexible Nutzung. Er ist am spätsaatverträglichsten, räumt das Feld aber auch erst ab Ende Juni. Die GPS-Erträge knüpfen auf guten Böden an die von Roggen und Triticale an. Zurzeit gibt es nur für Roggen und in kleinem Umfang für Triticale eine spezielle Wertprüfung für die GPS-Nutzung, die in Zukunft als Richtschnur für die Auswahl der Sorten dienen kann. Für die anderen Wintergetreidearten gibt es diese nicht. Neue Versuche für die richtige Sortenwahl In Moosburg standen insgesamt 15 Sorten aus vier Kulturen in der Prüfung. Am Standort Söllingen war die Prüfung aus technischen Gründen weniger umfangreich. Von allen Sorten wurden in vierfacher Wiederholung die GPS-Erträge bei EC 79–83 (Ende Milch- bis Anfang Teigreife), und die Stroh- und Kornerträge ermittelt. Ergebnisse: Der Durchschnitt der offiziellen Roggenbiomasse-Wertprüfung lag bei 135 dt/ha. In Moosburg (Abb. 1) lagen die GPS-Erträge des Roggens mit weniger als 100 dt/ha deutlich darunter. Dies ist vor allem ein Standort- bzw. Jahreseffekt, da in Moosburg zum entscheidenden Wachstumsstadium die Niederschläge fehlten.
Triticale brachte mit bis zu 150 dt/ha in Moosburg und 160 dt/ha in Söllingen die besten GPS-Erträge. Im Gegensatz zum Roggen hat Triticale an beiden Standorten deutlich höhere Erträge erzielt als der Durchschnitt der Wertprüfungen 132 dt/ha. Am Standort Söllingen erreichten die Winterweizensorten Akratos und Hystar ähnlich hohe Erträge wie Triticale (Abb. 2), wobei der Hybridweizen Hystar mit halber Aussaatstärke gedrillt wurde. Auch in Moosburg zählten Hystar und Akratos zu den Weizensorten mit den höchsten GPS-Erträgen. Insgesamt kamen die Leistungen des Weizens dort jedoch nicht an das Niveau von Triticale heran.
Gerste erzielte in Moosburg ähnlich gute Ergebnisse wie der Weizen, konnte aber in Söllingen nicht mit den Erträgen der anderen Kulturen Schritt halten. Was bestimmt den GPS-Ertrag? Die Trendlinie der Ergebnisse aller Kulturen zeigt sehr deutlich, dass die Wuchshöhe keinerlei Einfluss auf den GPS-Ertrag hatte (Abb. 3). Auch der Zusammenhang zwischen Stroh- und GPS-Ertrag war nur sehr schwach ausgeprägt (R2 = 0,09). Einen deutlich stärkeren Zusammenhang kann man zwischen dem Kornertrag und dem GPS-Ertrag erkennen (Abb. 4, R2 = 0,50).
Was passt nach GPS? Für eine Zweitfruchtnutzung ist die Kombination Grünroggen und Mais bzw. Sorghum optimal (s. praxisnah 2/2009 und 1/2010). Bei einem Aussaattermin im Mai in besonders wüchsigen Lagen ist auch Gersten-GPS als Vorfrucht geeignet. Fazit
Dr. Joachim Moeser
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