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Untersaaten, kostengünstig und effektiv

  05.02.2007   Versenden | Druckversion


Grundlage einer nachhaltigen Substratproduktion sind Fruchtfolgen, die konstant hohe Methanerträge je Flächeneinheit liefern. Dazu muss das Biomassepotential des Standortes in Abhängigkeit von Niederschlag, Bodengüte und Sonneneinstrahlung genau abgeschätzt werden. Hilfestellung gibt hier die von der Saaten-Union erarbeitete standortspezifische Fruchtfolgeplanung. Der zweite Schritt sollte die Frage beantworten, wie die gewählten Kulturarten zu etablieren sind.

Gras- und Kleebestände lassen sich besonders kostengünstig als Ansaat unter einer Deckfrucht anlegen.

Untersaaten bieten viele Vorteile

Die Ansaat in Form von Untersaaten bietet eine ganze Reihe von Vorteilen.

  1. Da Arbeitsgänge nach der Ernte der Deckfrucht zur Anlage des Gras- oder Kleegrasbestandes entfallen, stellt die Untersaat eine der kostengünstigsten und arbeitssparenden Ansaatformen dar. Insbesondere Arbeitsspitzen, die v. a. zur Herbstaussaat auftreten, können so gebrochen werden.
  2. Darüber hinaus hat sich unter dem Schutz der Deckfrucht ein kräftiger Bestand entwickeln können, der im Herbst einen deutlichen Entwicklungsvorsprung mit sich bringt und so effizient die Standortressourcen in Biomasse umsetzen kann.
  3.   Auf Trockenstandorten gehört eine Untersaat zu den wassersparendstenAnsaatformen, da Bodenbearbeitungsgänge und damit verbundene Verdunstungsverluste entfallen. Dies gilt insbesondere für empfindliche Kulturarten wie Klee oder andere Feinsämereien.
  4. Ein weiterer Aspekte, der für die Anlage von Untersaaten spricht, ist der deutliche Erosionsschutz durch die lang anhaltende Bodenruhe.
  5. Hinzu kommt eine ausgeprägte Humussammlung und ein großes Stickstoffbindungspotenzial, was, je nach angesäter Kulturart, zu erheblichen Kohlenstoff- und Stickstoffmengen führen kann. So kann ein Weißkleegrasbestand durchaus bis zu 200 kg/ha mineralischen Stickstoffdünger ersetzen. Gerade als Untersaaten unter Mais können so Auswaschungsverluste effektiv verhindert werden. In einzelnen Regionen, insbesondere in Wasserschutzgebieten, wird dies durch zusätzliche finanzielle Förderungen honoriert.

 Untersaaten stellen also eine gute Möglichkeit dar, Mineraldünger einzusparen und gleichzeitig eine positive Humusbilanz zu erzielen. Diese Aspekte sind insbesondere für den Energiepflanzenanbau von großer Bedeutung

Wo sind Untersaaten möglich?

Prinzipiell sind Untersaaten von Gräsern und Klee unter allen Getreidearten möglich. Wichtig ist, dass zum einen die Konkurrenzkraft der Getreideart und zum anderen die Wüchsigkeit der Untersaat aufeinander abgestimmt sind. So lässt sich beispielsweise Weißklee, der sich durch einen eher niedrigen Wuchs auszeichnet, hervorragend unter Sommergerste etablieren. Rotkleegrasmischungen und Winterroggen passen ebenfalls außerordentlich gut zueinander.

Einzelährentypen als Decksaat besser geeignet

Grundsätzlich sind Getreidearten, die eher als Einzelährentypen ihren Ertrag bilden besser geeignet, da sie mehr Licht in den Bestand lassen. Oftmals ist es besser, die Aussaatstärke der Deckfrucht um ca. 20% der verringern. Vielfältige Versuche haben nachweisen können, dass dies nicht zu einer Ertragsminderung führt.

Aber auch in anderen Kulturarten, wie etwa Mais oder auch Leguminosen (Ackerbohnen), lassen sich Untersaaten relativ problemlos anlegen.

Faktoren Boden, Niederschläge und Zeitpunkt der Aussaat beachten!

Für Untersaaten in Wintergetreide sollte der Zeitpunkt der Aussaat zwischen Bestockung und Schossen liegen. Das bedeutet, Untersaaten in Wintergetreide lassen sich sowohl im Spätherbst als auch um Frühjahr ausbringen. Einsaaten in Sommergetreide müssen so früh wie möglich erfolgen. Untersaaten unter Silomais sollten erst ab dem 6-Blatt-Stadium durchgeführt werden, weil sonst besonders in Trockengebieten die Konkurrenz um Wasser zu stark sein kann.

Tabelle 1 ( auch als pdf-Version verfügbar) gibt eine Übersicht über Saatstärken und –zeitpunkt von Untersaaten in Abhängigkeit von der Deckfrucht wieder.

Tabelle 1: Übersicht zu Saatstärken und Aussaatzeitpunkt von Untersaaten in Abhängigkeit von der Deckfrucht

 

   

 Deckfrucht 

 Saatsärke (kg/ha)

Winterweizen 

  Wintergerste 

Winterroggen 

 Sommergetreide

     Silomais    

 Herbstuntersaat

 Dt. Weidelgras 2n

 15

 Okt./Nov.

Okt. 

Okt. 

 

 

 Dt. Weidelgras 4n

 20

 Okt./Nov.

 Okt.

Okt. 

 

 

TETRSIL Gras

 20

 Okt./Nov.

 Okt.

 Okt.

 

 

 Frühjahrsuntersaat

 Dt. Weidelgras 2n

 15

März 

Feb./März 

Feb./März  

möglichst früh 

ab 6 Blatt 

 Dt. Weidelgras 4n

 25

März 

Feb./März 

Feb./März  

möglichst früh 

ab 6 Blatt  

 TETRASIL Gras

 25

März 

Feb./März  

Feb./März  

 möglichst früh 

ab 6 Blatt 

 Welsches Weidegras 2n

 15

März 

Feb./März  

Feb./März  

ab 3 Blatt 

ab 6 Blatt  

 Welsches Weidegras 4n

 25

 März

Feb./März  

Feb./März  

ab 3 Blatt  

ab 6 Blatt  

 Dt. Weidelgras + Weißklee

 15+5

 Feb./März

Feb./März  

März  

möglichst früh  

ab 6 Blatt 

 Dt. Weidelgras + Rotklee

 15+8

 Feb./März 

März  

Ende März 

ab 3 Blatt 

ab 6 Blatt 



Herbizide auf Untersaat abstimmen!

Es sollte weiterhin berücksichtigt werden, dass die Herbizidapplikation auf die Anlage einer Untersaat abgestimmt ist. Verallgemeinernd kann man sagen, dass Wuchstoffherbizide sehr verträglich sind, wohingegen Sulfonylharnstoffe Schäden verursachen können. Dies gilt nicht für die Kleearten, hier muss das eingesetzte Herbizid kleeschonend sein.

Wie lege ich Untersaaten an?

Erfolgt die Ansaat in den bestehenden Deckfruchtbestand, so kann die Aussaat mit einem Pneumatikdüngerstreuer erfolgen - vorausgesetzt, es lassen sich die benötigten Mengen exakt einstellen. Eine andere Möglichkeit ist die Ausbringung über einen Schneckenkornstreuer, der allerdings sehr seitenwindempfindlich ist und eine nur unbefriedigende Querverteilung zulässt. In diesem Fall ist die Saatstärke evtl. zu erhöhen. Besser ist eine Aussaat mit einer Sämaschine mit hochgestellten Scharen, die so zu einer Breitsaat führt.

Bei Frühjahrsaussaaten in Sommergetreide kann die Untersaat gemischt mit der Deckfrucht gemeinsam ausgesät werden.

Und die Bestandesführung?

Insbesondere über die Stickstoffdüngung kann die Bestandesentwicklung gesteuert werden. Die erste Stickstoffgabe der Winterung darf so hoch ausfallen, wie sie für einen optimalen Ertrag der Deckfrucht benötigt wird. Untersaaten unter Sommerungen als Deckfrucht verlangen eine maßvolle und gezielte Stickstoffdüngung, um die Untersaat gelingen zu lassen, eine Überdüngung kann die Untersaat zu sehr unterdrücken. Allgemein reagieren Kleeansaaten empfindlicher auf eine nicht angepasste Stickstoffdüngung. Hhier ist besondere Sorgfalt geboten!

Nach der Ernte der Deckfrucht sollten die weiteren Düngungsmaßnahmen auf den erwarteten Ertrag bemessen werden. Bei zeitiger Nutzung kann eine Untersaat im Herbst noch durchaus Erträge von 25-30 dt/ha erbringen. Dies erfordert eine Stickstoffmenge von etwa 50-75 kg/ha, die durchaus über Gülle verabreicht werden kann. Allerdings ist zu beachten, dass bei der Gülleausbringung zu diesen Zeitpunkten die Ammoniakemissionen erheblich sein können. Eine Ausbringung in den Abendstunden mit bodennaher Ausbringungstechnik sollte daher bevorzugt werden.

Werden diese Aspekte ausreichend berücksichtigt, lassen sich Untersaaten sehr kostengünstig etablieren und tragen dazu bei, die am Standort zu realisierenden Erträge zu maximieren.

 

Haben Sie noch Fragen zu diesem Beitrag? Rufen Sie an: 04351-736126

Dr. Bernhard Ingwersen
NPZ

     

PDF: untersaaten_tabelle.pdf - 16 KB  Untersaaten Tabelle 1  - 16 KB 

 

Untersaat Gras


Untersaat Gras_Versuche




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